Start Vereine MSV Duisburg „Meine Heimat. Mein Verein“: WDR widmet dem MSV Duisburg eine eigene Folge

„Meine Heimat. Mein Verein“: WDR widmet dem MSV Duisburg eine eigene Folge

Der MSV Duisburg steht kurz vor dem Saisonstart sportlich wieder unter Druck und bekommt vorher noch einmal eine Bühne, auf der es nicht um Tabellenplätze geht. Der WDR widmet den Zebras eine eigene Folge seiner Vereinsreihe und erzählt den Klub vor allem als Stück Duisburger Identität. Im Mittelpunkt stehen Menschen, für die der MSV weit mehr ist als ein Drittligist.

Ein Film über Nähe statt Nostalgie

Wenn der WDR am Freitagabend den MSV Duisburg porträtiert, geht es nur am Rand um Ergebnisse, Auf- und Abstiege oder große Fußballmomente. Die 45-minütige Ausgabe der Reihe „Meine Heimat. Mein Verein“ setzt anders an: Sie fragt danach, warum dieser Klub in Duisburg bis heute eine solche emotionale Kraft besitzt. Die Folge läuft am 31. Juli um 20.15 Uhr im WDR-Fernsehen. In der ARD-Mediathek ist sie bereits ab dem 29. Juli verfügbar. Erzählt wird der Film von ARD-Moderatorin Siham El-Maimouni, die selbst aus Meiderich stammt. Autor ist Wilm Huygen.

Dass der Sender ausgerechnet jetzt auf die Zebras blickt, passt zur Lage des Vereins. Die neue Saison rückt näher, die Vorbereitung befindet sich in der Schlussphase, am 8. August wartet in der Schauinsland-Reisen-Arena der Auftakt gegen den SV Meppen. Doch die Dokumentation interessiert sich weniger für die aktuelle Formkurve als für das, was den MSV unabhängig von der Liga trägt.

Hopp als Gesicht einer alten Verbindung

Zu den prägenden Stimmen des Films gehört Joachim Hopp. Der frühere MSV-Profi steht wie kaum ein anderer für jene Spielergeneration, mit der viele Fans bis heute eine besondere Verlässlichkeit verbinden. Hopp ist keine zufällige Besetzung für ein solches Porträt: Er verkörpert den Typ Fußballer, der in Duisburg traditionell mehr zählt als große Inszenierung. Der WDR beschreibt den MSV als Verein, dessen Heldenbild nicht vom Glamour lebt. In Duisburg werden Spieler vor allem dann angenommen, wenn sie erreichbar bleiben, kämpfen und zur Stadt passen.

Genau daraus speist sich ein Teil der besonderen Bindung zwischen Verein und Umfeld. Diese Lesart macht den Film interessant. Er behandelt den MSV nicht als sportliches Randthema der 3. Liga, sondern als sozialen Bezugspunkt einer Stadt, die seit Jahrzehnten mit Wandel, Brüchen und einem nicht immer fairen Außenbild zu tun hat.

Prominente Fans, aber keine Hochglanzgeschichte

Neben Hopp kommen auch bekannte Duisburger Stimmen zu Wort. Comedian Markus Krebs spricht als bekennender MSV-Anhänger über seine Beziehung zum Verein, Oberbürgermeister Sören Link ordnet die Rolle der Zebras für die Stadt ein. Beide stehen stellvertretend für eine Haltung, die in Duisburg weit verbreitet ist: Der MSV ist nicht nur ein Klub, den man verfolgt, sondern ein Stück Zugehörigkeit.

Der Film bleibt dabei nicht bei prominenten Gesichtern stehen. Auch Fans und Menschen aus der Stadt prägen die Erzählung. Stadtführerin Manuela Sass zeigt Duisburg aus einer Perspektive, die über gängige Klischees hinausgeht. Dazu gehört auch die Geschichte von Lea Bursch, die als junge MSV-Anhängerin nach einer Krebserkrankung Unterstützung aus dem Umfeld des Vereins erhielt.

Gerade diese Passagen zeigen, worauf der Beitrag offenbar hinauswill: Der MSV wird nicht nur über seine Profimannschaft erklärt, sondern über die Gemeinschaft, die sich um ihn gebildet hat. Fanaktionen, Hilfsbereitschaft und die große Nähe zum Verein gehören deshalb genauso zur Geschichte wie die sportliche Tradition.

Der MSV auf ungewohnter Bühne

Sportlich kämpfen die Zebras aktuell in der 3. Liga um Punkte. In dieser Sendereihe aber steht der MSV auf einer Bühne mit den großen Traditionsklubs des Westens. Der Film dürfte für viele Anhänger deshalb nicht nur ein Fernsehabend werden, sondern auch eine Erinnerung daran, warum dieser Verein in Duisburg bis heute eine besondere Bedeutung hat.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein