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MSV-Coach Hirsch nach Pfiffen sauer: „Wir sind doch keine Maschinen“

Foto: Lars Zimmermann Sportfotografie

Der MSV Duisburg hat gegen den TSV Havelse spät mit 2:1 gewonnen, doch nach dem Abpfiff beschäftigte Dietmar Hirsch nicht nur der mühsame Auftritt seiner Mannschaft. Der Trainer reagierte vor allem auf die Pfiffe, die bereits während der schwachen ersten Halbzeit von den Rängen gekommen waren. Für die Kritik am eigenen Team zeigte der 54-Jährige wenig Verständnis.

Hirsch fordert Rückendeckung von den Rängen

Sportlich konnte der MSV den nächsten Erfolg verbuchen. Gegen Havelse mussten sich die Duisburger den Sieg allerdings hart erarbeiten und drehten die Partie erst in der Schlussphase in Überzahl. Für Hirsch gehörten solche schwierigen Spielverläufe zum Fußball dazu. Gerade deshalb störte ihn die Reaktion eines Teils des Publikums. Seine Mannschaft sei seit Monaten zu Hause ungeschlagen und könne dennoch nicht in jeder Partie dominieren.

Meint ihr, wir schießen hier jeden aus dem Stadion?“, fragte der Trainer nach dem Spiel. Seine Spieler hätten es aus seiner Sicht nicht verdient, nach einer schwächeren Phase ausgepfiffen zu werden. Hirsch machte deutlich, dass er in solchen Situationen öffentlich hinter seiner Mannschaft stehen werde. Dabei verlangte der Coach nicht nur Anerkennung für die eigenen Leistungen. Auch der Gegner müsse ernst genommen werden. Havelse habe Duisburg vor große Probleme gestellt und in bisherigen Niederlagen stets nur knapp den Kürzeren gezogen.

Schwacher erster Durchgang sorgt für deutliche Kabinenansprache

Dass die Kritik an der spielerischen Leistung in den ersten 45 Minuten berechtigt war, stellte Hirsch selbst nicht infrage. Er sah zwei deutlich unterschiedliche Halbzeiten. Vor der Pause fehlten dem MSV aus Sicht des Trainers Tempo und Mut im Spielaufbau. Zu häufig sei der Ball in der hinteren Reihe zirkuliert, während im Mittelfeld Anspielstationen fehlten. Duisburg habe dadurch kaum Dynamik entwickeln können und sei mit zunehmender Spieldauer unsicherer geworden.

In der Kabine reagierte Hirsch entsprechend. Er bestätigte, seine Mannschaft mit deutlich lauteren Worten angesprochen zu haben. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich anschließend ein anderes Bild: Duisburg erhöhte den Druck und arbeitete weiter daran, die Partie noch zu drehen. Der späte Sieg sei zwar glücklich zustande gekommen, nach Einschätzung des Trainers aber auch das Resultat der deutlich verbesserten zweiten Hälfte gewesen.

Rotation gilt für Hirsch nicht als Ausrede

Die Belastung der Englischen Woche und die damit verbundenen Veränderungen in der Startelf wollte Hirsch nicht als Erklärung für die Probleme gelten lassen. Wer seine Chance bekomme, müsse diese auch nutzen. Der Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders ändere nichts am Leistungsanspruch. Damit verbindet der Duisburger Trainer zwei klare Botschaften: Von seinen Spielern erwartet er unabhängig von der Besetzung eine entsprechende Leistung. Gleichzeitig verlangt er von den Zuschauern, auch schwierigere Phasen mitzutragen.

Dass nach dem späten Siegtreffer wieder ausgelassen gejubelt wurde, registrierte Hirsch mit einem Seitenhieb. Im Fußball schlage die Stimmung schnell in die eine oder andere Richtung um. Für den MSV bleiben am Ende drei weitere Punkte. Der Spielverlauf gegen Havelse zeigte allerdings auch, dass Duisburg nicht jede Aufgabe spielerisch kontrollieren wird. Hirschs Reaktion nach Abpfiff machte zugleich deutlich, dass er in solchen Phasen die Verantwortung für seine Mannschaft übernimmt und von den Rängen mehr Geduld erwartet.

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