Vom Jungen auf der Tivoli-Tribüne zum Zweitligaprofi: Faton Ademi verlässt Alemannia Aachen und wechselt zur SpVgg Greuther Fürth. Der Abschied trifft den 20-Jährigen ebenso wie seinen Heimatverein, doch die Chance auf den nächsten Karriereschritt wollte ihm am Tivoli niemand verwehren.
Zwischen Aufbruch und schwerem Abschied
Aachen bleibt seine Heimat, der Tivoli ein besonderer Ort. Dennoch beginnt für Faton Ademi nun ein neues Kapitel. Das Eigengewächs der Schwarz-Gelben schließt sich dem Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth an. Über die finanziellen Bedingungen des Transfers haben beide Klubs Stillschweigen vereinbart. Die Entscheidung für den Wechsel sei ihm alles andere als leichtgefallen, betont Ademi. Schon als Kind habe er auf den Rängen des Tivoli gestanden und den Profis zugejubelt. Später selbst im schwarz-gelben Trikot aufzulaufen, sei für ihn der Traum vieler Aachener Jungen gewesen.
Entsprechend emotional fällt sein Abschied aus. Es sei ihm „eine Ehre“ gewesen, für die Alemannia zu spielen. Gleichzeitig überwiegt die sportliche Chance, sich künftig in der 2. Bundesliga beweisen zu dürfen. Auch nach seinem Wechsel werde er die Ergebnisse seines Heimatvereins genau verfolgen und der Mannschaft „bei jedem Spiel fest die Daumen drücken“.
Alemannia erfüllt Ademis Wechselwunsch
Aus sportlicher Sicht verliert Aachen einen Spieler, der sich innerhalb kurzer Zeit zu einer festen Größe entwickelt hatte. Dennoch entsprach die Vereinsführung seinem Wunsch, den nächsten Schritt zu gehen. Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi spricht von einer Entscheidung „mit viel Wehmut“. Ademi sei nicht nur ein herausragender Fußballer, sondern auch menschlich eine Bereicherung gewesen. Besonders dessen mutige und unbekümmerte Spielweise sowie seine Bereitschaft, sich jederzeit in den Dienst der Mannschaft zu stellen, hätten ihn ausgezeichnet.
Als der Mittelfeldspieler mit dem klaren Ziel auf den Verein zukam, in die 2. Bundesliga wechseln zu wollen, stellte sich die Alemannia nicht quer. Ademi bedankte sich ausdrücklich bei Azzouzi dafür, dass ihm dieser Schritt ermöglicht wurde. In Aachen, versicherte der Sportgeschäftsführer, werde das Eigengewächs auch künftig „immer einen Platz“ haben.
Vom Nachwuchsspieler zur festen Größe
Ademis Verbindung zur Alemannia reicht bis weit in seine Jugend zurück. Fast seine gesamte fußballerische Ausbildung absolvierte der gebürtige Aachener im Nachwuchszentrum des Klubs. Lediglich zwischen 2019 und 2021 spielte er für den SV Eilendorf. In der Saison 2024/25 öffnete sich schließlich die Tür zur Profimannschaft. Sein Debüt gab Ademi in der ersten Runde des Bitburger-Pokals gegen den Horremer SV. Noch in derselben Spielzeit folgte sein erster Einsatz in der 3. Liga.
Danach ging seine Entwicklung rasant weiter. In der vergangenen Saison erarbeitete sich der 20-Jährige einen festen Platz im Aachener Mittelfeld und etablierte sich zugleich in der U21-Nationalmannschaft des Kosovo. Für die Kaiserstädter kam er in der 3. Liga und im Landespokal insgesamt auf 45 Einsätze. Dabei erzielte er acht Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor.
Fürth bekommt einen „Mentalitätsspieler“
Auch Cheftrainer Mersad Selimbegovic verbindet den Abschied mit Stolz und Bedauern. Greuther Fürth dürfe sich auf einen „absoluten Mentalitätsspieler“ freuen, erklärte der Alemannia-Coach. Dass ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zunächst den Sprung in den Profifußball schafft und sich anschließend für eine höhere Liga empfiehlt, besitzt für Selimbegovic besonderen Wert. Ademi habe sich diese Möglichkeit durch harte Arbeit in den vergangenen Jahren verdient. Der Trainer freue sich über dessen Aufstieg in die 2. Bundesliga, räumt aber zugleich ein, dass er den Mittelfeldspieler in Aachen vermissen werde.
Für Ademi endet damit eine prägende Etappe seiner noch jungen Laufbahn. Er verlässt den Tivoli nicht als gewöhnlicher Abgang, sondern als Aachener, der den Weg von der Tribüne über den Nachwuchs bis in die Profimannschaft gegangen ist. In Fürth wartet nun die nächste Bewährungsprobe. Die Verbindung zu seiner Heimat dürfte der Wechsel jedoch kaum lösen.



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