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Nach dem Pokal-Aus: SC Verl kündigt interne Aufarbeitung an

Für den SC Verl bleibt nach dem Westfalenpokal-Aus nur noch die Liga als Weg in den nächsten DFB-Pokal. Eine Lücke im kalkulierten Etat entsteht durch das Scheitern in Gievenbeck zwar nicht. Doch der Verein hat eine wichtige sportliche und wirtschaftliche Möglichkeit verspielt – und Verwaltungsratssprecher André Theilmeier sieht erheblichen Gesprächsbedarf.

Die Niederlage hat dem Sportclub gleich mehrere Perspektiven genommen: Mit dem 10:11 nach Elfmeterschießen beim Oberligisten 1. FC Gievenbeck endete im Achtelfinale nicht nur die Titelverteidigung. Auch die Aussicht auf ein regionales Derby ist dahin. Gegenüber der „Neuen Westfälischen“ macht Theilmeier deutlich, dass ihn dabei weniger die Unwägbarkeiten eines Pokalwettbewerbs beschäftigen als die Frage, mit welcher Haltung Verl diese Aufgabe angegangen ist.

DFB-Pokal bleibt möglich – aber nur über die Ligaplatzierung

Wie wertvoll ein erfolgreicher Westfalenpokal für den Drittligisten sein kann, zeigte die vergangene Austragung. Durch den Finalsieg gegen die Sportfreunde Lotte qualifizierte sich Verl für den DFB-Pokal und empfing anschließend den Hamburger SV vor ausverkauften Rängen. Sportlich endete der Auftritt mit einer 0:3-Niederlage, die Gelegenheit zu einem solchen Heimspiel hatte sich der Verein aber zuvor selbst erarbeitet. Diese Möglichkeit über den Landeswettbewerb besteht nun nicht mehr. Für eine erneute Teilnahme müsste der Sportclub die Saison in der 3. Liga unter den ersten vier Mannschaften abschließen. Eine Qualifikation ist damit weiterhin erreichbar, setzt allerdings eine entsprechend erfolgreiche gesamte Ligasaison voraus.

Die laufende Finanzplanung muss Verl wegen des Ausscheidens nicht verändern. Pokaleinnahmen sind im Etat grundsätzlich nicht berücksichtigt. Nach Theilmeiers Darstellung ist der Westfalenpokal selbst ohnehin kein Wettbewerb, aus dem der Verein einen wirtschaftlichen Gewinn zieht. Entscheidend ist seine Funktion als Zugang zum DFB-Pokal. Entsprechend unterscheidet der Verwaltungsratssprecher zwischen einem fehlenden Budgetposten und einer vergebenen Gelegenheit: „Wir haben uns aber zumindest das Potenzial auf ein Geschäft kaputtgemacht.“

Auch die Aussicht auf das Gütersloh-Derby ist dahin

Zum sportlichen Rückschlag kommt ein weiterer Verlust: Ein mögliches Viertelfinale beim FC Gütersloh findet für den SC Verl nicht statt. Theilmeier hätte darin eine Gelegenheit gesehen, den Verein in der Region zu präsentieren und mit einem attraktiven Nachbarschaftsduell zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ein Pflichtspiel zwischen beiden Klubs liegt lange zurück. Zuletzt begegneten sie sich am 22. April 2007 in der Oberliga Westfalen. Gütersloh gewann damals im Heidewald mit 4:1. Im Westfalenpokal hat es diese Paarung bislang noch überhaupt nicht gegeben.

Die Kritik richtet sich gegen den Auftritt

Den entscheidenden Ansatzpunkt für die Aufarbeitung sieht Theilmeier auf dem Platz. Er war in Gievenbeck selbst vor Ort und erlebte einen Gastgeber, der entschlossen in die Zweikämpfe ging und seine Chance suchte. Bei der Verler Mannschaft vermisste er dagegen die Bereitschaft, sich auf die Aufgabe einzulassen. Auch die Körpersprache missfiel ihm. Dabei hatte bereits die vorherige Pokalrunde Anlass zur Vorsicht geboten. Gegen Rot-Weiß Maaslingen, ebenfalls Oberligist, setzte sich Verl nur knapp mit 3:2 durch. Für Theilmeier hätte diese Begegnung als Warnung ausreichen müssen: „Mit einer 08/15-Einstellung kommt man im Westfalenpokal nicht weiter. Das stört mich massiv.“

Nun soll der Auftritt intern untersucht werden. „Jeder, der dazu beigetragen hat, wird angehört“, kündigt Theilmeier an. Öffentlich einzelne Verantwortliche herauszugreifen, lehnt er dagegen ab. Seinen grundsätzlichen Maßstab lässt der Verwaltungsratssprecher dennoch erkennen: Der SC Verl müsse im Westfalenpokal das Endspiel anstreben. Eine Garantie auf den Titel gebe es nicht. Dass die Mannschaft schon im Achtelfinale ausschied, obwohl die Bedeutung des Wettbewerbs allen Beteiligten bekannt sei, bewertet er jedoch als „mehr als fahrlässig“.

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