Start News U21-Liga kommt: Bleibt die 3. Liga Talent-Schaufenster oder verliert sie Teams?

U21-Liga kommt: Bleibt die 3. Liga Talent-Schaufenster oder verliert sie Teams?

Die DFL denkt den nächsten Schritt in der Talentförderung laut: Ab der Spielzeit 2026/27 könnte ein eigener U21-Wettbewerb starten. Nach einem Bericht der „Sport Bild“ liegt dafür bereits ein erstes Konzept auf dem Tisch, das den Übergang vom Nachwuchs in den Profifußball erleichtern soll. Entscheidend wird, ob die Klubs dem Plan Anfang März grünes Licht geben.

Beschlussphase, so soll die Liga überhaupt starten

Nach Informationen der „Sport Bild“ ist die geplante U21-Liga das erste greifbare Ergebnis einer Expertengruppe, die die DFL im Herbst eingesetzt hat, um die sportliche Zukunft des deutschen Fußballs zu skizzieren. Das Präsidium will den Rahmen demnach bei der Mitgliederversammlung Anfang März zur Abstimmung stellen. Stimmen die Profiklubs zu, könnte der neue Wettbewerb bereits zur Saison 2026/27 anlaufen.

Freiwillig, aber mit festen Meldefenstern

Die Teilnahme soll nicht verpflichtend sein. Vereine müssten sich nach dem Plan jeweils vor der ersten und vor der zweiten Saisonhälfte anmelden, mit Fristen etwa zur Jahresmitte und noch einmal im Winter. Wer einsteigt, spielt eine Halbserie von Spätsommer bis Jahresende und eine weitere in der Rückrunde, beide Abschnitte werden getrennt gewertet, ähnlich wie es in manchen Ländern mit zwei eigenständigen Saisonhälften gehandhabt wird.

Modus nach Europacup-Vorbild, am Ende ein Finalturnier

Sportlich setzt das Konzept auf ein Format, das an den Europacup im sogenannten Schweizer Modell erinnert. Es geht also nicht um eine klassische Hin und Rückrunde gegen alle, sondern um eine gestaffelte Spielplanung mit mehreren Gegnern. Pro Halbserie soll jedes Team mindestens einige Partien gegen unterschiedliche Kontrahenten bestreiten, zusätzliche Duelle wären möglich.

Der sportliche Höhepunkt wäre anschließend ein Final-Four-Turnier: Die jeweils zwei besten Teams aus beiden Halbserien sollen in einem kurzen Endrundenformat den Sieger ausspielen.

Kurze Wege, wenig Aufwand, in der Regel ohne Publikum

Ein zentrales Ziel ist, den organisatorischen Druck niedrig zu halten. Damit Reisekosten nicht explodieren, sollen Partien grundsätzlich in einem Radius von rund 250 Kilometern stattfinden. Liegen die Standorte weiter auseinander, wären auch neutrale Spielorte denkbar.

Auch beim Zuschauerthema setzt der Entwurf auf Pragmatismus: Regulär sollen keine Fans zugelassen werden, um Abläufe zu vereinfachen. Für das Finalturnier könnte es allerdings eine andere Lösung geben, falls man dem sportlichen Abschluss einen größeren Rahmen geben will.

Kaderregeln mit viel Spielraum, und mit Profis als “Messlatte”

Besonders flexibel soll es bei der Kaderplanung zugehen. Die Mannschaftslisten müssten erst am Vorabend der Spiele gemeldet werden. Außerdem ist vorgesehen, die Zahl der Auswechslungen nicht zu begrenzen, damit möglichst viele Talente Einsatzminuten bekommen.

Gleichzeitig soll Erfahrung bewusst eingebaut werden: Pro Team dürften bis zu vier ältere Spieler eingesetzt werden. Das eröffnet zwei Wege, zum einen den direkten Vergleich junger Spieler mit gestandenen Profis, zum anderen eine Plattform für Rückkehrer, die nach Verletzungen wieder Spielpraxis sammeln müssen.

Kein Ersatz für zweite Mannschaften, eher ein Zusatzangebot

Wichtig ist, dass die U21-Liga nach dem Bericht nicht als Ersatz für zweite Mannschaften gedacht ist. Die Reserve-Teams der Profivereine sollen zunächst im bisherigen Ligensystem bleiben. Der neue Wettbewerb wäre ein zusätzliches Angebot, das vor allem jene Klubs stärken könnte, die keine zweite Mannschaft mehr im Spielbetrieb haben. Gerade für Vereine, die ihre Nachwuchsspieler bislang schwer an den Herrenbereich heranführen können, soll der Wettbewerb ein weiteres Sprungbrett schaffen.

Expertengruppe mit prominenten Namen, und einer klaren Ansage

Die DFL-Expertengruppe soll bereits mehrfach getagt haben und neben einem langfristigen Blick auch ein erstes Maßnahmenpaket vorbereiten. Zu den Beteiligten zählen laut Bericht unter anderem Jürgen Klopp, Max Eberl, Markus Krösche, DFL-Geschäftsführer Marc Lenz, DFB-Sportgeschäftsführer Andreas Rettig sowie Weltmeister Sami Khedira.

Lenz hatte die Richtung schon im Herbst umrissen und betont, dass die Liga die Entwicklungen genau beobachtet: „Zuletzt haben wir sportliche Themen, auch die Nachwuchsförderung, im Ligaverband intensiv diskutiert. Jetzt geht es darum, gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Expertengruppe wird dafür wichtige Impulse liefern“, sagte er damals.

Die nächsten Wochen dürften nun zeigen, ob aus dem Papier ein Wettbewerb wird. Klar ist schon jetzt, was die DFL damit erreichen will: mehr echte Spielpraxis für die Talente, weniger Brüche beim Schritt aus dem Nachwuchs in den Männerfußball, und ein Format, das für Klubs praktikabel bleibt, ohne die Tür für Profierfahrung zuzuschlagen.

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