Start News Nach hitziger Schlussphase in Cottbus: Waldhof-Sportchef nimmt Stellung

Nach hitziger Schlussphase in Cottbus: Waldhof-Sportchef nimmt Stellung

Foto: Lars Zimmermann

Ein umstrittener Moment, hitzige Diskussionen und am Ende ein Bild, das für neue Brisanz sorgt: Das Drittliga-Duell zwischen Waldhof Mannheim und Energie Cottbus hatte alles, was Fußball emotional macht. Nach dem Schlusspfiff standen jedoch nicht Taktik oder Tabellenstand im Mittelpunkt, sondern eine Szene in der Nachspielzeit. Waldhof-Sportchef Gerhard Zuber bezieht nun klar Stellung.

Streitfall in letzter Minute

Was auf dem Spielberichtsbogen als 1:1 zwischen dem SV Waldhof Mannheim und Energie Cottbus vermerkt ist, fühlte sich für viele Beteiligte ganz anders an. Tief in der Nachspielzeit kam es zu jener Szene, die das Spiel in der Lausitz überschattete. Ein Kopfball des Cottbuser Verteidigers Nyamekye Awortwie-Grant sorgte für kollektives Innehalten. War der Ball vollständig hinter der Linie oder nicht?

Während die einen von einem klaren Treffer sprachen, hielten andere dagegen. Erst ein später veröffentlichtes Foto nährte die Diskussion erneut, es zeigte den Ball augenscheinlich deutlich hinter der Torlinie. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits beendet, Schiedsrichter Ben Henry Uhrig hatte unmittelbar nach der Aktion abgepfiffen.

Emotionen entladen sich auf dem Rasen

Mit dem Schlusspfiff brachen alle Zurückhaltung und Anspannung auf. Der gesamte Cottbuser Stab stürmte in Richtung des Unparteiischen. Proteste, laute Stimmen, aufgebrachte Gesten. Mittendrin: Waldhof-Sportchef Gerhard Zuber, der sich schützend vor den Referee stellte. In dieser aufgeheizten Situation kam es auch zu einer Szene zwischen Zuber und Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Bilder zeigten, wie Zuber zu Boden ging, nachdem Wollitz ihm auf den Fuß getreten war. Schnell kursierten Spekulationen über ein mögliches Foulspiel abseits des Geschehens.

Zuber selbst räumt nun mit diesen Gerüchten auf und sagt selbst, dass die „Emotionen da ein bisschen übergekocht sind. Aber das macht den Fußball ja auch ein Stück weit aus“, erklärte er. Er habe den Schiedsrichter schützen wollen, der von mehreren Seiten bedrängt worden sei. Zum Zusammenstoß mit Wollitz sagte er: „Deshalb war’s ein bisschen wild und Pele ist mir versehentlich an den Fuß getreten, hat sich danach am Feld wie auch nochmals drinnen entschuldigt. Damit ist das Thema auch wieder gut und abgehakt.“

Nachspiel in der Kabine

Nach der hitzigen Szene kehrte allmählich Ruhe ein. Vertreter beider Vereine sowie das Schiedsrichterteam sichteten im Anschluss die vorhandenen Bilder. Man reichte sich die Hand, räumte Missverständnisse aus. Eine endgültige Gewissheit brachte die Analyse jedoch nicht.

Gerade diese Unsicherheit beschäftigt Zuber. Für ihn liegt die Lösung auf der Hand: technische Unterstützung. „Was definitiv helfen würde, wäre die Torlinientechnik“, betonte er und erinnerte an eine ähnliche Situation in der Hinrunde, als beim Auswärtsspiel in Aachen ebenfalls ein Treffer aus Mannheimer Sicht nicht anerkannt worden war.

Technik als Zukunftsfrage

In einer Liga, in der oft Nuancen über Punkte entscheiden, könnte technische Hilfe künftig für mehr Klarheit sorgen. Die Szene von Cottbus zeigt, wie schmal der Grat zwischen Jubel und Frust sein kann. Am Ende bleibt ein Spiel, das sportlich intensiv war, aber vor allem wegen eines Moments in Erinnerung bleiben dürfte.

Vielleicht beschleunigt genau dieser Augenblick die Diskussion über moderne Hilfsmittel im deutschen Profifußball. Denn wenn ein einziges Bild mehr sagt als tausend Meinungen, wächst der Ruf nach objektiver Unterstützung unüberhörbar.

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