Start Vereine Alemannia Aachen Schroers will den nächsten Schritt: Nürnberg buhlt um Aachens Torjäger

Schroers will den nächsten Schritt: Nürnberg buhlt um Aachens Torjäger

Foto: Lars Zimmermann

Mika Schroers könnte Alemannia Aachen in diesem Sommer noch verlassen. Der 24 Jahre alte Angreifer soll seinen Wunsch hinterlegt haben, den nächsten Schritt in einer höheren Liga zu gehen. Nach Informationen der „Aachener Zeitung“ beschäftigt sich der 1. FC Nürnberg mit dem Torjäger.

Aachen steht vor einer Grundsatzfrage

Für Alemannia Aachen entwickelt sich der Fall Mika Schroers zu einem der zentralen Themen dieses Transfersommers. Sportlich wäre ein Abgang des Angreifers ein schwerer Einschnitt, wirtschaftlich könnte er dem Drittligisten jedoch eine erhebliche Einnahme bescheren. Nach seiner starken Saison ist der Offensivspieler längst nicht mehr nur ein interessanter Drittligastürmer, sondern eine der auffälligsten Personalien auf dem Markt.

Alemannias Sportdirektor Rachid Azzouzi hatte zuletzt bestätigt, dass ein offizielles Angebot für Schroers vorgelegen habe. Dieses sei aus Sicht des Vereins jedoch nicht ausreichend gewesen. Das Interesse sei damit aber nicht erledigt, vielmehr rechnet Aachen offenbar weiter mit Bewegung in der Personalie. Nach Informationen der „Aachener Zeitung“ soll der 1. FC Nürnberg zu den Interessenten zählen.

Schroers will offenbar in die 2. Liga

Schroers selbst soll am Tivoli deutlich gemacht haben, dass er sich einen Wechsel in eine höhere Spielklasse vorstellen kann. Konkret geht es um den nächsten Anlauf in der 2. Bundesliga. Azzouzi zeigte grundsätzlich Verständnis für solche Ambitionen, machte aber zugleich klar, dass Alemannia keine Lösung akzeptieren werde, die nur dem Spieler oder nur dem aufnehmenden Verein hilft.

„Für eine Lösung muss es dann auch für alle Seiten passen“, wird der Aachener Sportchef von der Zeitung zitiert. Damit ist die Linie des Vereins abgesteckt: Aachen ist offenbar gesprächsbereit, sieht sich aber nicht unter Druck, den besten Angreifer unter Wert abzugeben.

Vom Leihspieler zur Millionen-Personalie

Die Ausgangslage hat sich innerhalb eines Jahres deutlich verändert. Schroers war im vergangenen Sommer von Arminia Bielefeld an den Tivoli gekommen, zunächst nicht als fertiger Topstürmer, sondern als Spieler mit Entwicklungspotenzial. In Aachen nutzte er seine Chance eindrucksvoll. In der abgelaufenen Drittliga-Saison kam Schroers laut Vereinsstatistik auf 21 Tore und elf Vorlagen in 35 Einsätzen. Damit war er einer der produktivsten Offensivspieler der Liga. Besonders bemerkenswert: Seine Werte entstanden weitgehend aus dem Spiel heraus.

Im internen Vergleich mit Lars Gindorf, der ebenfalls eine herausragende Saison spielte, unterstreicht das seinen Wert für Aachens Offensive.  Alemannia zog im Frühjahr die Kaufoption und verpflichtete Schroers fest von Arminia Bielefeld. Die vereinbarte Ablöse soll nach Angaben aus dem Ausgangsbericht bei 300.000 Euro gelegen haben. Angesichts der aktuellen Nachfrage wirkt diese Summe rückblickend wie ein sehr günstiger Zugriff.

Nürnberg als reizvolle, aber offene Spur

Dass der 1. FC Nürnberg genannt wird, verleiht der Personalie zusätzliche Brisanz. Der Club wird von Miroslav Klose trainiert, einem der bekanntesten deutschen Stürmer der vergangenen Jahrzehnte. Ob daraus tatsächlich ein Wechsel entsteht, ist jedoch offen. Bestätigt ist nach jetzigem Stand nur das Interesse beziehungsweise die Zuordnung durch die „Aachener Zeitung“, nicht aber eine Einigung.

Für Aachen dürfte entscheidend sein, ob ein Angebot die sportliche Lücke und den Marktwert des Spielers angemessen abbildet. Schroers hat sich vom Leihspieler zur wertvollen Transferaktie entwickelt. Genau deshalb kann Alemannia in den Gesprächen selbstbewusst auftreten. Am Ende geht es für den Drittligisten um die Balance zwischen sportlichem Anspruch und wirtschaftlicher Vernunft. Bleibt Schroers, behält Aachen einen Unterschiedsspieler. Geht er, müsste der Verein nicht nur Tore ersetzen, sondern auch ein klares Signal setzen, dass Leistungsträger am Tivoli nur zu passenden Konditionen wechseln.

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