Nach dem Pokal-Aus gegen die SV Elversberg rückte beim MSV Duisburg nicht nur das Ergebnis in den Mittelpunkt. Die 1:3-Niederlage gegen den Bundesligisten lieferte sportliche Ansätze, offenbarte aber zugleich ein Problem, das die Zebras auch in der 3. Liga beschäftigen könnte: den Zustand des Rasens im Wedaustadion. Beide Trainer äußerten nach der Partie deutliche Kritik am Geläuf.
Kritik von beiden Seiten
Dass ein unterklassiger Klub im DFB-Pokal versucht, möglichst viele Faktoren auf seine Seite zu ziehen, gehört zum Wettbewerb. Im Fall des MSV Duisburg entstand nach dem Duell mit Elversberg jedoch ein anderer Eindruck: Der lange Rasen war offenbar nicht Teil eines Plans, sondern ein Ärgernis für beide Mannschaften.
Elversbergs Trainer Vincent Wagner, der früher selbst im Nachwuchsbereich der Zebras tätig war, störte sich vor allem an der Länge des Rasens. Aus seiner Sicht sollte der DFB seine Vorgabe zur Rasenhöhe klarer formulieren. Statt einer Empfehlung von drei Zentimetern brauche es eine eindeutige Festlegung, dass diese Länge auch tatsächlich einzuhalten sei. Für Wagner war das Geläuf kein Vorteil für den MSV, sondern eher ein Hindernis für ein flüssiges Spiel.
Auch Duisburgs Trainer Dietmar Hirsch wollte den Zustand des Platzes nicht schönreden. Er wies den Verdacht zurück, der MSV habe die Bedingungen bewusst herbeigeführt, machte aber zugleich deutlich, dass auch seine Mannschaft unter dem Platz leide. Duisburg wolle selbst Fußball spielen, dafür benötige es im Stadion eine andere Qualität.
Hirsch nimmt Stadt in die Pflicht
Besonders brisant ist die Diskussion, weil der MSV offenbar nur begrenzten Einfluss auf die Platzpflege hat. Das Stadion gehört nicht dem Verein, weshalb Hirsch die Verantwortung nicht allein beim Klub sieht. Der Trainer erklärte, man weise auf die Probleme hin, räumte aber auch ein, sich womöglich noch stärker darum kümmern zu müssen.
Für den Coach geht es dabei nicht um eine Nebensache. Wenn die Bedingungen auf dem Trainingsplatz besser seien als im eigenen Stadion, sei das aus Duisburger Sicht kaum hinnehmbar. Gerade für einen Verein mit Ambitionen müsse die Heimspielstätte so vorbereitet sein, dass sie der eigenen Mannschaft nicht schade.
Football-Nutzung als zusätzlicher Faktor
Ein weiterer Punkt in der Debatte ist die Mehrfachnutzung des Wedaustadions. Neben dem MSV tragen auch die Footballer von Rhein Fire dort Spiele aus. Hirsch deutete an, dass diese Belastung dem Rasen zusätzlich zusetze. Schon beim ersten Heimspiel gegen den SV Meppen hatte es offenbar Unzufriedenheit mit dem damals frisch verlegten Grün gegeben. Dass die Diskussion nun nach einem Pokalspiel erneut aufkommt, zeigt: Das Thema ist für Duisburg nicht erledigt. Für eine Mannschaft, die in der 3. Liga über spielerische Lösungen kommen will, können langsame oder unberechenbare Platzverhältnisse zum echten Wettbewerbsnachteil werden.
Nächstes Heimspiel gegen Würzburg
Sportlich bleibt dem MSV nach dem 1:3 gegen Elversberg wenig Zeit, sich lange mit dem Pokal-Aus zu beschäftigen. Bereits am kommenden Samstag steht in der 3. Liga das nächste Heimspiel gegen die Würzburger Kickers an. Bis dahin dürfte der Zustand des Rasens intern weiter Thema bleiben.
Die reine Rasenlänge lässt sich kurzfristig korrigieren. Die größere Frage ist jedoch, ob der MSV, die Stadt und die weiteren Nutzer des Stadions dauerhaft eine Lösung finden. Für Duisburg geht es nicht nur um Optik oder Komfort, sondern um Rahmenbedingungen, die im Ligabetrieb sportlich relevant werden können.



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