Der Aufstiegskampf in der 3. Liga erreicht früh im Jahr eine neue Intensität. Hansa Rostock steht vor Wochen, die das Kräfteverhältnis an der Tabellenspitze verschieben können. Mehrere direkte Duelle gegen ambitionierte Rivalen machen den Februar zu einem Schlüsselmonat. Die Ausgangslage ist eng, die Erwartungen hoch, die Bühne bereitet.
Direkte Duelle mit Signalwirkung
Wenn ambitionierte Mannschaften aufeinandertreffen, geht es selten nur um drei Punkte. Für Hansa Rostock beginnt nun eine Phase, in der jede Partie unmittelbare Auswirkungen auf die Tabelle hat. Mit dem VfL Osnabrück, dem TSV 1860 München und Rot-Weiss Essen warten gleich mehrere Konkurrenten, die offen vom Sprung in die 2. Bundesliga träumen.
Den Auftakt bildet das Heimspiel gegen Osnabrück, ein Team, das sich stabil in der Spitzengruppe festgesetzt hat. Dessen Trainer Timo Schulz machte die Ambitionen deutlich und sprach offen davon, dass sein Klub den Aufstieg anpeilt. Rostocks Coach Daniel Brinkmann ordnete das nüchtern ein und erklärte sinngemäß, dass wohl kaum ein Trainer im oberen Tabellenfeld derzeit andere Ziele formulieren würde. Der Ton ist gesetzt, es geht um Selbstbewusstsein und Positionierung.
Osnabrück als Prüfstein
Sportlich wartet mit dem VfL eine anspruchsvolle Aufgabe. Kaum ein Team verteidigt derzeit konsequenter, auswärts präsentiert sich Osnabrück besonders stabil. Die Defensive gilt als das Prunkstück, Gegentreffer sind Mangelware. Für Hansa bedeutet das Geduld, Präzision und maximale Konzentration.
Innenverteidiger Florian Carstens spricht von richtungsweisenden Wochen und beschreibt die kommenden Spiele als „Wochen der Wahrheit“. Seine Botschaft ist klar, die Mannschaft weiß um die Tragweite dieser Phase. In direkten Vergleichen könne man nicht nur punkten, sondern ein Zeichen setzen. Es seien Begegnungen mit doppeltem Effekt, weil man gleichzeitig selbst sammelt und dem Rivalen Zähler vorenthält.
Die Tabelle in Bewegung
Ein Blick auf das Klassement verdeutlicht die Brisanz. Zwischen der Spitze und dem erweiterten Verfolgerfeld liegen nur wenige Punkte. Energie Cottbus führt das Tableau an, dicht gefolgt vom MSV Duisburg. Dahinter drängt ein Pulk an Mannschaften, darunter auch Hansa Rostock. Selbst der SV Wehen Wiesbaden mischt noch mit und hält Anschluss.
Der Abstand zwischen Rang eins und Rang sieben ist überschaubar, jede Partie kann das Bild verändern. Ein erfolgreicher Monat würde Hansa in eine deutlich bessere Ausgangsposition bringen. Umgekehrt droht bei schwächeren Ergebnissen der Rückfall ins Mittelfeld. Die Liga zeigt sich ausgeglichen wie selten, Konstanz wird zum entscheidenden Faktor.
Positiver Druck als Antrieb
Von Nervosität will in Rostock jedoch niemand sprechen. Carstens beschreibt die Situation als positiven Druck, als zusätzliche Motivation, sich zu beweisen. Genau solche Spiele seien es, auf die man hinarbeite. Auch Mittelfeldspieler Marco Schuster betont die Dynamik dieser Spielzeit.
In dieser Liga könne sich das Stimmungsbild innerhalb weniger Tage drehen. „Jetzt haben wir die direkten Duelle und dann können wir als große Sieger herausgehen. Wir können dem Gegner ein paar Punkte stehlen“, so Schuster.
Februar als Weichensteller
Der kommende Monat wird damit zur Standortbestimmung. Es geht um Widerstandsfähigkeit, taktische Disziplin und den Mut, in entscheidenden Momenten Verantwortung zu übernehmen. Die Konkurrenz ist stark, die Abstände minimal. Sollte es Hansa gelingen, die direkten Vergleiche erfolgreich zu gestalten, könnte sich die Perspektive schnell verändern.
Andernfalls bleibt das Rennen offen und unberechenbar. Klar ist nur, dass der Aufstieg nicht im Frühjahr entschieden wird, wohl aber die Richtung. Und genau diese Richtung will Rostock jetzt vorgeben.
