Beim SSV Ulm 1846 Fußball wächst der Druck von Woche zu Woche. Zwei Rückschläge hintereinander haben die Lage im Tabellenkeller der 3. Liga erneut verschärft. Nun steht im Donaustadion ein Duell an, das über weit mehr als nur drei Punkte entscheiden könnte. Trainer Pavel Dotchev spricht offen von einer kritischen Phase und fordert eine klare Antwort seiner Mannschaft.
Nach dem Rückschlag wächst die Unruhe
Die Niederlage gegen Alemannia Aachen hat Spuren hinterlassen. Nicht nur sportlich, auch in der Analyse danach wurde deutlich, wie sehr der Auftritt den Trainer irritiert hat. Bereits unmittelbar nach Abpfiff hatte Pavel Dotchev das Spiel als einmaligen Fehltritt eingeordnet. Wenig später stellte er jedoch klar, dass er eine Wiederholung keinesfalls akzeptieren würde. „Ich wünsche mir und hoffe, dass es nur ein Ausrutscher war. Wir haben das Spiel viel zu kompliziert gemacht. Sachen die wir besprochen haben, wurden gar nicht umgesetzt und gleichzeitig muss ich an dieser Stelle aber auch sagen, dass Alemannia Aachen viele Sachen gut gemacht hat“, so der Coach der Spatzen.
Vor allem die Art und Weise, wie seine Mannschaft agierte, missfiel ihm. Man habe die Partie unnötig verkompliziert und die besprochenen Inhalte nicht auf den Platz gebracht. „Alles was wir nicht machen wollten haben wir gemacht und Aachen hat das ausgenutzt.“ Einzelne Spieler hätten zu wenig Verantwortung übernommen, zudem sei die Dynamik innerhalb der Gruppe nicht stimmig gewesen. Für einen Trainer, der zuletzt wenig Anlass für Veränderungen sah, ist das ein deutliches Signal.
Personelle Konsequenzen angekündigt
Bis vor Kurzem vertraute Dotchev weitgehend auf eingespielte Abläufe. Nach dem enttäuschenden Auftritt kündigte er nun an, Anpassungen vorzunehmen. Konkrete Namen vermied er, doch die Botschaft ist klar: Jeder Platz in der Startelf steht zur Disposition. Die Situation wird zusätzlich durch zahlreiche Ausfälle erschwert. Mehrere Akteure fehlen langfristig, dazu kommen kurzfristige Probleme. Der erfahrene Offensivspieler Lukas Röser muss pausieren, ebenso fehlen mit Aleksandar Kahvic und Felix Vater zwei Optionen, die zuletzt regelmäßig eingebunden waren. Hinter weiteren Spielern steht ein Fragezeichen.
Trotzdem will der Trainer die Personalsituation nicht als Entschuldigung gelten lassen. Mit einem breit aufgestellten Kader sieht er genügend Alternativen. „Wir haben genug Leute und genug Potenzial, den einen oder anderen Spieler zu ersetzen“, erklärte er selbstbewusst. Das Spiel am vergangenen Samstag sieht Dotchev als „Ausrutscher, alles andere kann ich nicht akzeptieren“, wird der Coach deutlich.
Kellerduell mit Signalwirkung
Am Wochenende empfängt der SSV Ulm 1846 Fußball den direkten Konkurrenten 1. FC Saarbrücken im Donaustadion. Beide Teams befinden sich im unteren Tabellendrittel, entsprechend hoch ist die Brisanz. Ein Erfolg würde den Rückstand auf das rettende Ufer deutlich verkürzen und neue Hoffnung entfachen. Eine weitere Niederlage dagegen könnte die Distanz weiter anwachsen lassen. Dotchev spricht offen von einer „kritischen Situation“.
Gleichzeitig verweist er auf die Leistungen aus den Wochen vor dem Aachen-Spiel. Wenn seine Mannschaft an diese Auftritte anknüpfe, „dann ist unsere Chance sehr, sehr groß und sehr, sehr hoch, dass wir hier am Samstag gewinnen können“, so der Trainer. Der Gegner reist mit neuem Selbstvertrauen an, nachdem er zuletzt wieder Punkte sammeln konnte. Doch im Abstiegskampf zählt vor allem die eigene Stabilität. Ulm muss die Balance zwischen Mut und Kontrolle finden. Dann wurde es laut, im Training wie in der Kabine.
Entscheidende Wochen in der 3. Liga
Die aktuelle Phase der 3. Liga ist für viele Vereine richtungsweisend. Im Tabellenkeller entscheidet jeder Spieltag über Perspektiven und Planungen für die kommende Saison. Für Ulm geht es nicht nur um sportlichen Erfolg, sondern auch um die wirtschaftliche Grundlage des Klubs.
Das Spiel gegen Saarbrücken ist deshalb mehr als ein gewöhnliches Heimspiel. Es ist ein Moment, in dem sich zeigen wird, ob die Mannschaft den Ernst der Lage erkannt hat und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Die Antwort darauf könnte die gesamte Saison prägen.
