Hungrige Löwen marschieren weiter in Liga 3

Eine absolute Premiere gab es am Samstag im altehrwürdigen Grünwalder Stadion zu bestaunen. Auf Giesings Höhen fand das erste Liga- und Punktspiel zwischen den beiden Traditionsvereinen statt. Letztlich setzte n sich die Münchener Löwen mit 4:1 durch und springen vorerst auf den ersten Tabellenplatz. 

Bisher gab es erst zwei Aufeinandertreffen im DFB-Pokal, beide Spiele fanden an der Lohmühle statt. Dabei siegten die Löwen 1968 mit 1:0, in der zweiten Begegnung 2006 drehten die Lübecker den Spieß um und gewannen ihrerseits mit 1:0 vor heimischen Publikum. Im Vorfeld dieses Spiels waren es weniger die sportlichen Aspekte, die Schlagzeilen machten. Besonders durch teils nicht nachvollziehbare Entscheidungen der Landeshauptstadt München begleitet von einer miserablen Kommunikation der örtlichen Behörden sank die zugelassene Zuschauerzahl in den Tagen vor dem Spiel von 3.000 über 1.500 auf überhaupt keine Fans mehr im Stadion.

Die Leidtragenden waren vor allem der TSV 1860 München und seine Fans. Gesteigert wurde das völlige Unverständnis als über den Blog „sechzger.de“ bekannt wurde, dass die Löwen ihr Heimspiel gegen Lübeck vor leeren Rängen austragen müssen, am gleichen Abend aber eine Vorstellung in der Bayerischen Staatsoper mit 500 Opernfreunden stattfinden darf obwohl der Saal dort ursprünglich nur für 2.200 Besucher ausgelegt ist. Das alles dürfte die Lübecker aber wenig tangiert haben, mussten sie doch innerhalb von nur zwei Wochen – nach dem Auftritt bei der SpVgg Unterhaching – bereits zum zweiten Mal durch die gesamte Republik zum Auswärtsspiel reisen.

Löwen unaufhaltsam

Das Spiel begann zwar mit einer Chance von Sascha Mölders, dann zeigte der Aufsteiger aus Schleswig Holstein aber, dass er hier gewillt war immer wieder frech nach vorne zu spielen. Mit schnellen Pässen wurde das Mittelfeld überbrückt und so wurde es immer wieder brandgefährlich vor dem Tor von Löwenkeeper Marco Hiller.

In der siebten Minute war der starke Rückhalt der Münchner Löwen dann aber machtlos, als Patrick Hobsch alleine vor ihm auftauchte und souverän zur Führung der Gäste verwandelte. Eine zu diesem Zeitpunkt überraschende aber nicht unverdiente Führung des Liganeulings. In der Folgezeit zogen sich die Gäste aber immer mehr zurück und überließen den Löwen die Spielkontrolle. Nach einigen Torannäherungen war es dann Marius Willsch, der in der 29. Minute mit Hilfe eines Lübecker Abwehrbeines und der Unterkante der Latte zum inzwischen verdienten Ausgleichstreffer traf.

Mölders trifft wie er will

Nur wenige Minuten später zeigte sich, wie schnell es im Fußball gehen kann. In der 35. Minute jubelte Patrick Hobsch bereits über seinen zweiten Treffer zur Gästeführung, dieser wurde ihm jedoch wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt. Selbst die Fernsehbilder können hier nicht wirklich für Aufklärung sorgen. Im direkten Gegenzug verwandelte dann Sascha Mölders mit einem sehr feinen Heber über Gästetorwart Lukas Raeder zur 2:1 Führung für die Gastgeber.

Mit diesem knappen Vorsprung ging es auch in die Halbzeitpause. Die zweiten 45 Minuten begannen wie der erste Durchgang mit stürmischen Gästen, die auf das 2:2 drängten. Die dickste Möglichkeit dazu hatte Thorben Deters, der in der 51. Minute eigentlich nur noch einschieben musste, vom sich in den Schuss werfenden Marius Willsch aber in letzter Sekunde geblockt wurde.

Wie in der ersten Hälfte ließ der VfB Lübeck nach einer sehr guten Anfangsphase aber deutlich nach und zog sich immer mehr in die eigene Hälfte zurück. Die immer besser kombinierenden Löwen nutzen ihre Möglichkeiten recht effektiv und besiegelten mit den Toren von Richard Neudecker (61. Min) und Stefan Lex (66. Min) die Auswärtsniederlage der Lübecker. Besonders der Treffer mit der Hacke nach flacher Hereingabe von Marius Willschverdiente sich das Prädikat „technisch besonders anspruchsvoll“.

Die Löwen hatten danach sogar noch einige Möglichkeiten das Ergebnis höher zu schrauben, dies hätte dem Spielverlauf aber nicht entsprochen. Für die Münchner, die mit zehn Punkten aus vier Spielen einen ungewohnt starken Saisonstart hinlegten gab’s als Belohnung die vorübergehende Tabellenführung. Der Neuling aus Lübeck muss sich aktuell mit zwei Punkten, punkt- und torgleich mit dem 1.FC Kaiserslautern mit Platz 18 begnügen.

Für die Löwen geht’s am Samstag zum Spitzenspiel nach Rostock während der VfB Lübeck an der heimischen Lohmühle mit Dynamo Dresden einen weiteren starken Gegner vor der Brust hat.

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