Start News Charaktertest an der Ostsee: So will RWE reagieren

Charaktertest an der Ostsee: So will RWE reagieren

Foto: Lars Zimmermann

Nach dem Dämpfer in Osnabrück steht Rot-Weiss Essen vor einer richtungsweisenden Aufgabe. In Rostock soll nicht nur ein anderes Ergebnis her, sondern womöglich auch eine neue Statik im Spiel. Trainer Uwe Koschinat arbeitet sichtbar an Stellschrauben, die zuletzt ins Wackeln geraten waren.

Training mit Signalwirkung an der Hafenstraße

Am Wochenende gastiert RWE beim Traditionsklub Hansa Rostock. Gespielt wird im stimmungsvollen Ostseestadion, wo eine stattliche Kulisse erwartet wird. Für die Essener geht es um mehr als nur drei Punkte. Nach den jüngsten Rückschlägen steht auch die Frage im Raum, wie stabil das Fundament der Mannschaft wirklich ist.

Koschinat justiert die Offensive neu

Beim öffentlichen Training deutete sich an, dass Cheftrainer Uwe Koschinat seine Startelf umbauen könnte. Besonders im Angriff scheint ein Umdenken stattzufinden. In Osnabrück hatte Essen ohne klassischen Zielspieler begonnen, setzte stattdessen auf Tempo und Beweglichkeit in der Spitze. Der Plan verpuffte, Durchschlagskraft und Präsenz im Strafraum blieben aus. Nun spricht vieles dafür, dass wieder ein gelernter Mittelstürmer den zentralen Fixpunkt bilden soll. Das Signal ist deutlich: Mehr Wucht im Zentrum, mehr Klarheit in den Abläufen.

Rückkehr zur Viererkette als Stabilitätsversuch

Nicht nur vorne wird geschraubt. Auch defensiv zieht das Trainerteam Konsequenzen. Die zwischenzeitliche Umstellung auf eine Dreierkette hatte nicht den gewünschten Effekt. Zwar sollte sie für zusätzliche Sicherheit sorgen, doch die hoch stehenden Außenbahnen öffneten Räume. Gegner nutzten diese konsequent, Tempodefizite in der letzten Linie wurden offengelegt.

In den vergangenen Wochen kassierte RWE auffallend viele Gegentore, für einen Aufstiegsanwärter eindeutig zu viele. Deshalb rückt nun wieder eine klassische Viererkette in den Mittelpunkt. Das Verschieben im Verbund, das kompakte Anlaufen und das schnelle Umschalten wurden im Training immer wieder eingefordert. Risiko ja, aber mit Maß. Längere Bälle auf den Zielspieler sollen hohes Pressing überbrücken und die zweite Linie ins Spiel bringen.

Es geht um Balance. Offensiver denken, ohne die Ordnung zu verlieren.

Die Phase nach der Winterpause verlief nicht nach Wunsch. Mehrere Gegentreffer, schwankende Leistungen, dazu die jüngste klare Niederlage, all das sorgt für Unruhe. In Essen ist das Umfeld sensibel, die Erwartungshaltung hoch. Koschinat weiß, dass eine weitere Enttäuschung die Diskussionen anheizen würde.

Bislang blieb ihm eine Serie von zwei Niederlagen in Folge erspart. Diese Statistik soll Bestand haben. Gerade im letzten Saisondrittel kann sich ein ambitioniertes Team keine längere Suche nach dem richtigen System leisten. Die Richtung muss jetzt stimmen.

Rostock als Charaktertest

In Rostock wird sich zeigen, ob die Anpassungen nur kosmetischer Natur sind oder ob sie dem Spiel von Rot-Weiss Essen tatsächlich neue Stabilität verleihen. Die kommenden 90 Minuten könnten richtungsweisend sein, sportlich wie atmosphärisch.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein