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Sieben Standardtore in drei Spielen: Hansas neue Waffe versetzt die 3. Liga in Alarmbereitschaft

Ein Einwurf wie ein Freistoß, enorme Präsenz bei Ecken und bereits vier direkte Torbeteiligungen bei Standards: Florian Carstens ist zum Gesicht einer auffälligen Rostocker Stärke geworden. Sieben der ersten zehn Saisontore des FC Hansa entstanden bei ruhendem Ball. Für die Gegner wird inzwischen fast jede Unterbrechung in Strafraumnähe zum Risiko.

Carstens wird zur besonderen Waffe

Kaum ein Rostocker verkörpert die neue Standardstärke so deutlich wie Florian Carstens. Der 27-jährige Innenverteidiger bereitete bereits zwei Treffer mit seinen weiten Einwürfen vor und traf nach Ecken zweimal selbst per Kopf. Damit kann Carstens gleich aus mehreren Positionen gefährlich werden. Von der Seitenlinie bringt er den Ball tief in den Strafraum, bei Eckbällen sucht er selbst mit Wucht den Abschluss.

Trainer Daniel Brinkmann bezeichnet ihn deshalb als „Waffe“. Besonders beeindruckt zeigte er sich nach der Partie gegen Saarbrücken von einer einstudierten Aktion, die nahezu „deckungsgleich“ mit einer Situation gegen Mannheim gewesen sei.

Sieben von zehn Toren fallen nach Standards

Carstens ist allerdings nur der auffälligste Teil eines Systems, das bemerkenswert zuverlässig funktioniert. Drei Rostocker Treffer fielen nach Ecken, zwei wurden durch Einwürfe vorbereitet. Hinzu kommen ein direkt verwandelter Freistoß und ein Elfmeter. In jeder der ersten drei Ligapartien traf Hansa mindestens einmal nach einem ruhenden Ball. Standards sind damit längst mehr als eine Zusatzoption. Verantwortlich für die Abläufe ist Co-Trainer Dirk Flock. Neben präzisen Hereingaben setzt Rostock auf abgestimmte Laufwege und Blockbewegungen, um seinen Kopfballspielern entscheidende Räume zu öffnen.

Selbst vorbereitete Gegner bekommen Probleme

Wie schwer diese Situationen zu verteidigen sind, musste auch Saarbrücken erfahren. Trainer Argirios Giannikis wusste um Rostocks Stärke, sah bei seiner Mannschaft aber Defizite in der entscheidenden Konsequenz. Wer bei solchen Situationen „nicht zum Ball“ gehe, vernachlässige eine grundlegende Aufgabe. Genau darin liegt derzeit Hansas Vorteil. Die Gegner kennen die Gefahr, können Standards über 90 Minuten aber kaum vollständig verhindern. Und ein kleiner Fehler in Zuordnung oder Zweikampfverhalten kann bereits reichen.

Für Carstens ist seine starke Form zugleich die passende Reaktion auf den groben Patzer gegen Mannheim. Seine Leistungen erhöhen zudem den Konkurrenzdruck in der Defensive, in der auch Kapitän Franz Pfanne um seinen Platz kämpfen muss. Hansas Standardserie ist deshalb weit mehr als eine kuriose Frühphasen-Statistik. Gerade in engen Partien besitzt Rostock damit eine verlässliche Möglichkeit, Spiele ohne langen Anlauf zu entscheiden. Und solange Carstens diese Mischung aus Reichweite, Kopfballstärke und Aggressivität liefert, dürfte bei jedem ruhenden Ball höchste Alarmstufe herrschen.

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