Ostermann am Ende? Präsident deutet Rückzug beim 1. FC Saarbrücken an

Die Lage beim 1. FC Saarbrücken spitzt sich weiter zu. Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Hotel von Präsident und Hauptsponsor Hartmut Ostermann (73) kündigte das Vereinspräsidium an, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Im Mittelpunkt steht die mögliche Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft, ein Schritt, den die Klubführung als unvermeidbar darstellt.

Finanzielle Zwänge in der 3. Liga

Schatzmeister Dieter Weller (62) machte deutlich, dass der Verein in seiner bisherigen Struktur an Grenzen stößt: „In der 3. Liga werden wir in dieser Rechtsform finanziell mehr und mehr abgehängt.“ Auch Vizepräsident Salvo Pitino (43) stellt sich klar hinter die Pläne. Ziel sei es, den FCS im umkämpften Wettbewerb der dritten Liga konkurrenzfähig zu halten.

Konkurrenzmodell der Fanszene

Brisanz erhält die Debatte durch den Vorstoß der aktiven Fanszene: Die Ultragruppierung „Virage Est“ hatte erst wenige Tage zuvor ihr eigenes Konzept „Zukunft Blau-Schwarz“ präsentiert. Präsident Ostermann betonte jedoch, dass dies nicht im Zusammenhang mit dem jetzigen Vorstoß des Präsidiums stehe: „Der Präsidiumsbeschluss war bereits zuvor getroffen worden.“

Zwei Mitgliederversammlungen noch in diesem Jahr

Die Mitglieder sollen noch 2025 gleich zweimal über die Zukunft des FCS abstimmen. Zunächst steht bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Entscheidung über die beiden konkurrierenden Konzepte an. Später folgt die ordentliche Versammlung mit Neuwahlen des Aufsichtsrats. Ob eines der Modelle die notwendige Dreiviertelmehrheit erhält, bleibt völlig offen und könnte über die strategische Ausrichtung des Vereins für Jahre entscheiden.

Ostermanns Zukunft ungewiss

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: die Zukunft von Hartmut Ostermann selbst. Der 73-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur als Präsident, sondern vor allem als Hauptsponsor mit jährlich rund sechs Millionen Euro Unterstützung unverzichtbar gemacht. Doch seine jüngsten Aussagen lassen kaum Zweifel an einem möglichen Rückzug: „Ich sehe da keinerlei Licht, dass das geleistet werden kann.“

Das zerrüttete Verhältnis zu Teilen des Aufsichtsrats belastet seine Rolle zunehmend. Ein Abschied Ostermanns zum Jahresende gilt daher als wahrscheinlich, wohl mit gravierenden finanziellen Folgen für den FCS.

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