Der FC Hansa Rostock bleibt in dieser Drittliga-Saison weiterhin ohne Niederlage, doch die Stimmung nach dem 1:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden war trotzdem von Enttäuschung geprägt. Vor allem die fehlende Konsequenz vor dem gegnerischen Tor beschäftigt die Mannschaft von Trainer Daniel Brinkmann. Nach vier Spieltagen stehen zwar acht Punkte zu Buche, aus den beiden bisherigen Heimspielen sprang jedoch kein Sieg heraus.
Starker Auftritt bringt zunächst keinen Ertrag
Vor 24.556 Zuschauern im Ostseestadion bestimmten die Rostocker insbesondere vor der Pause das Geschehen. Hansa setzte Wiesbaden früh unter Druck, fand sowohl durch das Zentrum als auch über die Außenbahnen Lösungen und kontrollierte weite Teile des ersten Durchgangs. Was fehlte, war die Führung. Brinkmann bewertete die ersten 45 Minuten sogar als bislang stärkste Halbzeit seiner Mannschaft in dieser Saison. Angesichts des Spielverlaufs hätte der Trainer sein Team zur Pause gerne mit einem Vorsprung gesehen.
Genau darin lag nach dem Abpfiff der größte Kritikpunkt: Rostock spielte sich Vorteile heraus, machte daraus aber zu wenig. Linksverteidiger Niklas Kölle sprach angesichts der ersten Hälfte deshalb von „zwei verlorenen Punkten“.
Wallner nutzt Hansas Stärke bei Standards
Nach dem Seitenwechsel folgte zunächst doch noch die Belohnung. Wie bereits mehrfach in dieser Saison sorgte eine Standardsituation für Gefahr. Lukas Wallner verwertete in der 53. Minute einen Eckball per Kopf zum 1:0. Mit der Führung veränderte sich allerdings das Spiel der Gastgeber. Statt die bis dahin vorhandene Kontrolle auszubauen, überließ Hansa dem Gegner zunehmend mehr Spielanteile. Wallner bemängelte anschließend, dass seiner Mannschaft nach dem Treffer Ballkontrolle und Sicherheit abhandengekommen seien.
Auch Brinkmann störte sich an dieser Phase. Rostock sei nach einer zunächst noch dominanten Sequenz zunehmend zurückgewichen. Wiesbaden nutzte schließlich eine seiner wenigen klaren Möglichkeiten und kam zum Ausgleich.
Zwei Heimspiele, vier verlorene Punkte?
Der Frust bei Hansa speist sich dabei nicht allein aus dem Wiesbaden-Spiel. Bereits beim ersten Heimauftritt der Saison gegen Waldhof Mannheim hatte Rostock beim 3:3 Punkte liegen gelassen. Damals war die Ausgangslage allerdings eine andere: Die Hanseaten mussten einen Rückstand von zwei Toren aufholen. Gegen Wiesbaden dagegen hatte Hansa das Spiel über längere Zeit selbst in der Hand. Deshalb fällt die Bewertung trotz des weiterhin ordentlichen Saisonstarts kritischer aus. Brinkmann verwies zwar auf acht Punkte aus vier Begegnungen und damit einen Schnitt von zwei Zählern pro Spiel. Gleichzeitig machte er deutlich, wie sehr ihn die beiden verpassten Heimsiege ärgern.
Für Rostock ergibt sich damit früh in der Saison ein klarer Ansatzpunkt. Die Leistungen reichen bislang aus, um konstant zu punkten, und auch spielerisch zeigte die Mannschaft gegen Wiesbaden über weite Strecken eine überzeugende Vorstellung. Soll daraus jedoch regelmäßig die maximale Ausbeute entstehen, muss Hansa seine Überlegenheit früher in Tore umwandeln und Führungen souveräner verwalten.



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