Der SV Waldhof Mannheim steht am Sonntag (Anstoß 16:30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Schweinfurt vor einer vermeintlichen Pflichtaufgabe. Doch sowohl Cheftrainer als auch Mannschaft warnen davor: In der 3. Liga gibt es keine „laufen wir mal so runter“-Spiele, Tabellenletzter hin oder her.
Über 1.000 Waldhof-Fans dabei – Klarer Auftrag: Sieg
Organisatorisch ist alles angerichtet. Über 1.000 Tickets für den Gästebereich sind bereits verkauft, weitere Karten sind online sowie an der Tageskasse erhältlich. Der Waldhof wird in Schweinfurt also von einem starken blau-schwarzen Block begleitet. Was das „Wunschergebnis“ angeht, wird der Trainer auf der Pressekonferenz sehr deutlich:
„Wir können ja nicht mit einem Unentschieden leben. Für uns gibt’s Niederlage oder Sieg – und das gewünschte Ergebnis wäre dann ein Sieg.“
Schweinfurt Schlusslicht – aber kein Selbstläufer
Auf dem Papier ist die Rollenverteilung klar: Schweinfurt steckt tief im Abstiegskampf und hat bislang nur zwei Siege auf dem Konto. Genau darin sieht der Waldhof-Coach aber die Gefahr. „Die Gefahr besteht natürlich immer, wenn du gegen den Tabellenletzten spielst, dass eine gewisse Leichtigkeit vorhanden ist, man nicht bewusst ins Spiel hineingeht und nicht die gesamte Konzentration auf den Platz bringt“, mahnt er.
Die Analyse des Gegners fällt respektvoll aus. Schweinfurt habe
gute Einzelspieler,
Erfahrung im Kader
und eine mannschaftliche Geschlossenheit,
außerdem sei die Mannschaft sich völlig bewusst, dass sie „ans Limit gehen muss, wenn sie die Klasse erhalten möchte“. Beispiele dafür liefert der Trainer selbst: In Rostock hielt Schweinfurt bis zur 80. Minute ein 0:0, außerdem schlug das Schlusslicht vor kurzem Hoffenheim II zu Hause. Die Botschaft ist klar: „Wir sind gewarnt, wir müssen unser Maximum abrufen, wenn wir Punkte mitnehmen möchten.“
Kader entspannt sich – Konkurrenzkampf zieht an
Personell lichtet sich beim Waldhof das Lazarett. Weiter fehlen zwar die Langzeitverletzten Jascha Brandt, Maximilian Thalhammer und Rico Benatelli, dazu steht hinter Adama Diakhaby noch ein Fragezeichen.
In dieser Woche sind mehrere angeschlagene bzw. grippekranke Spieler auf den Platz zurückgekehrt. Unter anderem haben Profis wie Felix Lohkemper, Arianit Ferati und Diego Michel wieder voll mittrainiert. Der Coach freut sich über die neue Schärfe im Training:
die individuelle Qualität steigt,
die Einheiten werden intensiver,
der Konkurrenzkampf um die Startplätze nimmt spürbar zu.
„Siege beflügeln jeden Einzelnen und die Mannschaft. Die Konkurrenz um die Startplätze wächst, das merkt man sofort in den Trainingseinheiten“, so der Holtz.
Klar ist aber auch: Es können nur elf Spieler von Beginn an spielen und maximal fünf werden eingewechselt. Für einige wird es trotz einer guten Trainingswoche also eng. „Ich habe jedes Wochenende Bauchschmerzen, weil du Spieler hast, die dir zeigen: Ich bin bereit und du kannst trotzdem nur elf starten lassen“, erklärt er.
Warnung an die Mannschaft: Wer nicht bei 100 Prozent ist, fliegt
Deutlich wird der Chefcoach vor allem beim Thema Einstellung. Sollte er den Eindruck haben, dass ein Spieler die Aufgabe in Schweinfurt auf die leichte Schulter nimmt, wird konsequent reagiert: „Wenn wir als Trainerteam merken, dass ein Spieler nicht voll bei der Sache ist, müssen wir handeln. Das bringt manchmal ein Thema mit sich, wenn man nach 20 Minuten einen Spieler auswechselt. Wenn es aber notwendig ist, ist das eine Maßnahme, die der Mannschaft hilft.“
Erwartet wird ein kampfbetontes Spiel, nicht nur wegen der Tabellenkonstellation, sondern auch wegen der Jahreszeit und der Platzverhältnisse: Heruntergespielte Rasen, viele Zweikämpfe, viel Mentalität. Genau darauf legt das Trainerteam den Fokus: Körperlichkeit, Fitness, mentale Stabilität. „Es werden Spieler auf dem Platz stehen, die diese Qualitäten mitbringen“, kündigt Holtz an.
Neuzugänge als besondere Waffen – Fragezeichen bei Adama Diakhaby
Angesprochen auf die Neuzugänge, bei denen der Trainer „nicht seine Hand im Spiel hatte“, reagiert er gelassen und zugleich lobend. Vor allem Adama Diakhaby habe beim letzten Auftritt auf sich aufmerksam gemacht: „Er hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht am letzten Wochenende.“ Er bringt Qualitäten mit, die in der 3. Liga nicht oft zu finden sind. Er erkennt Situationen schnell und nutzt Räume, die nicht jeder wahrnimmt. Allerdings ist bei Diakhaby oft der Fitnesszustand ausschlaggebend. Aufgrund leichter Knieprobleme musste er eine Einheit ausfallen lassen, sollte aber am Abschlusstraining teilnehmen. Danach fällt die Entscheidung, ob er beginnen kann.
Auch Diego Michel wird vom Trainer positiv hervorgehoben. Er ist ein spielstarker Neuzugang, der jedoch lange mit Verletzungen und Krankheit zu kämpfen hatte. Jetzt hofft man beim SV Waldhof Mannheim, dass Michel endlich beschwerdefrei bleibt, um sein volles Potenzial abzurufen. „Solche Spieler tun dem Verein, der Mannschaft und uns als Trainerteam gut“, betont der Coach.
Auf Augenhöhe – aber nur mit 100 Prozent
Unterm Strich erwartet der Waldhof ein enges Duell auf Augenhöhe, trotz Tabellenbild. Der Anspruch ist klar: Drei Punkte mitnehmen und den eigenen Lauf fortsetzen. Die Voraussetzungen im Kader sind so gut wie seit Wochen nicht, die Warnsignale Richtung Mannschaft aber unüberhörbar: Wer in Schweinfurt etwas holen will, muss ans Leistungslimit. 90 oder 95 Prozent reichen an diesem Wochenende nicht.
