Dennis Erdmann musste sich aufgrund der Rassismusvorwürfen von Seiten der Magdeburger Spieler vor dem DFB-Sportgericht antworten. Der Verband fordert eine Sperre in Höhe von acht Wochen.
Knapp eine halbe Stunde wurde der Verteidiger von Richter Stephan Oberholz ins Verhör genommen. Horst Kletke, Verteidiger von Dennis Erdmann, beantragte vor dem Termin einen Ausschluss der Presse. Als Begründung nannte er die Hassnachrichten gegen den Defensivmann, die er zuvor erhalten hatte. „Solche Anfeindungen sind bedauerlich, stehen aber nicht im Zusammenhang mit diesem Verfahren„, so der Richter.
Dennis Erdmann selbst kann das alles nicht fassen was gerade um ihn herum passiert. „Ich bin unfassbar schockiert über die Vorwürfe. Für mich ist das ein unfassbar wichtiges Thema und will nicht als Rassist dargestellt werden. Die Leute werfen mir was vor, was ich nicht getan habe. Es ist auch unfassbar belastend für meine Familie. Ich bin kein Unschuldslamm und emotional auf dem Platz, aber niemals fremdenfeindlich„, wird Erdmann von der „Bild“ zitiert. Mit Baris Atik, Sirlord Conteh, Leon Bell Bell sowie Amara Conde waren vier Zeugen anwesend.
Aussagen widersprechen sich offenbar
„Erdmann hat zu mir gesagt, ich solle mit meinen Eltern zurück nach Ghana paddeln. Und hat mich als Neger bezeichnet„, so Conteh. Atik soll gesagt haben: „Sind deine Eltern hergepaddelt? Ich hoffe, sie sind ertrunken.“ Demnach soll der Richter immer wieder nach dem genauen Wortlaut gefragt haben, bekam aber immer unterschiedliche Antworten. Fred Kreitlow vom DFB, forderte in seiner Aussprache nach etwas mehr als drei Stunden: „Die Kernvorwürfe sind für mich im Wesentlichen bestätigt. Ich beantrage eine Sperrfrist von acht Wochen und eine Geldstrafe von 3000 Euro.“
Auch Robert Kampka, Schiedsricher der Partie, soll laut der „dpa“ zugeschaltet worden sein. Demnach habe er selbst die rassistischen Beleidigungen „weder während noch nach dem Spiel“ mitbekommen haben. Außerdem soll der Schiedsrichter nicht auf die geschilderten Vorwürfe angesprochen worden sein, weder von den Spielern noch von den Verantwortlichen.
Entscheidung wurde vertagt
Auch der betroffene selbst, beteuert seine Unschuld. „Für mich ist das unfassbar. Ich bin kein Mensch, der zwischen Herkunft und Hautfarbe unterscheidet„, so Erdmann. „Ich habe niemals jemanden rassistisch beleidigt und würde das auch niemals tun„, so der Verteidiger weiter. Doch wie wird es nun weitergehen? Eine endgültige Entscheidung wurde erst einmal vertrag. Am 9. September wird es einen neuen Verhandlungstag geben. Erdmann selbst hat nun erneut die Gelegenheit, sich bis zum 7. September zu äußern. Am Spielbetrieb darf er vorerst nicht teilnehmen.



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