Der SV Waldhof Mannheim hat beim TSV Havelse eine 2:0-Führung verspielt und am Ende mit 2:3 verloren. Besonders schwer wiegt für die Blau-Schwarzen, dass sie auf die entscheidenden Mittel des Gegners vorbereitet waren. Terrence Boyd und Trainer Mota machten deshalb weniger die taktische Ausrichtung als vielmehr deren mangelhafte Umsetzung für den Einbruch verantwortlich.
Zwei starke Momente reichen Waldhof nicht
Innerhalb von nur zwei Minuten hatte sich Mannheim zunächst eine komfortable Ausgangslage geschaffen. In der 21. Minute überspielte Vincent Thill mit einem langen Pass das defensive Mittelfeld der Gastgeber. Lovis Bierschenk leitete den Ball zu Goncalo Gregorio weiter, der die Aktion mit einem präzisen Abschluss zum 1:0 vollendete. Nur wenig später erhöhte Thill selbst. Sein Schuss überwand Havelses Torhüter Omer Hanin und brachte den SVW in der 23. Minute mit 2:0 in Führung. Die Partie schien zu diesem Zeitpunkt klar in Richtung der Mannheimer zu laufen.
Doch bereits zwei Minuten später meldete sich Havelse zurück. Ein Ball hinter die Waldhof-Abwehr genügte, um Alexander Guiddir in Abschlussposition zu bringen. Claudio Kammerknecht konnte den Angreifer nicht mehr einholen, Torhüter Thijmen Nijhuis kam ebenfalls zu spät. Guiddir verkürzte auf 1:2.
Boyd kritisiert die vermeidbaren Gegentore
Für Terrence Boyd lag genau in dieser Szene eines der entscheidenden Probleme. Der 35-Jährige ärgerte sich nach dem Abpfiff darüber, dass die Mannschaft trotz klarer Vorbereitung in vorhersehbare Situationen geraten sei. Mannheim habe gewusst, dass Havelse bei entsprechendem Raum mit langen Bällen operieren würde. Boyd bezeichnete die Gegentreffer als „Kindergarten-Tore“. Seine Kritik richtete sich dabei ausdrücklich nicht nur an einzelne Mitspieler. Der Angreifer schloss sich selbst in die Verantwortung ein und verwies auf den Aufwand, den die Mannschaft während der Woche und im Spiel betrieben habe.
Umso enttäuschender war aus seiner Sicht, dass der SVW die Kontrolle nach dem 2:0 so schnell verlor. Statt die Führung abzusichern, ließ Mannheim den Gegner durch eigene Fehler wieder in die Begegnung zurückkehren.
Mota vermisst Konsequenz und Mentalität
Trainer Mota kam zu einer ähnlichen Bewertung. Seine Mannschaft sei auf die Spielweise des Aufsteigers vorbereitet gewesen, habe die Vorgaben auf dem Platz jedoch nicht konsequent umgesetzt. Nach dem zweiten Mannheimer Treffer habe offenbar das Gefühl eingesetzt, die Partie bereits entschieden zu haben. Der Coach kritisierte vor allem Einsatz und Mentalität. In diesen Bereichen müsse Waldhof mindestens auf Augenhöhe mit dem Gegner agieren. Das sei in Havelse nicht gelungen. Sein deutliches Urteil lautete: „So geht das nicht.“
Mit zunehmender Spieldauer häuften sich die Fehler. Nijhuis wehrte zwar zwei Strafstöße ab, beim zweiten Versuch landete der Ball jedoch erneut beim Schützen. Der anschließende Treffer bedeutete in der 57. Minute das 2:2. Havelse nutzte den wachsenden Rückenwind schließlich zur vollständigen Wende. In der 84. Minute setzte sich Leon Sommer im Kopfballduell knapp gegen Keumo durch und erzielte das 3:2. Auch diesem Gegentor war eine Situation vorausgegangen, die Mannheim bereits weit außerhalb des eigenen Strafraums konsequenter hätte verteidigen können.
Vor dem Heimspiel gegen den SC Verl steht Waldhof damit vor einer klaren Aufgabe: Die Mannschaft muss nicht ihre grundsätzliche Spielidee neu entwickeln, sondern Stabilität, Aufmerksamkeit und defensive Konsequenz über die gesamte Spielzeit auf den Platz bringen. Die Reaktionen von Boyd und Mota zeigen, dass die Ursachen intern klar benannt werden.



Diskussion eröffnen
Sachlich, fair und direkt über die 3. Liga diskutieren.