Start Vereine MSV Duisburg MSV Duisburg stellt Weichen – Preetz über Zweitliga-Lizenz und Budget

MSV Duisburg stellt Weichen – Preetz über Zweitliga-Lizenz und Budget

Der MSV Duisburg erlebt sportlich einen Aufschwung in der 3. Liga und geht dennoch mit kühlem Kopf ins neue Jahr. Geschäftsführer Michael Preetz verfolgt eine vorsichtige Strategie: Die Einnahmen steigen, die Verträge sind verlängert und die Nachlizenzierung verlief reibungslos. Gleichzeitig bleibt das Thema Zweitliga-Lizenz auf der Agenda, allerdings ohne überzogene Versprechen.

Ruhiger Jahreswechsel in Meiderich

Vor zwölf Monaten steckte der Klub noch in einer wirtschaftlichen Schieflage. Inzwischen ist beim Fußball-Drittligisten Ruhe eingekehrt: Das Trainerteam wurde gebunden, wichtige Spieler sind langfristig an den Verein gebunden und die Nachlizenzierung verlief ohne Nebengeräusche. Anders als zum Jahresende 2023, als eine Geberrunde kurz vor Nikolaus die Insolvenz abwenden musste, blickt der MSV diesmal entspannter auf den Jahreswechsel.

Kontinuität auf der Bank: Hirsch & Höner verlängern

Nach dem 0:0 gegen den FC Erzgebirge Aue bestätigte Preetz die Vertragsverlängerungen: „Wir freuen uns, dass das jetzt erledigt ist.“ Beide Seiten hatten zuvor ihr Interesse an einer längeren Zusammenarbeit untermauert. Für Chefcoach Dietmar Hirsch, gebürtiger Viersener, der 2013/14 ein kurzes Engagement bei der SV Elversberg hatte, ist es der endgültige Nachweis, dauerhaft in der Profi-Liga angekommen zu sein. Preetz hebt hervor, dass sich Hirsch in den vergangenen 18 Monaten sowohl persönlich als auch als Trainer weiterentwickelt habe.

Kurzprofil Dietmar Hirsch: Jahrgang 1971, aus Viersen; galt lange als „klassischer Regionalliga-Coach“, hat sich in Duisburg mit klarer Spielidee und Weiterentwicklung des Kaders etabliert.
Kurzprofil Michael Preetz: 58 Jahre, Ex-Nationalspieler, heute MSV-Geschäftsführer mit Fokus auf solide Planung und Ertragssteigerung.

Sportliche Lage: starke Ausbeute, keine Luftschlösser

Im Frühjahr 2024 stieg der MSV mit 34 Punkten aus der 3. Liga ab, weshalb der aktuelle Zwischenstand umso bemerkenswerter ist: Vor dem letzten Hinrundenspiel in Köln stehen bereits 33 Zähler zu Buche. Preetz relativiert den Hype und macht deutlich, dass Der Tabellenplatz „fast zweitrangig“ ist, 33 Punkte seien eine „sehr, sehr gute Ausbeute“. Der starke Start mit sechs Siegen in Serie wirkt nach und in den Duellen mit Topteams zeigte Duisburg Wettbewerbsfähigkeit.

Die einzige deutliche Ausnahme war das 1:4 in Hoffenheim. Neue Saisonziele ruft der Geschäftsführer bewusst nicht aus, denn Priorität hat die Planungssicherheit für die Saison 2026/27: „Wenn die nötigen Punkte früh kommen, werden wir weitersehen.“

Lizenz & Finanzen: Antrag ja – aber mit Maß

Im Frühjahr steht das Lizenzierungsverfahren an. Preetz dazu: „Aufgrund der Tabellensituation werden wir von der DFL aufgefordert werden, eine Lizenz zu beantragen. Das werden wir selbstverständlich tun“, so Preetz gegenüber der „NRZ„. Wirtschaftlich zeigt der Trend nach oben: „Wir haben uns gut entwickelt. Wir haben uns in den Einnahmebereichen gesteigert und deutlich verbessert. Wir sind in der Lage, das eine oder andere Loch von innen zu verkleinern.“ Mehr Zuschauer und wachsendes Merchandising sorgen für Rückenwind. Dennoch mahnt Preetz zur Realität: „Die grundsätzliche Aussage bleibt bestehen. Die kompletten Kosten des MSV Duisburg sind in der 3. Liga zumindest auf Dauer nicht zu finanzieren.“

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein