Start Vereine Energie Cottbus „Wir müssen euch abschießen“: Wollitz und Wittmann im Wortgefecht

„Wir müssen euch abschießen“: Wollitz und Wittmann im Wortgefecht

Ein torloser Abend mit Nachhall: Das 0:0 zwischen dem FC Ingolstadt 04 und dem Tabellenführer FC Energie Cottbus lieferte reichlich Stoff für Diskussionen. Während die Statistik eine klare Tendenz nahelegte, gingen die Bewertungen der beiden Trainer nach Abpfiff deutlich auseinander.

Serien halten, Gefühle kochen

Auf dem Papier passte das Ergebnis zu den jüngsten Läufen beider Teams. Ingolstadt blieb weiter ungeschlagen und sammelte in den vergangenen Wochen konstant Punkte, Cottbus verteidigte die Spitze und füllte sein Konto weiter. Doch die Zahlen erzählten nur einen Teil der Geschichte. Auf dem Rasen entwickelte sich ein Spiel, das vor allem in der zweiten Halbzeit an Dynamik gewann und Emotionen freisetzte.

Zwei Blickwinkel, ein Spiel

Die Szenen nach dem Schlusspfiff sprachen Bände. Claus-Dieter Wollitz und Sabrina Wittmann suchten das direkte Gespräch und kamen dennoch nicht auf einen Nenner. Wittmann ordnete die Partie nüchtern ein. Gegenüber Magenta Sport sprach sie von einer offenen Begegnung, in der ihr Team die eigenen Angriffe nicht sauber zu Ende gespielt habe. Zugleich betonte sie die defensive Stabilität: Gegen den Spitzenreiter habe ihre Mannschaft das Tor konsequent verteidigt und sich das nötige Quäntchen Glück erarbeitet. „Ich glaube, dass es Glück des Tüchtigen ist, weil wir uns extrem viel erarbeiten“, erklärte sie und verwies auf eine Phase zuvor, in der vieles gegen Ingolstadt gelaufen sei.

Wollitz sah das Geschehen aus einer anderen Perspektive. Für ihn kippte die Partie nach der Pause klar zugunsten seiner Elf. Die Dominanz, die Vielzahl an Abschlüssen und Standards sowie ein gegnerischer Torhüter, der mehrfach im Mittelpunkt stand, seien Beleg genug. „Aufgrund der zweiten Halbzeit darf es nur einen Sieger geben“, sagte der Cottbuser Coach und sprach von einem Spiel „fast auf ein Tor“. Die Emotionen, die im Satz „Wir müssen euch abschießen“ kulminierten, waren Ausdruck dieser Wahrnehmung.

Personalfragen ohne Schnellschüsse

Neben der Analyse des Spiels lenkte Wollitz den Blick auch auf die eigene Kaderbreite. Neuzugang Tolga Cigerci sei ein spannendes Thema, aber keines, das alles überlagern dürfe. Cottbus stehe weit oben, ohne ihn bislang fest eingebaut zu haben, und das spreche für die Mannschaft. Spielrhythmus und aktuelle Form seien entscheidend, erklärte Wollitz und machte zugleich klar, dass Leistung über Namen stehe. Zugleich ließ er keinen Zweifel daran, dass zusätzliche Qualität in intensiven Phasen willkommen sei.

Ein Remis mit Wirkung

So blieb am Ende ein 0:0, das statistisch wenig Glanz hatte, inhaltlich aber umso mehr. Ingolstadt nahm Selbstvertrauen aus einer stabilen Defensivleistung mit, Cottbus den Beweis, auch ohne Treffer dominant auftreten zu können. Die Diskussionen danach zeigten, wie schmal der Grat zwischen Zufriedenheit und Frust im Spitzenfußball verläuft und wie unterschiedlich ein Spiel gelesen werden kann.

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