Es klang nach Loyalität und Vertrauen, nach einem stillen Handschlag zwischen Spieler und Klub. Doch wenige Monate später ist von diesem Versprechen nichts mehr übrig. Dickson Abiama kehrt der Hoffnung vieler Fans des TSV 1860 München den Rücken und schlägt einen anderen Weg ein.
Ein kurzer Sommer, der Eindruck hinterließ
Als Dickson Abiama in der Rückrunde zur Münchner Leihe ansetzte, brauchte er kaum Anlaufzeit. Mit Tempo, Einsatzfreude und spürbarem Zug zum Tor fügte sich der Offensivmann schnell ein. Seine Einsätze waren nicht spektakulär, aber wirkungsvoll. Tore, Vorlagen, Präsenz. Genau das, was den „Löwen“ in dieser Phase guttat.
In Giesing entstand rasch der Wunsch, das Kapitel nicht nach wenigen Monaten wieder zu schließen. Sportlich passte Abiama, menschlich ebenso. Umso größer war die Hoffnung, dass sich im Sommer eine Tür erneut öffnen könnte.
Das gegebene Wort im Hintergrund
Nach dem Ende der Leihe kehrte Abiama zwar zunächst zurück zum 1. FC Kaiserslautern, doch die Verbindung nach München schien bestehen zu bleiben. In Gesprächen zwischen Klubführung und Spielerseite fiel ein Satz, der später noch Gewicht bekommen sollte.
Der damalige Geschäftsführer Christian Werner sprach öffentlich von einem klaren Signal. Der Spieler habe zugesichert, im Fall eines erneuten Wechsels in die 3. Liga ausschließlich nach München zurückzukehren. „…dass er nur zu uns zurückkommt“, so die zentrale Passage, die vielen Fans in Erinnerung blieb.
Realität statt Rückkehr
Nun ist klar: Diese Zusage hat keinen Bestand mehr. Statt eines zweiten Kapitels bei den „Löwen“ zieht es Abiama zur Rückrunde zu Rot-Weiss Essen. Der Wechsel erfolgt erneut auf Leihbasis und erneut in der 3. Liga, allerdings in eine andere Richtung als von vielen erwartet.
Dabei hatten sich die Gerüchte über eine Rückkehr nach München zuletzt verdichtet. Selbst nach dem personellen Umbruch in der Klubführung galt Abiama weiterhin als Option. Der Kontakt war nie ganz abgerissen.
Zwischen Bank und Neustart
Sportlich verlief die Hinrunde für Abiama ernüchternd. In Kaiserslautern kam er nur sporadisch zum Einsatz, meist ohne nachhaltigen Einfluss. Minuten sammelte er, Rhythmus kaum. Ein Neuanfang schien unausweichlich.
In Essen bietet sich nun eine andere Bühne. Der Klub mischt im oberen Tabellendrittel mit und hat den Relegationsrang in Reichweite. Genau dort soll Abiama mit seiner Schnelligkeit und Unberechenbarkeit neue Impulse setzen.
Vertrauensfrage bleibt offen
Was bleibt, ist ein schaler Beigeschmack in München. Nicht wegen der sportlichen Entscheidung allein, sondern wegen der Worte, die zuvor gefallen waren. Im Profifußball sind Versprechen selten belastbar, doch wenn sie öffentlich ausgesprochen werden, verlieren sie ihre Unschuld.
Für Abiama beginnt in Essen ein neues Kapitel. Für die „sechzger“ bleibt die Erkenntnis, dass Nähe und Vertrauen im schnelllebigen Geschäft oft nur Momentaufnahmen sind. Und manchmal eben nicht länger halten als ein halbes Jahr.
