Fortuna Düsseldorf steht vor einem tiefgreifenden Wechsel im wichtigsten Kontrollgremium des Vereins. Mit Björn Borgerding, Sebastian Fuchs und Dirk Böcker verzichten gleich drei bisher prägende Aufsichtsräte auf eine erneute Kandidatur. Damit geht es bei der Mitgliederversammlung am 15. November nicht mehr um die Bestätigung der bisherigen Führung, sondern um die Frage, wer den Drittligisten künftig kontrolliert und strategisch begleitet.
Neue Spitze im Aufsichtsrat steht fest
Eine Entscheidung ist bereits vor der eigentlichen Wahl gefallen: Fortuna wird nach der Mitgliederversammlung einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden bekommen. Borgerding, der seit Anfang 2020 an der Spitze des Gremiums steht, tritt ebenso wenig wieder an wie sein Stellvertreter Fuchs. Auch Böcker beendet seine Tätigkeit nach Ablauf der laufenden Amtszeit. Der Verein bestätigte die drei Rückzüge am Sonntag.
Damit entfällt zugleich eine mögliche Abstimmung über die Arbeit der bisherigen Führung. Gerade Borgerding und Fuchs waren nach dem Abstieg in die 3. Liga und den personellen Entscheidungen der vergangenen Monate verstärkt in die Kritik geraten. Nun werden die Mitglieder nicht darüber entscheiden, ob beide weitermachen sollen – sondern darüber, wie das Kontrollgremium ohne sie aussehen wird. Für Fortuna bedeutet das einen klaren Schnitt. Der neue Aufsichtsrat wird die weitere Arbeit des Vorstands begleiten und damit auch die Aufgabe haben, den sportlichen und strukturellen Neuaufbau des Drittligisten zu kontrollieren.
Mitglieder bekommen erheblichen Einfluss
Am 15. November werden fünf Aufsichtsratsposten durch die Mitgliederversammlung vergeben. Tim Greiner Mai und Horst Peters hatten ihre erneuten Kandidaturen bereits hinterlegt. Der frei gewordene Sitz von Martina Voss-Tecklenburg gehört dagegen nicht zu diesen fünf Wahlplätzen und soll später durch den Wahlausschuss neu besetzt werden. Peter Frymuth wurde bereits für eine weitere Amtszeit berufen.
Damit bekommt die Wahl zusätzliches Gewicht. Statt mehrerer etablierter Kontrolleure, die ihren Platz verteidigen, können sich neue Bewerber für zentrale Positionen im Verein empfehlen. Nach Medienberichten zählen unter anderem der frühere Metro-Chef Steffen Greubel, Messe-Geschäftsführer Marius Berlemann und der ehemalige Thalia-Chef Michael Busch zum Bewerberfeld. Wer anschließend den Vorsitz übernimmt, entscheidet allerdings nicht die Mitgliederversammlung unmittelbar. Zunächst bestimmen die Mitglieder die Zusammensetzung des Gremiums.
Debatte um Einfluss der Fanszene bleibt
Borgerdings Rückzug beendet zudem nicht automatisch die Diskussion über den Einfluss verschiedener Gruppen innerhalb des Mitgliedervereins. Der bisherige Vorsitzende kam selbst aus der Fanszene und galt vor seiner Wahl an die Spitze als gut mit Teilen der Ultras vernetzt. „VierNull“ wertet den Rückzug deshalb nicht als Ende des Einflusses der organisierten Fanszene. Welche Rolle einzelne Gruppen bei der neuen Zusammensetzung tatsächlich spielen werden, lässt sich derzeit jedoch nicht belastbar bestimmen. Entscheidend ist zunächst, welche Kandidaten zugelassen werden, wie sie sich den Mitgliedern präsentieren und welche Mehrheiten sie am 15. November erhalten.
Für Fortuna beginnt damit auf Führungsebene eine neue Phase. Der Rückzug von Borgerding, Fuchs und Böcker nimmt der Mitgliederversammlung zwar einen möglichen Konflikt um die bisherige Spitze. Die wichtigere Entscheidung bleibt jedoch bestehen: Die Mitglieder legen fest, welche Personen den Neustart in der 3. Liga künftig aus dem Aufsichtsrat heraus begleiten.



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