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Alarmstimmung bei Hansa Rostock: Auch Breitenreiter bekommt die Probleme nicht in den Griff

Hansa Rostock kommt auch unter André Breitenreiter nicht richtig in Fahrt. Nach der 0:2-Niederlage bei Alemannia Aachen wächst die Ernüchterung beim ambitionierten Drittligisten. Vor allem die anhaltenden Defensivprobleme und die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive bereiten Sorgen. Der Trainer stellte nach dem erneuten Rückschlag zudem die Frage, ob einige seiner Spieler dem Druck gewachsen sind.

Der erhoffte Aufschwung nach dem Trainerwechsel lässt weiter auf sich warten. Zwar gelang Hansa Rostock zwischenzeitlich ein 2:0-Auswärtserfolg bei den Würzburger Kickers, doch die anschließenden Niederlagen gegen den SV Meppen und Alemannia Aachen haben die Stimmung beim ehemaligen Bundesligisten merklich eingetrübt. Besonders nach dem Auftritt in Aachen fand André Breitenreiter deutliche Worte. Der 53-Jährige äußerte im Gespräch mit MagentaTV Zweifel daran, ob sämtliche Akteure mit den Anforderungen einer solchen Begegnung umgehen können.

„In dieser hitzigen Atmosphäre hatte ich schon manchmal das Gefühl, dass es für den einen oder anderen eine Nummer zu groß war“, erklärte der Hansa-Coach. Eine bemerkenswerte Einschätzung, schließlich verfolgt Rostock den Anspruch, im Kampf um die oberen Tabellenplätze eine entscheidende Rolle zu spielen. Dafür benötigt die Mannschaft jedoch nicht nur fußballerische Qualität, sondern auch die nötige Widerstandsfähigkeit in schwierigen Spielsituationen.

19 Gegentore offenbaren Rostocks größte Baustelle

Die sportliche Bilanz liefert genügend Anlass zur Sorge. Mit bereits 19 Gegentreffern stellt Hansa zum aktuellen Zeitpunkt die drittschwächste Defensive der 3. Liga. Hinzu kommt, dass die Rostocker zuletzt auch offensiv kaum Akzente setzen konnten. Sowohl gegen Meppen als auch in Aachen blieb die Mannschaft ohne eigenen Treffer. Dabei sollte die Verpflichtung Breitenreiters eigentlich für mehr Stabilität sorgen. Im September hatte sich der Verein von Daniel Brinkmann getrennt und rund eine Woche später den erfahrenen Nachfolger präsentiert. Eine nachhaltige Verbesserung ist bislang allerdings nicht zu erkennen.

Auch innerhalb der Mannschaft ist offenbar angekommen, dass die bisherigen Leistungen nicht den eigenen Erwartungen entsprechen. Innenverteidiger Florian Carstens bestätigte, dass die Probleme bereits intern angesprochen worden seien. Nun müsse die Mannschaft einen anderen Weg finden, um die bestehenden Schwächen abzustellen. Sportdirektor Amir Shapourzadeh setzt unterdessen auf Geduld und fordert einen „langen Atem“. Breitenreiter möchte ebenfalls nicht vorschnell sämtliche Abläufe verändern. Angesichts der wiederkehrenden Probleme dürfte allerdings entscheidend sein, wie schnell sich die Erkenntnisse aus den vergangenen Spielen auf dem Platz bemerkbar machen.

Schiedsrichterentscheidungen sorgen für zusätzlichen Ärger

Die Niederlage in Aachen wurde zudem von umstrittenen Entscheidungen begleitet. Kurz nach dem Seitenwechsel blieb ein möglicher Strafstoß für die Rostocker aus. In der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Eric Weisbach Hansa-Verteidiger Jonas Dirkner außerdem die Rote Karte – eine weitere strittige Szene. Unabhängig von diesen Entscheidungen offenbarte der Auftritt jedoch erneut die Schwierigkeiten der Hanseaten. Im eigenen Ballbesitz fehlten über weite Strecken die Ideen, um die Aachener Defensive ernsthaft unter Druck zu setzen.

Gerade diese fehlende offensive Durchschlagskraft dürfte Breitenreiter beschäftigen. Denn selbst eine verbesserte Defensivleistung wird auf Dauer nicht ausreichen, wenn die Mannschaft zu selten gefährliche Torchancen herausspielt.

Gegen Düsseldorf steht Hansa unter Zugzwang

Viel Zeit, um die jüngsten Rückschläge aufzuarbeiten, bleibt nicht. Im kommenden Duell mit Fortuna Düsseldorf erwartet Shapourzadeh von der Mannschaft eine deutlich energischere Reaktion. Die Spieler sollen mit „ganz viel Wut im Bauch“ in die Begegnung gehen. Entscheidend wird allerdings sein, ob Hansa neben einer verbesserten Einstellung auch spielerisch Fortschritte erkennen lässt. Drei Punkte aus den vergangenen drei Partien und die wiederholten Probleme in beiden Strafräumen passen nicht zu den Ambitionen des Vereins.

Der Trainerwechsel sollte Rostock neue Impulse verleihen. Nach den jüngsten Ergebnissen steht Breitenreiter nun vor der Aufgabe, aus einer Mannschaft mit hohen Erwartungen eine stabile und konkurrenzfähige Einheit zu formen. Gelingt das nicht zeitnah, droht der Abstand zu den angestrebten Spitzenplätzen weiter anzuwachsen.

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