Die Emotionen kochten hoch, der Frust war greifbar. Nach dem knappen Rückschlag in München richtete sich der Zorn der Rostocker nicht nur gegen das Ergebnis, sondern vor allem gegen eine Szene, die das Spiel kippte. Wieder einmal fühlte sich Hansa um den Ertrag seiner Arbeit gebracht.
Elfmeter als Wendepunkt
Im Auswärtsspiel bei den TSV 1860 München entschied eine umstrittene Strafraumszene über Sieg oder Niederlage. Schiedsrichter Luca Jürgensen zeigte nach einer Flanke auf den Punkt, weil der Ball den Arm von Ahmet Gürleyen berührt hatte. Eine natürliche Bewegung oder strafbares Handspiel, diese Frage sorgte für hitzige Diskussionen.
Die Gastgeber nutzten die Gelegenheit eiskalt. Thore Jacobsen verwandelte den Strafstoß und markierte damit den einzigen Treffer der Partie. Es war bezeichnend, dass dieser Moment zugleich die erste ernsthafte Prüfung für Rostocks Defensive darstellte.
Wut nach dem Abpfiff
Mit dem Schlusspfiff entlud sich die angestaute Spannung. Rostocks Sportchef Amir Shapourzadeh suchte unmittelbar das Gespräch mit dem Unparteiischen, überschritt dabei jedoch die Grenze und sah die Rote Karte. Ein Bild, das sinnbildlich für die Gefühlslage des Abends stand.
Der Ärger speiste sich nicht nur aus dieser einen Szene. Bereits in den Wochen zuvor hatte es Entscheidungen gegeben, die in Rostock Kopfschütteln auslösten. Das Gefühl, wiederholt benachteiligt worden zu sein, verstärkte nun die Reaktion.
Gürleyen findet deutliche Worte
Abwehrchef Ahmet Gürleyen sprach nach der Partie Klartext. Man habe die Begegnung weitgehend kontrolliert, doch dann komme „so eine billige Entscheidung“, erklärte er sichtlich aufgebracht. Und weiter: „Jede Woche gibt es irgendeine Scheiße. Man hat langsam kein Bock mehr.“ Die Worte spiegelten den Frust einer Mannschaft wider, die sich um ihren Aufwand gebracht sah.
Selbstkritik trotz Schiedsrichter-Debatte
Trotz aller Emotionen versuchte Trainer Daniel Brinkmann, den Blick auf die eigene Leistung zu lenken. Er betonte, man könne die Entscheidung zwar kritisieren, letztlich habe sein Team aber selbst kein Tor erzielt. „Ich will auch gar nicht, dass wir heute irgendwas schönreden“, stellte er klar. Diese nüchterne Einordnung verhinderte, dass die Debatte ausschließlich auf den Unparteiischen reduziert wurde.
Abstand nach oben wächst
Sportlich hat die Niederlage spürbare Konsequenzen. Seit mehreren Spielen wartet Hansa auf einen Sieg, der Rückstand auf die vorderen Plätze ist angewachsen. Die Konkurrenz sammelt Punkte, während Rostock derzeit hinterherläuft.
Der Ärger über strittige Pfiffe mag verständlich sein. Doch auf Dauer wird die Mannschaft Antworten auf dem Platz liefern müssen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Hansa die Energie aus der Empörung in neue Entschlossenheit umwandeln kann.
