Der SV Waldhof Mannheim hat gegen Rot-Weiss Essen innerhalb kürzester Zeit einen möglichen Heimsieg aus der Hand gegeben. Nach der eigenen Führung drehte RWE die Partie binnen weniger als zwei Minuten zum 2:1. Überschattet wurde das sportliche Geschehen anschließend von einer hitzigen Auseinandersetzung, in deren Mittelpunkt Waldhof-Trainer Rui Mota stand.
Zwei Minuten verändern das Spiel
Lange deutete im Mannheimer Carl-Benz-Stadion wenig auf eine turbulente Schlussphase hin. Am sechsten Spieltag der 3. Liga entwickelte sich zunächst eine umkämpfte Begegnung, in der beide Mannschaften Möglichkeiten hatten, ohne vor der Pause einen Treffer zu erzielen. Nach dem Seitenwechsel fand der SV Waldhof zunehmend besser in die Partie und ging schließlich mit 1:0 in Führung. Statt den Schwung zu nutzen und auf die Entscheidung zu drängen, verlor Mannheim anschließend jedoch schnell die Kontrolle.
Eine Ecke leitete den Essener Ausgleich ein. Ausgerechnet Janne Sietan traf gegen seinen früheren Verein zum 1:1 und verzichtete aus Verbundenheit mit dem SVW auf einen Jubel. Nicht einmal zwei Minuten nach der Mannheimer Führung war die Partie schließlich komplett gekippt: Essen legte nach und stellte auf 2:1. Auch danach ergaben sich für den Waldhof noch Gelegenheiten, am Resultat änderte sich jedoch nichts mehr. Nach sechs Spieltagen steht Mannheim damit in der unteren Tabellenhälfte.
Mota vermisst Konsequenz nach dem 1:0
Trainer Rui Mota sah vor allem im Verhalten seiner Mannschaft nach der Führung den entscheidenden Ansatzpunkt. Der SVW habe nach der Pause Räume gefunden und sich Chancen erarbeitet. Nach dem 1:0 sei seine Mannschaft jedoch zunehmend ins Rückwärtsspiel geraten. Aus Sicht des Trainers hätte Mannheim wesentlich entschlossener auf den zweiten Treffer spielen müssen. Dass der Waldhof trotz des Rückstands noch Möglichkeiten besaß, verstärkte bei Mota den Ärger über das Resultat. Seiner Mannschaft bescheinigte er eine Leistung, die aus seiner Sicht mehr Ertrag verdient gehabt hätte.
Auf Essener Seite überwog dagegen die Zufriedenheit. RWE-Trainer Uwe Koschinat wertete insbesondere die Reaktion auf den Rückstand als Zeichen der Entwicklung seiner Mannschaft. Waldhof sei zunächst griffiger aufgetreten, Essen habe sich jedoch zurück in die Begegnung gearbeitet.
Tumulte nach dem Schlusspfiff
Das 1:2 geriet unmittelbar nach Spielende allerdings beinahe zur Nebensache. Zwischen den Verantwortlichen beider Vereine kam es auf dem Rasen zu einer aufgeheizten Situation. Mota bewegte sich dabei in Richtung Koschinat und musste von Waldhof-Sportchef Gerhard Zuber zurückgehalten werden. Auch Essener Spieler mischten sich lautstark ein. Zuber führte die Eskalation anschließend auf Provokationen von der gegnerischen Bank zurück und kritisierte, dass der SV Waldhof bei vergleichbaren Vorfällen aus seiner Sicht häufig besonders negativ dargestellt werde.
Koschinat äußerte sich nach der Partie zurückhaltend zu den Vorgängen. Mota verzichtete auf eine ausführliche Stellungnahme, räumte jedoch ein, dass die Szenen nach dem Abpfiff kein gutes Bild abgegeben hätten.
Niederlage mit doppeltem Nachhall
Für den Waldhof bleibt damit nicht nur eine sportlich besonders ärgerliche Niederlage. Die Mannschaft hatte das Spiel nach der Führung eigentlich auf ihre Seite gezogen, gab diesen Vorteil aber praktisch unmittelbar wieder aus der Hand. Mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit dürfte nun die Frage erhalten, wie die Vorkommnisse nach Spielende bewertet werden. Für Mannheim gilt es unabhängig davon, die kurze Phase nach dem 1:0 aufzuarbeiten. Gegen einen direkten Konkurrenten reichten wenige unkonzentrierte Momente, um aus einer Führung eine Heimniederlage werden zu lassen.



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