Start News VAR in der 3. Liga: Einführung einer Light-Version rückt näher

VAR in der 3. Liga: Einführung einer Light-Version rückt näher

Der Videobeweis könnte schon ab der kommenden Spielzeit auch in der 3. Liga Einzug halten, allerdings nicht in der bekannten Vollausstattung wie in den Topligen. Stattdessen diskutieren die Verantwortlichen über eine technisch und finanziell reduzierte Variante des VAR. Ein zentrales Treffen der Klubs ist für Februar angesetzt, bei dem grundlegende Weichenstellungen erfolgen sollen.

Hintergrund: Diskussionen auf Funktionärsebene

Der Wunsch nach mehr technischer Unterstützung für Schiedsrichter ist zuletzt auch in der Liga3 stärker geworden. Schiedsrichterchef Knut Kircher bestätigte am Dienstag in Frankfurt/Main, dass der Videobeweis zunehmend Thema sei: “Der Ruf ist zuletzt auch in der 3. Liga laut geworden

Allerdings steht einer vollständigen VAR-Implementierung vor allem die Kostenfrage entgegen. Kameratechnik, Personal und Infrastruktur verursachen hohe Ausgaben, die für viele Drittligisten schwer zu stemmen wären.

Trainer-Challenge als möglicher Lösungsansatz

Als Alternative wird daher über eine sogenannte Trainer-Challenge nachgedacht. Dabei könnten Trainer bei strittigen Szenen Einspruch einlegen und eine Überprüfung verlangen. Dieses Modell kommt bereits testweise in der italienischen 3. Liga zum Einsatz und gilt als praktikable Zwischenlösung für Ligen mit begrenzten Ressourcen.

Kircher erklärte, dass eine technisch limitierte VAR-Version diese Form der Challenge ermöglichen könnte, anders als bei voll ausgestatteten Systemen.

FIFA-Regularien setzen klare Grenzen

Bei einem kompletten VAR-System, wie es etwa in der Bundesliga oder 2. Bundesliga genutzt wird, sind Trainer-Challenges laut FIFA nicht erlaubt. Mit Blick auf die höheren Spielklassen stellte Kircher zudem klar, dass dort offenbar kein Bedarf bestehe: Die Trainer wollten “nach unseren Erkenntnissen eigentlich gar keine Challenge”.

Ausblick auf die kommende Saison

Sollte es im Februar eine grundsätzliche Zustimmung geben, könnte die dritte Liga ab der nächsten Saison eine Vorreiterrolle im deutschen Profifußball einnehmen. Eine abgespeckte VAR-Lösung mit Trainer-Einspruch würde neue Wege gehen und könnte langfristig auch für andere Ligen interessant werden.

Gerade vor dem Hintergrund der engen Tabellenkonstellationen und sportlichen Bedeutung vieler Spiele wäre zusätzliche Entscheidungssicherheit ein starkes Argument. Ob die Klubs diesen Schritt gemeinsam gehen, bleibt abzuwarten.

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