Der MSV Duisburg muss sich weiter in Geduld üben. Obwohl der Drittligist im November 2025 vor dem Landgericht Duisburg einen klaren juristischen Erfolg gegen den ehemaligen Ausrüster Capelli Europe feiern konnte, ist das Geld aus dem Urteil weiterhin nicht geflossen. Grund dafür: Capelli hat Berufung eingelegt – und der Rechtsstreit zieht sich damit erneut in die Länge.
Berufung eingelegt – Termin noch unklar
Nach dem Urteil des Landgerichts, das dem MSV Duisburg rund 350.000 Euro zuzüglich Zinsen zusprach, hatte der Verein eigentlich auf eine zeitnahe Entlastung gehofft. Doch Capelli Europe legte fristgerecht Berufung ein. Zuständig ist nun das Oberlandesgericht Düsseldorf.
Auf Anfrage der „NRZ“ teilte die Pressestelle mit: „Es wurde bisher kein Verhandlungstermin bestimmt, und dies dürfte auch noch etwas dauern.“ Zudem sei die Berufung bis kurz vor Weihnachten noch nicht einmal begründet worden. Vor März lohne sich eine weitere Nachfrage kaum.
Finanzielle Bedeutung für die Drittliga-Lizenz
Der Zeitpunkt ist für die Zebras alles andere als günstig. Im Frühjahr muss der MSV Duisburg die Unterlagen für die Lizenz der dritten Liga einreichen. Zusätzliche liquide Mittel hätten dabei durchaus geholfen. Der ausstehende Betrag wäre – wie es im Umfeld heißt – „ein Schluck aus der Pulle“ gewesen, um Planungssicherheit zu schaffen.
Worum es im Rechtsstreit geht
Gegenstand des Verfahrens sind offene Forderungen aus der Zusammenarbeit zwischen dem MSV und Capelli in den Jahren 2017 bis 2024. Die Profibetriebsgesellschaft des Vereins, die MSV Duisburg GmbH & Co. KGaA, hatte insgesamt 37 Einzelposten aufgelistet und vor dem Landgericht in sämtlichen Punkten Recht bekommen.
Capellis Gegenforderungen wies die Kammer hingegen als unberechtigt zurück. Auch eine formale Klageerwiderung des Unternehmens aus Ratingen blieb erfolglos.
Rückblick: Kündigung im Sommer 2024
Auslöser des Streits waren Ereignisse im Juni 2024. Damals kündigte der MSV Duisburg den Ausrüstervertrag fristlos und übernahm den von Capelli betriebenen Zebrashop in Eigenregie. Brisant: Der Vertrag hätte die Regionalliga ohnehin nicht umfasst. Die Vereinsführung reagierte nach eigener Darstellung auf über längere Zeit aufgelaufene Außenstände, diese mündeten schließlich in der Klage.
Brisanz durch Doppelrolle von Capelli
Besonders pikant bleibt die Konstellation, dass Capelli Europe nicht nur ehemaliger Geschäftspartner ist. Das Unternehmen hält weiterhin 40,1 Prozent der Anteile an der MSV Duisburg GmbH & Co. KGaA und verfügt über einen Sitz im Aufsichtsrat. Eine Gemengelage, die dem Rechtsstreit zusätzliche Würze verleiht.
