Patrick Fabian ist bei Fortuna Düsseldorf künftig deutlich näher an Mannschaft und Trainerteam. Der 38-Jährige übernimmt die bislang vakante Position des Sportdirektors und soll dabei nicht nur intern eine zentrale Schnittstelle bilden. Auch an Spieltagen bekommt der frühere Bochumer eine wichtige Rolle – direkt auf der Bank neben Trainer Alexander Ende.
Fabian rückt näher an Mannschaft und Trainerteam
Fortuna Düsseldorf hat die sportliche Führungsstruktur neu geordnet. Patrick Fabian, bislang als administrativer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums tätig, übernimmt beim Drittligisten die Position des Sportdirektors. Am Montag stellte sich der 38-Jährige bereits bei Mannschaft und Trainerstab in seiner neuen Funktion vor. Eine seiner ersten Aufgaben wird darin bestehen, schnell eine enge Verbindung zur Mannschaft aufzubauen. Fabian setzt dabei vor allem auf einen offenen Umgang. „Je schneller das Vertrauen da ist, desto besser“, erklärte er gegenüber „BILD“. Grundsätzlich sei er jemand, der seinem Umfeld zunächst viel Vertrauen entgegenbringe.
Für Fabian ist die Arbeit im Profibereich keineswegs Neuland. Einen Großteil seiner Laufbahn verbrachte er beim VfL Bochum. Insgesamt war er dort 18 Jahre aktiv, führte die Mannschaft zeitweise als Kapitän aufs Feld und wechselte nach seinem Karriereende auf die Funktionärsseite. Zunächst arbeitete er als Assistent der Geschäftsführung, später übernahm er selbst Verantwortung in leitender Position.
Neue Aufgabe auch an der Seitenlinie
Bei Fortuna soll Fabian jedoch nicht ausschließlich im Hintergrund arbeiten. Der neue Sportdirektor wird bei den Drittligaspielen künftig ebenfalls auf der Bank Platz nehmen und damit eine Aufgabe übernehmen, die zuvor Christian Weber innehatte. Weber ist mittlerweile beim SV Elversberg tätig. Fabian soll Trainer Alexander Ende und dessen Stab vor allem in Situationen entlasten, die nichts mit der unmittelbaren sportlichen Steuerung der Mannschaft zu tun haben. Dazu gehört insbesondere die Kommunikation mit dem vierten Offiziellen. Auch bei Diskussionen zwischen den beiden Trainerbänken kann der Sportdirektor eingreifen.
Für Ende könnte das durchaus wichtig werden. Statt sich selbst regelmäßig in Wortgefechte einzuschalten, kann sich der 47-Jährige stärker auf das Spiel und seine Mannschaft konzentrieren. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass der Trainer wegen emotionaler Auseinandersetzungen selbst mit einer Verwarnung oder einem Platzverweis bestraft wird.
Fabian kündigt emotionale Präsenz an
Dass Fabian diese Rolle zurückhaltend interpretieren wird, ist eher nicht zu erwarten. Der frühere Verteidiger bezeichnet sich selbst weiterhin als emotionalen Menschen. Zwar habe ihn seine Erfahrung mit den Jahren gelassener gemacht, völlig ruhig werde er Spiele von der Bank aber nicht verfolgen. „Der Vulkan kann natürlich auch mal ausbrechen“, sagte Fabian über sein mögliches Auftreten an der Seitenlinie. Zur Aufgabe gehöre es für ihn, Präsenz zu zeigen und das Trainerteam bei Bedarf auch im Austausch mit den Unparteiischen zu unterstützen.
Damit besetzt Fortuna eine Rolle, die angesichts des bisherigen Saisonverlaufs zusätzliche Bedeutung bekommen könnte. In Düsseldorf gab es bereits mehrfach Diskussionen über aus Sicht des Vereins strittige Schiedsrichterentscheidungen. Künftig steht mit Fabian ein Verantwortlicher bereit, der solche Situationen auffangen kann. Für den neuen Sportdirektor beginnt damit eine Aufgabe mit mehreren Ebenen: Er soll sportliche Führung vermitteln, Vertrauen innerhalb der Mannschaft aufbauen und gleichzeitig an Spieltagen unmittelbar neben dem Trainerteam Verantwortung übernehmen.



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