Ein Abend, der lange nachwirkt: Rot-Weiss Essen taumelte in Aachen, schien früh geschlagen und biss sich doch zurück. Erst spät explodierte das Spiel, getragen von einem Mann, der den Rhythmus komplett veränderte. Am Ende blieb ein Punkt, der Mut macht, aber die große Chance ungenutzt ließ.
Früher Nackenschlag, lauter Rahmen
Im Traditionsduell bei Alemannia Aachen wurde von Beginn an klar, dass es kein Abtasten geben würde. Die Ränge kochten, die Zweikämpfe waren intensiv und Aachen setzte sofort Akzente. Nach wenigen Minuten nutzte Mika Schroers die erste saubere Kombination, zog entschlossen ab und brachte die Gastgeber früh in Führung.
Rot-Weiss Essen wirkte zunächst überrascht von der Wucht. Die Hausherren blieben gefährlich, ein ruhender Ball streifte das Tor, während Essen Mühe hatte, Struktur zu finden.
Effizienz statt Kontrolle
Und dann reichte ein Moment. Mit dem ersten Abschluss stellte RWE auf Gleichstand. Kaito Mizuta fasste sich nach einem Einwurf ein Herz und traf aus der Drehung durch dichtes Gedränge. Aachen brauchte kurz, fand aber schnell wieder Zugriff und schlug zurück: Schroers eroberte den Ball, leitete weiter und bereitete vor, der Abschluss aus spitzem Winkel saß. Zur Pause lag Essen erneut hinten.
Sekunden entscheiden ein Spiel
Was nach dem Seitenwechsel folgte, passte ins Bild dieses Abends. Kaum war angepfiffen, setzte Aachen nach, ein abgefälschter Ball landete erneut bei Schroers, der eiskalt blieb und auf 3:1 stellte. Für RWE ein harter Moment, der die Aufgabe noch größer machte.
Wechsel, Wucht und ein Mann im Fokus
Essen stabilisierte sich, ohne zunächst zwingend zu werden. Erst mit frischen Kräften kam neue Energie. Trainer Uwe Koschinat brachte mehr Risiko, und das Spiel kippte. Fünf Minuten vor dem Ende meldete sich Dickson Abiama eindrucksvoll an: ein Distanzschuss, kompromisslos, Hoffnung zurück. Kurz darauf wieder Abiama, wieder Abschluss, wieder Tor. Binnen weniger Minuten war alles offen.
Punkt mit Wirkung, aber ohne Sprung
In der Schlussphase warf Essen alles nach vorn, Aachen lauerte. Ein weiterer Treffer fiel nicht mehr. Das 3:3 fühlte sich für RWE wie eine Belohnung für Moral an, ließ in der Tabelle der 3. Liga jedoch den erhofften Sprung aus. Aachen wiederum verpasste etwas Luft nach unten.
Der Blick nach vorn
Essen will den Schwung mitnehmen, wenn es zuhause gegen Jahn Regensburg weitergeht. Aachen reist tags darauf zum SSV Ulm. Dieses Spiel aber wird bleiben, als Abend der Wendungen und als Abiama-Moment.
