Start News Rückkehr unter Flutlicht: Seegerts Wiedersehen in Mannheim

Rückkehr unter Flutlicht: Seegerts Wiedersehen in Mannheim

Foto: Alfio Marino - www.alfiomarino.de

Wenn am heutigen Freitagabend die Lichter im Carl-Benz-Stadion angehen, bekommt die Partie zwischen Waldhof Mannheim und Ulm eine zusätzliche Ebene. Es geht nicht nur um Punkte, sondern um Rückkehr, Brüche und neue Kapitel. Im Mittelpunkt steht ein Spieler, dessen Geschichte beide Vereine verbindet.

Rückkehr mit Vorgeschichte

Mit dem Anpfiff um 19 Uhr betritt SV Waldhof Mannheim den Rasen gegen den SSV Ulm 1846 Fußball. Auf der Gegenseite dürfte ein Profi auflaufen, der Mannheim lange geprägt hat. Marcel Seegert trug jahrelang das Waldhof-Trikot, ehe er im vergangenen Sommer den Neuanfang suchte. Unter dem damaligen Trainer Dominik Glawogger spielte er keine Rolle mehr, fand sich wiederholt auf der Tribüne und sah für sich keine Perspektive. Der Wechsel nach Ulm war konsequent, vielleicht auch ein Schritt aus der Not heraus.

Neue Chancen nach dem Trainerwechsel

Die Ironie der Geschichte folgte kurz darauf. Glawogger war Geschichte, Luc Holtz übernahm und sortierte den Kader neu. Ein Beispiel ist Terrence Boyd. Auch er war zuvor außen vor, ist inzwischen wieder fester Bestandteil der Mannschaft und zahlt das Vertrauen mit wichtigen Treffern zurück. Seegert allerdings hatte Mannheim da bereits verlassen. Für ihn kommt das Wiedersehen nun im Ulmer Trikot.

Punkte, Druck und bekannte Rivalen

Sentimentalitäten bleiben dennoch Nebensache. Ulm reist mit Rückenwind an, aber auch mit erheblichem Druck. Der Klub steckt tief im Tabellenkeller und braucht jeden Zähler, um den Anschluss zu halten. Der Gedanke an einen weiteren Abstieg schwebt über dem Verein. Waldhof Mannheim wiederum kennt den Abstiegskampf nur zu gut. In den vergangenen Spielzeiten ging es bis zuletzt um den Klassenerhalt, auch wenn die aktuelle Platzierung etwas Luft verschafft. In dieser Liga reicht eine kurze Schwächephase, um wieder nach unten zu rutschen.

Formkurven mit Gegensätzen

Die jüngsten Ergebnisse sprechen eher für die Gäste. Ulm sammelte zuletzt Selbstvertrauen mit zwei Siegen, darunter ein überzeugender Auftritt in Aue und ein knapper Erfolg gegen Duisburg. Waldhof startete dagegen holprig ins neue Jahr, fand aber zuletzt wieder Halt. Der Auswärtssieg in Köln wirkte wie ein Befreiungsschlag und könnte zum Wendepunkt werden.

Personallage und klare Worte

Auf Mannheimer Seite fehlen weiterhin Jascha Brandt, Julian Rieckmann und Sascha Voelcke. Holtz richtet den Blick dennoch nach vorn. „Wir sind bereit für Ulm. Sie sind gut gestartet und haben sich die letzten Siege verdient“, sagte der Coach und betonte, dass ein Gegner mit dieser Tabellenlage „mit viel Moral, Kampf und Qualität“ auftreten werde.

Ein kurzer Moment für den Abschied

Bevor der Ball rollt, wird es doch noch einen Augenblick der Ruhe geben. Beim Einlaufen verabschiedet der Waldhof Marcel Seegert offiziell. Danach zählt nur noch das Flutlichtspiel, in dem beide Teams ihre ganz eigenen Ziele verfolgen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Dieses Duell ist mehr als ein gewöhnlicher Freitagabend in der 3. Liga. Es ist ein Spiel, das zeigt, wie schnell sich Wege im Profifußball trennen und wieder kreuzen können.

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