Bleiben die Löwen während des Umbaus im Grünwalder Stadion oder steht doch ein Umzug bevor? Eine aktuelle Debatte um eine Machbarkeitsstudie sorgt für neue Dynamik. Während zunächst ein Ausweichen ins Olympiastadion als unausweichlich galt, rückt nun wieder die Hoffnung auf Spiele im gewohnten Zuhause in den Fokus. Entscheidend ist, wie genau die geplanten Maßnahmen definiert sind.
Unterschiedliche Szenarien, unterschiedliche Folgen
Ausgangspunkt der Diskussion ist eine Beschlussvorlage für den Münchner Stadtrat. In ihr wurde ein mögliches Szenario skizziert, bei dem das städtische Stadion an der Grünwalder Straße umfassend im Bestand saniert wird. In dieser Variante wäre ein Spielbetrieb während der Bauphase nicht realisierbar, wie nun aus einem Bericht der „Abendzeitung“ hervorgeht.
Ein Vertreter der Stadtverwaltung machte im Gremium deutlich: „Für die Sanierung des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße ist wegen der Komplexität der Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt von einem Zeitfenster von insgesamt ca. fünf bis sechs Jahren für die Planung und Umsetzung auszugehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Ertüchtigung in einem Bauabschnitt umgesetzt wird und eine Nutzung des Stadions während der Bauphase ausgeschlossen ist.“
In diesem Fall wäre ein temporärer Umzug ins Olympiastadion München unumgänglich. Allerdings stünde diese Option erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung, da das Stadion zuvor anderweitig verplant ist.
Sanierung oder Ausbau in Eigenregie?
Wichtig ist jedoch die Differenzierung zwischen zwei Konzepten: einer klassischen „Sanierung im Bestand“ unter städtischer Regie und einem möglichen Ausbau mit anderen Rahmenbedingungen, etwa im Kontext einer Erbpachtlösung. Während die Stadt bei der Sanierung im Bestand klar davon ausgeht, dass der Spielbetrieb ruhen müsste, betrifft diese Einschätzung nicht automatisch alle denkbaren Umbauvarianten. Genau hier setzt die nun diskutierte Machbarkeitsstudie an.
Hoffnung durch die Machbarkeitsstudie
Nach aktuellen Informationen der „AZ“ soll die Studie nicht nur die angestrebte Kapazität von mindestens rund 25.000 Plätzen sowie wirtschaftliche Aspekte prüfen, sondern ausdrücklich auch die Frage klären, ob ein Umbau inklusive bundesligatauglicher Aufrüstung im laufenden Spielbetrieb möglich ist. Das ist keine überraschende Wendung, sondern vielmehr ein logischer Bestandteil eines solchen Gutachtens.
Schließlich gehört es zum Kern einer Machbarkeitsprüfung, verschiedene Bauabläufe, Bauabschnitte und Nutzungskonzepte gegeneinander abzuwägen. Sollte sich ein Umbau in Etappen als realistisch erweisen, könnten die Löwen in ihrem angestammten Stadion bleiben. Eine Ausweichspielstätte wäre dann nicht erforderlich, und der Start der Baumaßnahmen könnte womöglich früher erfolgen als bislang angenommen.
Politische und sportliche Dimension
Für den Verein, seine Anhänger und die Stadtpolitik ist die Frage von enormer Tragweite. Das Grünwalder Stadion steht für Tradition und Identität. Ein längerer Umzug würde nicht nur logistische Herausforderungen mit sich bringen, sondern auch emotionale Folgen haben. Gleichzeitig sind sicherheitsrechtliche, bauliche und infrastrukturelle Anforderungen zu beachten, insbesondere wenn eine Perspektive für höhere Spielklassen geschaffen werden soll. In den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, wie sensibel dieses Thema in München diskutiert wird.
Ob am Ende tatsächlich im laufenden Betrieb umgebaut werden kann, wird die Studie klären müssen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die bisherige Aussage, ein Spielbetrieb während der Arbeiten sei grundsätzlich ausgeschlossen, bezog sich ausschließlich auf die Variante einer reinen Bestandssanierung. Die kommenden Monate dürften daher entscheidend werden. Sie werden zeigen, ob die Löwen ihre Heimspiele auch während eines tiefgreifenden Umbaus an der Grünwalder Straße austragen können oder ob doch ein Kapitel im Olympiastadion aufgeschlagen wird.
