Ein medizinischer Notfall auf der Tribüne hat den letzten großen Test des FC Hansa Rostock vor dem Ligastart überschattet. Noch vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach musste ein Zuschauer im Ostseestadion über einen längeren Zeitraum reanimiert werden. Das Spiel begann deshalb rund 40 Minuten später als vorgesehen.
Lange Behandlung auf der Osttribüne
Noch bevor der Ball rollte, rückte das Sportliche in Rostock komplett in den Hintergrund. Auf der Osttribüne war ein Hansa-Anhänger in eine medizinische Notlage geraten. Sanitäter leiteten Reanimationsmaßnahmen ein, die sich über mehr als 40 Minuten erstreckten. Während der Versorgung wurde der betroffene Bereich mit Rettungsdecken abgeschirmt. Unter den mehr als 20.000 Zuschauern herrschte angesichts der Situation große Betroffenheit. Die sonst übliche Atmosphäre vor dem Anpfiff wich einer angespannten Stille.
Erst nach der langen Erstversorgung konnte der Fan aus dem Stadion gebracht und in ein Krankenhaus transportiert werden. Nach Angaben von Augenzeugen gegenüber der „BILD“ soll der Betroffene beim Abtransport Lebenszeichen gezeigt haben. Eine offizielle Mitteilung zu seinem Gesundheitszustand lag zunächst nicht vor.
Stadionsprecher dankt den Rettungskräften
Auch Hansas Stadionsprecher Oliver Schubert ging auf die Ereignisse ein. Er bedankte sich bei den Einsatzkräften und allen Helfern für deren Einsatz. Zugleich richtete er die besten Wünsche an den betroffenen Zuschauer. Aufgrund des Rettungseinsatzes wurde die Begegnung mit rund 40-minütiger Verspätung angepfiffen. Dass Hansa den sportlichen Härtetest gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach anschließend mit 1:3 verlor, geriet unter diesen Umständen in den Hintergrund.
Erinnerungen an tragischen Vorfall in Saarbrücken
Für viele Hansa-Anhänger dürften die Szenen besonders belastend gewesen sein. Erst am 16. Mai hatte der Verein einen tragischen Zwischenfall im Umfeld eines Spiels erlebt. Beim damaligen Auswärtsspiel in Saarbrücken stürzte der 37 Jahre alte Hansa-Fan Moritz von der Tribüne. Später erlag er seinen schweren Verletzungen. Entsprechend stand an diesem Tag im Ostseestadion nicht das Ergebnis des letzten großen Tests vor dem Saisonstart im Mittelpunkt. Die Gedanken galten vor allem dem Zuschauer, der nach der medizinischen Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht wurde.
