Start News RWE vor Abiama-Coup: Rückkehr an die Hafenstraße rückt näher

RWE vor Abiama-Coup: Rückkehr an die Hafenstraße rückt näher

Foto: Lars Zimmermann/Sportfotografie

Rot-Weiss Essen steht offenbar kurz davor, einen wichtigen Baustein für die Offensive zurück an die Hafenstraße zu holen. Dickson Abiama soll den 1. FC Kaiserslautern dauerhaft verlassen und künftig wieder für RWE auflaufen. Der Drittligist profitiert dabei von seiner beharrlichen Verhandlungsstrategie.

Abiama soll dauerhaft zur RWE-Offensive gehören

Schon während seiner Leihe hatte Dickson Abiama gezeigt, welchen Wert er für Rot-Weiss Essen entwickeln kann. Nun deutet vieles darauf hin, dass aus dem vorübergehenden Engagement eine langfristige Zusammenarbeit wird. Nach Informationen der „WAZ“ haben sich die Essener mit dem 1. FC Kaiserslautern über einen festen Wechsel des nigerianischen Offensivspielers verständigt. Die Ablöse soll einschließlich möglicher Bonuszahlungen im niedrigen sechsstelligen Bereich bleiben. Für einen schnellen und torgefährlichen Außenbahnspieler wäre das aus Sicht des Drittligisten ein wirtschaftlich attraktiver Transfer.

Abiama selbst soll ebenfalls entschlossen sein, nach Essen zurückzukehren. Der 27-Jährige fühlt sich an der Hafenstraße wohl und sieht dort offenbar die besten sportlichen Perspektiven.

Letzte Vertragsfragen verhindern noch den Vollzug

Trotz der grundsätzlichen Einigung ist der Wechsel noch nicht offiziell abgeschlossen. Zwischen dem Verein und dem Management des Spielers müssen einzelne Vertragsdetails abgestimmt werden. RWE hätte diese Gespräche gerne bereits während des Trainingslagers beendet. Nun hoffen alle Beteiligten auf eine zeitnahe Lösung. Größere Hindernisse werden derzeit offenbar nicht mehr erwartet.

Mit Abiama würde Essen einen weiteren Spieler dauerhaft binden, der zuvor ausgeliehen war. Auch Franci Bouebari und Jannik Hofmann wechselten nach ihren Leihstationen fest zu RWE. Jaka Cuber Potocnik bleibt ebenfalls an der Hafenstraße, allerdings weiterhin auf Leihbasis, nachdem er seinen Vertrag beim 1. FC Köln verlängert hatte.

Geduld verändert die Ausgangslage

Noch vor einigen Wochen schien eine feste Verpflichtung Abiamas kaum realistisch. Sowohl die finanziellen Vorstellungen des 1. FC Kaiserslautern als auch das Gehalt des Angreifers lagen zunächst deutlich über dem Rahmen, den Essen abbilden wollte. Die Pfälzer sollen anfangs eine Ablöse von rund einer Viertelmillion Euro verlangt haben. Gleichzeitig gehörte Abiama beim Zweitligisten zu den besser bezahlten Spielern. RWE zog sich deshalb zunächst zurück und vermied es, sich auf ein kostspieliges Gesamtpaket einzulassen. Dann verschoben sich die Kräfteverhältnisse.

Abiama spielte in den sportlichen Planungen des FCK keine entscheidende Rolle mehr. Ein Wechsel zu einem anderen Zweitligisten kam ebenfalls nicht zustande. Damit wuchs in Kaiserslautern der Wunsch, den Offensivmann von der Gehaltsliste zu bekommen. Essen musste nicht hektisch werden. Der Klub wartete ab und verbesserte seine Position mit jeder Woche.

Schwieriges Saisonende ist abgehakt

Die Gespräche über Abiamas Zukunft waren auch deshalb besonders, weil seine Leihzeit mit einem bitteren Moment endete. Beim entscheidenden Saisonspiel in Fürth war der Angreifer an einer unglücklichen Szene vor einem Gegentor beteiligt. Später traf er selbst nur den Pfosten. Ausgerechnet ein Spieler, der zuvor wichtige Treffer erzielt hatte, wurde damit zu einer tragischen Figur des Saisonabschlusses. An seiner grundsätzlichen sportlichen Qualität änderte dieser Abend jedoch nichts.

Abiama bringt Tempo, körperliche Stärke und Flexibilität für mehrere offensive Positionen mit. Am liebsten kommt er über die rechte Außenbahn, kann aber auch zentraler eingesetzt werden. Diese Vielseitigkeit macht ihn für den Essener Kader besonders wertvoll.

RWE setzt sich im Transferpoker durch

Dass Kaiserslautern seine Forderungen deutlich reduziert hat, ist auch das Ergebnis der Essener Zurückhaltung. RWE ließ sich weder von der ursprünglichen Ablösevorstellung noch vom nahenden Saisonstart zu einer überhasteten Entscheidung drängen. Nun könnte der Klub einen bewährten Offensivspieler zu deutlich günstigeren Konditionen verpflichten. Der Transfer wäre damit nicht nur sportlich interessant, sondern auch ein Beispiel dafür, wie konsequentes Verhandeln den Verlauf eines Transferpokers verändern kann.

Bis zur Unterschrift bleiben zwar noch einzelne Punkte offen. Die Richtung ist jedoch klar: Dickson Abiama steht vor seiner Rückkehr nach Essen. Für RWE wäre es der erfolgreiche Abschluss eines Transfers, bei dem Geduld am Ende mehr wert war als frühe Entschlossenheit.

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