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DFB ermittelt nach Krawall-Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern

Foto: Waldhof X

Das sportliche Ergebnis des Südwest-Derbys ist nach den gravierenden Zwischenfällen zur Nebensache geworden. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes beschäftigt sich mit den Ausschreitungen beim Pokalduell zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern. Beide Vereine müssen mit sportrechtlichen Konsequenzen rechnen.

DFB leitet Untersuchung der Vorfälle ein

Der DFB bestätigte auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes, dass sein Kontrollausschuss die Geschehnisse rund um die Partie untersucht. Welche konkreten Vorwürfe gegen die beiden Klubs erhoben werden und wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, blieb zunächst offen. Im Mittelpunkt dürften vor allem die Vorfälle auf den Tribünen und im Innenraum des Stadions stehen. Während der Begegnung wurden Raketen gezündet und in Richtung Spielfeld sowie Haupttribüne abgefeuert. Teile des Mannheimer Anhangs gelangten zudem auf den Rasen.

Die Lage war zeitweise so angespannt, dass ein Abbruch der Partie im Raum stand. Polizeikräfte mussten auf das Spielfeld, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Dabei kamen auch berittene Einsatzkräfte zum Einsatz.

35 Polizisten bei Ausschreitungen verletzt

Die Bilanz des Abends fällt schwerwiegend aus. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mannheim wurden 35 Polizistinnen und Polizisten leicht verletzt. Darüber hinaus mussten 85 Fans medizinisch versorgt werden. Acht von ihnen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Mehrere Personen nahm die Polizei fest. Insgesamt waren rund 1.400 Einsatzkräfte rund um das brisante Nachbarschaftsduell im Einsatz. Erste Zwischenfälle hatte es bereits deutlich vor dem Anpfiff gegeben, als Raketen gezündet wurden.

Auch auf dem Platz eskalierte die Situation. Nach dem Ende der regulären Spielzeit gerieten Spieler beider Mannschaften aneinander. Kurz darauf verschärften die Aktionen aus den Zuschauerbereichen die Lage zusätzlich.

Kaiserslautern setzt sich nach Verlängerung durch

Sportlich entschied der 1. FC Kaiserslautern die Begegnung für sich. Der Zweitligist gewann beim Drittligisten aus Mannheim mit 1:0 nach Verlängerung und zog damit in die nächste Runde des DFB-Pokals ein. Der knappe Erfolg geriet angesichts der Ereignisse jedoch schnell in den Hintergrund. Statt über den Ausgang des Derbys wird nun vor allem über Sicherheitsfragen, das Verhalten einzelner Zuschauergruppen und mögliche Konsequenzen für die Vereine gesprochen.

Für Waldhof Mannheim und den 1. FC Kaiserslautern beginnt damit die Aufarbeitung eines Abends, der beiden Klubs über das Pokalspiel hinaus beschäftigen dürfte. Zunächst bleibt abzuwarten, zu welcher Bewertung der DFB-Kontrollausschuss kommt und welche weiteren Schritte daraus folgen.