Nach einem hitzigen Auswärtsspiel hat die Bundespolizei am Essener Hauptbahnhof konsequent durchgegriffen. Rund 180 Anhänger von Rot-Weiss Essen wurden nach ihrer Rückkehr aus Osnabrück stundenlang kontrolliert. Vorausgegangen waren schwere Vorfälle bei der Abreise im Norden, bei denen auch Polizeibeamte verletzt wurden.
Eskalation bereits in Osnabrück
Die sportliche Enttäuschung war deutlich, auf dem Platz unterlag Rot-Weiss Essen dem Gastgeber VfL Osnabrück klar. Doch die eigentliche Brisanz entwickelte sich abseits des Rasens. Nach Angaben der Bundespolizei kam es am Bahnhof in Osnabrück bei der Abreise zu massiven Auseinandersetzungen. Die Ermittler sprechen von schweren Landfriedensbrüchen, Körperverletzungen sowie Angriffen auf Einsatzkräfte. Zwei Beamte wurden dabei verletzt. Infolge der Vorfälle entschied die Bundespolizei, den Zug mit den Essener Fans bis ins Ruhrgebiet zu begleiten.
Im betroffenen Zug sollen sich sowohl Teile der organisierten Fanszene als auch ungebundene Anhänger befunden haben. Eine klare Trennung zwischen einzelnen Gruppen war nach ersten Einschätzungen nicht möglich.
Polizeieinsatz am Essener Hauptbahnhof
Als der Zug am Abend am Essen Hauptbahnhof einrollte, warteten bereits zahlreiche Einsatzkräfte. Gegen kurz vor 20 Uhr begannen umfangreiche Kontrollmaßnahmen. Rund 180 Personen wurden über mehrere Stunden festgehalten. Die Beamten nahmen Personalien auf, fertigten Fotos an und durchsuchten die Betroffenen. Der Bahnhof wurde währenddessen weiträumig abgesichert. Für Reisende bedeutete der Einsatz sichtbare Einschränkungen, größere Zwischenfälle blieben jedoch aus.
Haftbefehl vollstreckt
Im Zuge der Identitätsfeststellungen stellte sich heraus, dass gegen einen 32-jährigen Mann aus Essen ein Haftbefehl vorlag. Er wurde vorübergehend zur Wache gebracht. Nachdem er eine offene Geldstrafe im vierstelligen Bereich beglichen hatte, konnte er die Dienststelle wieder verlassen. Weitere Festnahmen wurden nach Polizeiangaben nicht bekannt. Die Maßnahmen endeten am späten Abend.
Ermittlungen laufen weiter
Die Vorfälle werfen erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage rund um Auswärtsspiele in der dritten Liga. Gewalt im Umfeld von Fußballbegegnungen beschäftigt die Behörden seit Jahren, insbesondere wenn organisierte Gruppen beteiligt sind. Ob und gegen wie viele Beteiligte nun konkrete Strafverfahren eingeleitet werden, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Klar ist: Die Ereignisse in Osnabrück und die anschließenden Kontrollen in Essen dürften noch juristische Konsequenzen nach sich ziehen.
