Der SV Waldhof Mannheim hat einen wichtigen Schritt in seiner Nachwuchsarbeit vollzogen: Der Drittligist geht künftig eine enge Kooperation mit Bundesligist Eintracht Frankfurt ein. Nach intensiven Gesprächen in den vergangenen Monaten ist die Zusammenarbeit nun offiziell fixiert.
Neue Perspektiven für Talente
Im Kern der Partnerschaft steht die gemeinsame Förderung junger Spieler, wie aus einem Bericht des Mannheimer Morgen“ hervorgeht. Während Mannheims Trainerstab von Fortbildungsmaßnahmen und fachlichem Austausch mit der Eintracht profitieren soll, könnten vielversprechende Frankfurter Talente über den Waldhof erste Erfahrungen im Profifußball sammeln. Die 3. Liga böte ihnen ein höheres Niveau als die Frankfurter U21 in der Oberliga. Gleichzeitig hätte die Eintracht die Möglichkeit, Mannheimer Eigengewächse frühzeitig ins Visier zu nehmen.
Frankfurt baut Netzwerk aus – Waldhof wird klassenhöchster Partner
Für die Hessen ist die Verbindung zu Mannheim ein strategischer Zugewinn. Der SVW wird als achter Verein ins offizielle Partnernetzwerk aufgenommen und ist der bislang klassenhöchste Klub in dieser Liste. Schon heute kooperiert die Eintracht mit Vereinen wie der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz oder dem 1. FC Erlensee. Mit Mannheim erschließt sich der Bundesligist nun gezielt den Süden seines Einzugsgebiets.
„Die Idee ist, in der Rhein-Neckar-Region stärker präsent zu sein“, heißt es aus Frankfurter Kreisen. Gerade in Gebieten wie dem Ried, der Bergstraße oder dem Odenwald ist das Eintracht-Fanlager groß – ein Aspekt, der die Zusammenarbeit zusätzlich attraktiv macht.
Bestätigung durch Schober
SVW-Sportdirektor Mathias Schober hatte die Gespräche bereits Anfang Juli im Podcast Doppelpass on Air öffentlich bestätigt. Dabei sprach er von „konstruktiven Austauschrunden“ mit Frankfurts Nachwuchschef Alexander Richter und Sportdirektor Timmo Hardung. Schon damals kündigte er an, dass es „zu gegebener Zeit Vollzug“ geben werde, nun ist es so weit.
Emotionales Fundament: Fanfreundschaft verbindet beide Vereine
Sportliche Fakten sind das eine, die emotionale Bindung das andere. Zwischen den Fanszenen von Waldhof und Eintracht besteht seit Jahren eine enge Freundschaft.
Rückenwind für Mannheims Talentschmiede
Für den SV Waldhof kommt die Partnerschaft zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Nach dem Ausstieg des Hopp-Projekts „Anpfiff ins Leben“ im Sommer 2024 organisiert der Klub seine Jugendabteilung wieder eigenständig. Parallel läuft das Anerkennungsverfahren beim DFB, um offiziell als Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) eingestuft zu werden. Die Expertise aus Frankfurt könnte dabei ein entscheidender Baustein sein, um die eigene Talentschmiede an die glorreichen Zeiten der 80er- und 90er-Jahre heranzuführen.