Start Vereine Hansa Rostock Elfmeter sorgt für Eklat: Rostock hadert nach Niederlage in München

Elfmeter sorgt für Eklat: Rostock hadert nach Niederlage in München

Foto: Lars Zimmermann/Liga3-News

Ein umstrittener Strafstoß sorgt für heftige Diskussionen und wirft Hansa Rostock im Aufstiegsrennen zurück. Beim Auswärtsspiel in München entscheidet nicht die spielerische Klasse, sondern ein Pfiff, der die Gemüter erhitzt. Nach Abpfiff entlädt sich der Frust in deutlichen Worten.

Entscheidung vom Punkt verändert alles

Es war eines dieser Spiele, in denen jede Aktion zählt. Im Duell zwischen Hansa Rostock und TSV 1860 München neutralisierten sich beide Teams über weite Strecken. Rostock begann mutig, setzte Akzente im Spielaufbau und wirkte präsenter. Doch kurz nach dem Seitenwechsel nahm die Partie eine Wendung, die für anhaltende Diskussionen sorgen sollte. Eine Hereingabe von David Philipp segelte in den Strafraum. In der Mitte stand Ahmet Gürleyen, der den Ball aus kurzer Distanz an den Arm bekam. Der Schiedsrichter zögerte nicht lange und zeigte auf den Punkt.

Eine Szene, die in Echtzeit kaum eindeutig wirkte, entschied letztlich das gesamte Topspiel. Während in höheren Spielklassen der Videoassistent regelmäßig für Korrekturen sorgt, bleibt in der 3. Liga oft nur die Einschätzung des Unparteiischen. Genau diese Bewertung brachte Rostock diesmal ins Hintertreffen.

Gürleyens Wutrede nach Abpfiff

Nach dem Schlusspfiff war der Ärger bei den Gästen nicht mehr zu übersehen. Abwehrspieler Ahmet Gürleyen sprach bei MagentaSport Klartext und fand drastische Worte. „Das war nicht das erste Spiel, das wir so gestalten. Diesmal ist noch ein anderer Mann dafür verantwortlich, dass wir das Spiel verlieren“, sagte er sichtlich aufgebracht. Er habe langsam keine Worte mehr für die wiederkehrenden Entscheidungen, die aus seiner Sicht gegen sein Team laufen. „Es gibt jede Woche eine andere Scheiße. Ich habe langsam keinen Bock mehr“, stellte er unmissverständlich klar. Besonders die Szene selbst ließ ihn ratlos zurück.

Aus seiner Sicht sei der Ball aus kürzester Distanz an den Arm geschossen worden, eine natürliche Bewegung, keine aktive Aktion. Der Kontakt mit dem Schiedsrichter nach dem Spiel? Fehlanzeige. Auch das verstärkte seinen Frust. Die Wortwahl war deutlich, fast schon ein Ventil für angestauten Ärger. Man merkte, wie sehr ihn dieser Moment beschäftigte.

Brinkmann sieht es differenzierter

Auch Trainer Daniel Brinkmann haderte zunächst mit dem Pfiff. Er stellte die Frage, was sein Verteidiger in dieser Situation überhaupt anders hätte machen sollen. Der Arm sei in einer natürlichen Bewegung gewesen, der Ball aus unmittelbarer Nähe gekommen. Für ihn sei die Entscheidung „mega bitter“, weil seine Mannschaft über die gesamte Spielzeit viel investiert habe.

Gleichzeitig schlug er nach dem ersten Ärger auch selbstkritische Töne an. Trotz aller Diskussionen habe sein Team kein Tor erzielt. Am Ende gehe es darum, die eigenen Chancen konsequenter zu nutzen und Lösungen gegen tief stehende Gegner zu finden. TSV 1860 München habe defensiv agiert und auf Konter gelauert, Rostock hingegen sei immer wieder angerannt, ohne den entscheidenden Durchbruch zu schaffen.

Schwierige Wochen stehen bevor

Die Niederlage kommt für Hansa Rostock zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im engen Rennen um die begehrten Plätze Richtung 2. Bundesliga zählt jeder Punkt. Und das Restprogramm hat es in sich. Mehrere direkte Konkurrenten warten in den kommenden Wochen, darunter Traditionsvereine und formstarke Teams. Gerade in solchen Phasen können umstrittene Entscheidungen doppelt schwer wiegen. Nicht nur tabellarisch, sondern auch mental.

Die Rostocker wirkten nach dem Spiel getroffen, zugleich aber auch kämpferisch. Die Szene in München wird vermutlich noch länger diskutiert werden. Für Rostock bleibt allerdings wenig Zeit zum Grübeln. Die kommenden Spiele bieten die Chance zur Antwort auf dem Platz. Und genau dort muss die Mannschaft nun ihre Reaktion zeigen.

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