Dienstag, Februar 24, 2026
Start News Rat vertagt Stadion-Entscheidung: Stadt plant neuen Kurs bei der Bremer Brücke

Rat vertagt Stadion-Entscheidung: Stadt plant neuen Kurs bei der Bremer Brücke

Kurz vor der geplanten Entscheidung hat die Politik in Osnabrück noch einmal die Bremse gezogen. Die sofortige Übernahme des Stadions an der Bremer Brücke durch die Stadt ist vorerst vertagt. Statt einer schnellen Abstimmung soll der Rat nun erst in einigen Wochen über den neuen Kurs entscheiden.

Tagesordnung kurzfristig geändert

Eigentlich sollte der Rat der Stadt Osnabrück noch in dieser Woche über die Eigentumsfrage rund um das Stadion an der Bremer Brücke befinden. Doch kurz vor Sitzungsbeginn verschwand der Punkt von der Tagesordnung. Die politische Entscheidung wird nun vertagt, eine neue Beschlussfassung ist erst in etwa fünf Wochen vorgesehen.

Neuer Zeitplan statt schneller Beschluss

Hintergrund der Verschiebung ist laut einem Bericht der „NOZ“ ein Strategiewechsel bei der geplanten Übernahme der Stadiongesellschaft. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Stadt schrittweise einsteigt und sich über eine Kapitalerhöhung nach und nach die Mehrheit sichert. Dieses Modell gilt inzwischen als zu kompliziert und zeitaufwendig. Stattdessen soll nun eine sofortige vollständige Übernahme aller Anteile geprüft und vorbereitet werden.

Warum die Stadt auf Tempo setzt

Die Stadt verspricht sich von diesem Vorgehen vor allem praktische Vorteile. Mit klaren Eigentumsverhältnissen könnten Verträge ohne Umwege geschlossen und Bauaufträge schneller vergeben werden. Das Ziel bleibt, den geplanten Umbau des Stadions möglichst zügig auf den Weg zu bringen und finanzielle Spielräume besser auszunutzen.

Gespräche mit dem Verein als Auslöser

Auslöser für die Kehrtwende waren auch intensive Gespräche mit dem VfL Osnabrück e.V.. Beim bisherigen Modell hätte für den Verein das Risiko bestanden, vorübergehend seine Gemeinnützigkeit zu verlieren. Damit wären steuerliche Nachteile verbunden gewesen. Diese Gefahr soll mit der sofortigen Komplettübernahme vermieden werden.

Als Gegenleistung für die Abgabe seiner Anteile soll der VfL weiterhin umfangreiche Mitspracherechte erhalten. Geplant sind Einflussmöglichkeiten bei der zukünftigen Ausgestaltung des Stadions sowie Sonderregelungen für die Nutzung bestimmter Bereiche, etwa für vereinseigene Veranstaltungen oder Zwecke.

Offene Punkte vor dem Baubeginn

Ganz abgeschlossen ist der Prozess allerdings noch nicht. Ein neuer Pachtvertrag zwischen Stadt und Verein muss erst ausgehandelt werden. Zudem stehen wichtige Genehmigungen noch aus. Neben der Zustimmung der Kommunalaufsicht des Landes Niedersachsen ist auch eine beihilferechtliche Prüfung auf europäischer Ebene erforderlich.

Bis all diese Fragen geklärt sind, bleibt die Zukunft der Bremer Brücke politisch vertagt. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob der neue Zeitplan hält und der Umbau tatsächlich schneller starten kann.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein