Mit einem frühen Doppelschlag und einem echten Strahl in den Winkel hat der MSV Duisburg die deutliche Niederlage aus der Vorwoche abgeschüttelt. Gegen Schlusslicht Schweinfurt reichte eine starke erste Halbzeit zum 3:1, danach verwalteten die Meidericher lange den Vorsprung, ohne wirklich zu glänzen. Unterm Strich blieb ein wichtiger Heimsieg, der zumindest vorübergehend die Spitze brachte.
Schnelle Antwort nach dem Wiesbaden-Debakel
Nach der heftigen Pleite in Wiesbaden war die Richtung für Duisburg klar: diesmal Stabilität, diesmal Ergebnis. Genau das lieferte der MSV am Samstagnachmittag vor eigenem Publikum, auch wenn die Vorstellung über weite Strecken eher pragmatisch als spektakulär wirkte. Der Lohn: drei Punkte und für kurze Zeit Platz eins.
An der Seitenlinie gab es dabei eine Besonderheit. Cheftrainer Dietmar Hirsch fehlte gesperrt, Co-Trainer Marvin Höner übernahm die Verantwortung. Bei den Gästen wiederum stand ein neues Gesicht im Fokus: Jermaine Jones, erst in dieser Woche verpflichtet, gab sein Debüt als Schweinfurter Trainer.
Umstellungen und ein Start, der sofort saß
Im Vergleich zur Vorwoche veränderte Duisburg seine Startformation auf mehreren Positionen. Leon Müller, Niklas Jessen und Dominik Kother rückten in die Anfangsformation, unter anderem, weil Rasim Bulic und Joshua Bitter verletzt fehlten.
Und der MSV brauchte keine Anlaufzeit. Schon früh deutete sich an, dass Schweinfurt große Mühe bekommen würde. Jessen zwang Torhüter Maximilian Weisbäcker zunächst zu einer Parade, kurz darauf war der Keeper chancenlos. Conor Noß vollendete nach Vorarbeit von Can Coskun technisch stark zur schnellen Führung.
Geschenke, Kontrolle, dann der Moment fürs Stadion
Mit dem 1:0 im Rücken schaltete Duisburg spürbar einen Gang zurück, ließ den Gästen mehr Ballbesitz, ohne dabei ernsthaft ins Wanken zu geraten. Schweinfurt kam zwar zu einer ersten Möglichkeit, doch wirklich zwingend wurde es nicht. Dann kam die Phase, die das Spiel entschied. Nach einem Ballverlust im Schweinfurter Aufbau roch Aljaz Casar die Chance, ging dazwischen und bedankte sich mit dem 2:0. Wieder zog sich Duisburg etwas zurück, die Partie wurde zerfahrener, die klaren Aktionen seltener.
Bis Coskun das Stadion aufweckte. Aus der Distanz zog er ab und setzte den Ball wuchtig in den Winkel, ein Treffer, der mehr nach Highlight als nach Arbeitssieg aussah. Kurz vor der Pause hätte Duisburg sogar noch nachlegen können, Casar scheiterte jedoch am Schweinfurter Schlussmann.
Zweite Halbzeit im Verwaltungsmodus
Nach dem Seitenwechsel spielte sich vieles im Mittelfeld ab. Duisburg blieb zwar die aktivere Mannschaft, agierte im letzten Drittel aber nicht mehr mit dem ganz großen Nachdruck. Noß verpasste per Kopf, Chancen wurden nicht konsequent zu Ende gespielt, und Schweinfurt half mit unsauberen Pässen im Aufbau kräftig mit. In diese ruhigere Phase fiel ein Moment, der unabhängig vom Spielstand für Emotionen sorgte: Jakob Bookjans kam unter großem Applaus zurück auf den Platz, es war sein erster Einsatz seit langer Verletzungspause nach einem Unterschenkelbruch.
Schweinfurts Anschlusstreffer kommt zu spät
Der MSV hatte weitere Möglichkeiten, etwa über Lex-Tyger Lobinger, der aus spitzem Winkel am Torhüter scheiterte und später ausgewechselt wurde. Schweinfurt meldete sich in der Schlussphase dann wieder häufiger vorne an, zunächst ohne Ertrag. Doch die Gäste blieben dran und kamen schließlich per Kopf zum Treffer: Winners Osawe verkürzte auf 1:3. Für eine echte Aufholjagd reichte es dennoch nicht. Schweinfurt war danach zwar bemühter und präsenter, blieb aber in den entscheidenden Aktionen zu harmlos, um Duisburg noch einmal ernsthaft zu gefährden.
Nächstes Heimspiel schon in Sicht
Für Duisburg zählt am Ende vor allem das Resultat: eine Reaktion, drei Punkte, ein Stück Ruhe nach der turbulenten Vorwoche. Spielerisch blieb Luft nach oben, aber genau solche Spiele können in einer langen Saison den Unterschied machen. Weiter geht es am nächsten Sonntag mit dem nächsten Heimauftritt, dann kommt der TSV Havelse am Nachmittag nach Duisburg.
