In einem Interview mit Serdar Dayat, Trainer von Türkgücü München, weist er nun die Vorwürfe, er habe die Fußballlehrer-Lizenz nicht rechtmäßig erworben, von sich.
Als der Drittliga-Neuling aus München ihren neuen Trainer Serdar Dayat präsentierte, rief das Kult-Trainer Peter Neururer auf den Plan. Dieser sagte kürzlich in einem Interview mit „Sport1„: „Für mich ist das ein Skandal, dass so ein Mann, der wissentlich betrogen hat, jetzt Cheftrainer ist.“ In Rahmen seiner Ausbildung zum Fußballlehrer, absolvierte er damals ein Praktikum beim MSV Duisburg. Trainer damals war Peter Nururer.
Dayat lässt Vorwürfe nicht auf sich sitzen
„Dayat ist bei mir zu Trainingseinheiten nicht erschienen, weil ihm diese zu früh waren. Daraufhin habe ich ihn rausgeschmissen. Dann hat er Trainingsberichte über die Trainingsinhalte abgegeben. Er war aber in keiner Einheit dabei und hat Protokolle über Einheiten abgegeben, die er nie besucht hat„, so Neururer sichtlich verärgert. „Und dieser Typ kriegt dann die Fußballlehrer-Lizenz.“ Der Kult-Coach geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt: „Dayat hat Unterlagen gefälscht und Kommentare von Trainern abgegeben, die er noch nie gesprochen hat.“
Vor dem Spiel gegen den FC Ingolstadt meldet sich der Cheftrainer von Türkgücü München zu Wort und weist die Vorwürfe von sich und macht deutlich, dass er seine „Fußballlehrer-Lizenz rechtmäßig erworben“ hat. Weiter sagt er, dass er „in elf Monaten“ alle seine Prüfungen abgelegt hatte und immer anwesend war. „Aber so ist das bei jedem Trainer, manchmal ist er regelmäßig dabei, manchmal nicht.“ Er begründet dies wie folgt: „Im Winter fahren alle Mannschaften ins Trainingslager dorthin, wo es warm ist. Das dauert zwei Wochen. Da fährt kein Fußballlehrer-Anwärter hin, weil du alles aus der eigenen Tasche zahlen musst. In diesen sechs Wochen wären zwei Wochen ohnehin verloren gegangen.“
Auch die Plagiats-Vorwürfe möchte er so nicht stehen lassen. „Wie schreibt man die vielen Doktor-Arbeiten? Wie recherchiert man? Aus Büchern oder aus dem Internet? Das Internet steht über allem. Keiner geht mehr in eine Staatsbücherei, um Infos zu bekommen. Damals ging es dem MSV Duisburg nicht gut, und ich konnte nicht jeden Tag die Verantwortlichen nach Infos fragen. Ich musste also recherchieren, um meinen Bericht schreiben zu können. Das hat jeder gemacht.“ Sportlich gesehen trifft Türkgücü München im heutigen Montagabendspiel (19 Uhr) auf den FC Ingolstadt.
