Der 1. FC Saarbrücken hat die Gelegenheit verpasst, in der Tabelle der 3. Liga auf den zweiten Platz vorzurücken. Beim Aufsteiger Fortuna Köln kam die Mannschaft von Trainer Argirios Giannikis nicht über ein 0:0 hinaus. Nach drei Wochen ohne Pflichtspiel fehlten den Saarländern vor allem in der Offensive die nötige Präzision und Durchschlagskraft. Während die Defensive erneut stabil stand, übten Trainer und Torhüter Matteo Bignetti anschließend durchaus Selbstkritik.
Giannikis bemängelt fehlende Geduld
Mit dem Ergebnis konnte Argirios Giannikis nur bedingt zufrieden sein. Zwar blieb seine Mannschaft auch im vierten Auswärtsspiel der Saison ungeschlagen, doch angesichts der Möglichkeiten wäre durchaus mehr drin gewesen. Besonders ärgerlich: Mit einem Sieg hätte sich der FCS bis auf Tabellenplatz zwei verbessern können. Der Saarbrücker Trainer sah die Probleme vor allem im Umgang mit dem Ball. Nach einem vielversprechenden Beginn habe seine Mannschaft zunehmend die Geduld verloren und dadurch unnötige Fehler im Passspiel produziert. Dabei habe die grundsätzliche Ausrichtung durchaus gestimmt.
„Wir haben den Matchplan gut umgesetzt, waren in den Räumen da und hatten genug, um das Spiel zu gewinnen“, erklärte Giannikis nach der Begegnung. Dass seine Mannschaft spielerisch nicht ihr bestes Niveau erreichte, führte der 46-Jährige zumindest teilweise auf die ungewöhnlich lange Unterbrechung zurück. Besonders positiv bewertete er dagegen die Defensivarbeit. Trotz der Schwierigkeiten im Spielaufbau gelang es den Saarbrückern, einen Gegentreffer zu verhindern. Für Giannikis war das ein wichtiger Aspekt einer insgesamt durchwachsenen Vorstellung.
Frühe Führung verpasst, spät den Sieg vergeben
Wie knapp der FCS an einem anderen Spielverlauf vorbeischrammte, zeigte sich bereits in der Anfangsphase. Die Gäste fanden zunächst gut in die Partie und hätten früh in Führung gehen können. Alexander Staff ließ jedoch in der vierten Minute eine aussichtsreiche Gelegenheit ungenutzt. Anschließend verlor Saarbrücken zunehmend den offensiven Rhythmus. Gegen die gut organisierte Fortuna fehlten häufig die passenden Lösungen, um gefährlich in den Strafraum vorzudringen. Die Gastgeber gewannen dagegen nach dem Seitenwechsel an Sicherheit und erhöhten den Druck auf die Saarbrücker Hintermannschaft.
Dass die Gäste dennoch mit drei Punkten hätten nach Hause fahren können, zeigte eine Szene unmittelbar vor dem Abpfiff. Nach einem Zuspiel von Caliskaner kam Gleiber in der 90. Minute aus rund 14 Metern zum Abschluss, setzte den Ball allerdings deutlich über das Tor. So blieb es bei einer torlosen Begegnung, in der beide Mannschaften ihre Möglichkeiten nicht konsequent genug nutzten.
Bignetti fordert mehr Qualität im Offensivspiel
Auch Matteo Bignetti sah nach dem Schlusspfiff keinen Anlass, die Leistung schönzureden. Der Saarbrücker Schlussmann hob zwar die konzentrierte Arbeit gegen den Ball hervor, erkannte im Angriffsspiel jedoch erheblichen Verbesserungsbedarf. „Wir haben defensiv gut gearbeitet. Deshalb stand die Null“, erklärte Bignetti. Gleichzeitig räumte er ein, dass es seiner Mannschaft kaum gelungen sei, offensiv die gewünschten Akzente zu setzen.
Neben der dreiwöchigen Spielpause erschwerten aus seiner Sicht auch die Platzverhältnisse den Wiedereinstieg in den Ligabetrieb. Als grundsätzliche Entschuldigung wollte er diese Umstände allerdings nicht verstanden wissen. Die Mannschaft müsse den Anspruch haben, auch unter schwierigen Bedingungen bessere Lösungen zu finden. Damit deckte sich seine Einschätzung weitgehend mit der seines Trainers. Saarbrücken präsentierte sich defensiv zuverlässig, konnte aus den eigenen Ballbesitzphasen jedoch zu wenig Kapital schlagen.
Gegen Duisburg wartet die nächste Bewährungsprobe
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt den Saarländern nicht. Bereits am Dienstag um 19 Uhr empfängt der FCS mit dem MSV Duisburg den aktuellen Tabellenführer. Die Begegnung wird live bei MagentaSport übertragen. Nach dem verpassten Auswärtssieg in Köln bietet sich damit unmittelbar die nächste Gelegenheit, im Kampf um die Spitzenplätze wichtige Punkte zu sammeln.
Dafür dürfte insbesondere eine Steigerung im Angriff erforderlich sein. Die defensive Stabilität bildet weiterhin eine solide Grundlage, doch gegen die Konkurrenz aus der oberen Tabellenregion wird Saarbrücken seine vorhandenen Chancen konsequenter nutzen müssen. Das torlose Remis in Köln hat gezeigt, dass zwischen einer ordentlichen und einer erfolgreichen Leistung manchmal nur wenige entscheidende Aktionen liegen.



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