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„Das ist wirklich Wahnsinn“: Breitenreiter hadert nach Hansas 1:1

Foto: Lars Zimmermann/Sportfotografie

Der FC Hansa Rostock hat sich trotz einer überzeugenden Vorstellung nicht mit dem erhofften Heimsieg belohnt. Gegen Fortuna Düsseldorf kamen die Norddeutschen vor 25.762 Zuschauern nicht über ein 1:1 hinaus. Während Hansa-Trainer André Breitenreiter nach zahlreichen vergebenen Torchancen mit dem Ergebnis haderte, zeigte sich Düsseldorfs Interimstrainer Jens Langeneke mit dem Punktgewinn bei seinem Debüt zufrieden.

Breitenreiter lobt seine Mannschaft trotz verpasstem Sieg

Die Enttäuschung war André Breitenreiter nach dem Schlusspfiff anzumerken. Seine Mannschaft hatte über weite Strecken das Spiel bestimmt und sich insbesondere in der Anfangsphase zahlreiche Möglichkeiten erarbeitet. „Ich glaube, wir haben in der ersten halben Stunde nahezu nur auf ein Tor gespielt“, erklärte der Hansa-Coach auf der Pressekonferenz. Dabei hatte Breitenreiter nach zwei Niederlagen in Folge sowohl personell als auch taktisch Veränderungen vorgenommen. Die Umstellung auf eine Dreierkette zeigte zunächst die gewünschte Wirkung. Rostock setzte die Gäste früh unter Druck und ließ Düsseldorf kaum zur Entfaltung kommen.

Bereits in der Anfangsphase musste Fortuna-Torhüter Florian Lord mehrfach eingreifen. Besonders gefährlich wurde es in der 25. Minute, als Andreas Voglsammer nach einem Pfostentreffer abstaubte. Wegen einer Abseitsstellung zählte der Treffer allerdings nicht.

Führung hält nur wenige Augenblicke

Kurz vor dem Seitenwechsel schien Hansa für seinen Aufwand belohnt zu werden. Nach einem Ballgewinn von Florian Carstens kam Voglsammer im Strafraum zum Abschluss und brachte die Gastgeber in der 44. Minute verdient in Führung. Doch noch vor dem Pausenpfiff folgte der Rückschlag. Kapitän Franz Pfanne verlor nach einem langen Ball den Halt und spielte das Leder unmittelbar in die Füße von Anas Slimani. Der Düsseldorfer ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich (45.+1).

Für Breitenreiter war die Szene besonders ärgerlich, weil aus seiner Sicht erneut ein einzelner Fehler unmittelbar bestraft wurde. „Das ist wirklich Wahnsinn“, kommentierte der 53-Jährige den Gegentreffer. Auch das fehlende Spielglück beschäftigt den Trainer angesichts der jüngsten Ergebnisse.

Aluminium und Lord verhindern Rostocks zweiten Treffer

Nach Wiederbeginn blieb Rostock die gefährlichere Mannschaft, wenngleich die Dominanz der ersten Halbzeit etwas nachließ. Die größten Möglichkeiten sollten dennoch den Gastgebern gehören. In der 60. Minute profitierte Kevin Schuster von einem Fehler im Düsseldorfer Spielaufbau. Sein Heber über den bereits geschlagenen Lord landete jedoch an der Latte. Wenige Minuten später verhinderte der Schlussmann mit einer starken Parade gegen einen Kopfball von Pfanne die erneute Führung.

Auch in der Schlussphase fehlte Hansa das nötige Glück. Der eingewechselte Maximilian Krauß scheiterte in der 83. Minute ebenfalls am hervorragend reagierenden Lord, der den Ball noch an den Pfosten lenkte. Breitenreiter sah darin ein weiteres Beispiel für die mangelnde Effizienz seiner Mannschaft. Zugleich nahm er seine Spieler in Schutz und verwies auf die schwierigen Entscheidungen, die innerhalb weniger Augenblicke auf dem Platz getroffen werden müssten.

Langeneke erkennt Rostocks Überlegenheit an

Düsseldorfs Interimstrainer Jens Langeneke machte nach seinem ersten Spiel keinen Hehl daraus, dass der Punktgewinn für seine Mannschaft schmeichelhaft war. Beim Chancenverhältnis sah er „ein Plus auf Rostocker Seite“. Dennoch hob der 55-Jährige die kämpferische Leistung seiner Spieler hervor. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe Düsseldorf die taktische Ausrichtung korrigiert und dadurch zwischenzeitlich mehr Zugriff bekommen. Insbesondere den schnellen Ausgleich vor der Halbzeit bewertete er als wichtig für die Moral.

Defensiv habe seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel ordentlich gearbeitet, offensiv jedoch kaum noch Akzente setzen können. „Wir nehmen den Punkt mit“, lautete deshalb sein Fazit nach der ersten gemeinsamen Trainingswoche. Auch zu einer möglichen Elfmeterszene um Eric Hottmann wurde Langeneke befragt. Da er die Situation bislang nur während des Spiels gesehen hatte, wollte er sich ohne weitere Sichtung nicht festlegen.

Breitenreiter sieht Fortschritte und dankt den Fans

Trotz des verpassten Heimsiegs zog Breitenreiter auch positive Erkenntnisse aus der Partie. Besonders die Umsetzung der taktischen Veränderungen stimmte ihn zufrieden. „Ich finde, es hat sehr gut geklappt“, sagte er mit Blick auf die neu formierte Dreierkette. Zudem bedankte sich der Trainer ausdrücklich für die Unterstützung von den Rängen. Die Zuschauer hätten erkannt, mit welcher Einsatzbereitschaft seine Mannschaft aufgetreten sei.

Für Rostock bleibt allerdings die Erkenntnis, dass gute Leistungen allein keine Siege garantieren. Während die Fortuna nach dem Trainerwechsel zumindest einen ersten Punktgewinn verbuchen konnte, wartet Hansa weiterhin darauf, seine spielerischen Fortschritte auch in entsprechende Ergebnisse umzumünzen.


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