Nach zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage hat es Rot-Weiss Essen wieder erwischt. Beim FC Ingolstadt musste sich die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat mit 0:1 geschlagen geben und verpasste damit den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Vor allem die ungenutzten Möglichkeiten im ersten Durchgang ärgerten den RWE-Coach. Nach der Partie sprach Koschinat zudem über die angespannte Personalsituation und die Qualität seines Kaders.
Koschinat hadert mit vergebenen Möglichkeiten
Es war ein Nachmittag, an dem für Rot-Weiss Essen deutlich mehr möglich gewesen wäre. Über weite Strecken der ersten Halbzeit bestimmten die Gäste das Geschehen, erspielten sich aussichtsreiche Situationen und setzten die Ingolstädter Defensive immer wieder unter Druck. Der entscheidende Unterschied: Ein Treffer wollte nicht gelingen. Bereits in der Anfangsphase jubelte RWE kurzzeitig, doch ein Tor wurde aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt. Auch danach blieben die Essener gefährlich. Jannik Hofmann sorgte über die rechte Seite für Betrieb, während Dickson Abiama, Marek Janssen und Noah Pesch weitere Möglichkeiten ungenutzt ließen.
Dass seine Mannschaft aus dieser Phase keinen Ertrag mitnahm, beschäftigte Koschinat auch nach dem Abpfiff. Der 54-Jährige brachte das entscheidende Versäumnis auf den Punkt: „Wir hätten heute ein ganz anderes, ein leichteres Spiel haben können, wenn wir unsere Möglichkeiten in der ersten Halbzeit genutzt hätten.“ Tatsächlich hätte Essen die Begegnung frühzeitig in die gewünschte Richtung lenken können. Stattdessen ging es torlos in die Kabinen und unmittelbar nach Wiederbeginn nahm die Partie eine für RWE ungünstige Wendung.
Ein Gegentor verändert die Ausgangslage
Nur zwei Minuten nach dem Seitenwechsel schlugen die Gastgeber zu. Nach einer Ecke von Dennis Kaygin setzte sich Jonas Scholz im Strafraum durch und köpfte auf das Essener Tor. Schlussmann Jakob Golz konnte den Ball nicht entscheidend abwehren, sodass dieser die Linie überquerte. Für Ingolstadt war das 1:0 der Startschuss zu einer deutlich stärkeren zweiten Halbzeit. Die Mannschaft von Achim Beierlorzer spielte nun selbstbewusster nach vorne. Benjamin Kanuric und Lars Lokotsch hatten sogar Möglichkeiten, die Führung auszubauen.
Auf der anderen Seite versuchte Koschinat, mit personellen Veränderungen neue Impulse zu setzen. Unter anderem kamen Lucas Brumme und Ekin Celebi ins Spiel. Doch der erhoffte Ausgleich blieb aus. Auch zwei Situationen, in denen die Essener einen Elfmeter forderten, führten nicht zum gewünschten Strafstoß.
Koschinat spricht über die Kadersituation
Neben der sportlichen Aufarbeitung rückte nach der Partie auch die personelle Situation bei Rot-Weiss Essen in den Fokus. Angesichts der Belastung durch die englische Woche und der begrenzten personellen Möglichkeiten verwies Koschinat auf die Zusammensetzung seines Aufgebots. „Ich glaube, jedem leuchtet ein, wenn man zwei U19-Spieler im Kader hat, in einer englischen Woche, dass wir einen kleinen Kader, aber einen super leistungsstarken Kader haben“, erklärte der RWE-Trainer. Damit machte Koschinat deutlich, dass er trotz der überschaubaren Kadergröße von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt ist. Gerade in Phasen mit mehreren Spielen innerhalb weniger Tage kommt es allerdings darauf an, die vorhandenen Kräfte gezielt einzusetzen.
Die Niederlage in Ingolstadt dürfte dennoch weniger auf die personellen Möglichkeiten als auf die fehlende Konsequenz vor dem gegnerischen Tor zurückzuführen sein. Schließlich hatte Essen bereits vor dem Seitenwechsel ausreichend Gelegenheiten, um selbst in Führung zu gehen.
RWE-Serie beendet – Ingolstadt setzt Aufholjagd fort
Während Essen erstmals nach zwölf Pflichtspielen wieder als Verlierer vom Platz ging, wächst beim FC Ingolstadt die Zuversicht. Unter Beierlorzer gelangen zuletzt zwei Siege hintereinander. Nach dem 3:0 bei Waldhof Mannheim folgte nun der erste Heimerfolg der Saison. Bemerkenswert ist dabei auch, dass die Schanzer in beiden Begegnungen ohne Gegentreffer blieben. Mit 14 Punkten kletterte Ingolstadt vorerst auf den neunten Tabellenplatz. Essen bleibt dagegen Dritter und muss den Rückschlag im Aufstiegsrennen zunächst verkraften.
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt Koschinat und seiner Mannschaft nicht. Bereits am kommenden Freitag empfängt RWE den Jahn Regensburg. Dann bietet sich die Gelegenheit, unmittelbar auf die Niederlage zu reagieren. Entscheidend dürfte sein, ob die Essener ihre vorhandenen Torchancen wieder konsequenter nutzen können.



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