Start News „Felix geht es wirklich nicht gut“: Koschinat nach Böller-Vorfall tief getroffen

„Felix geht es wirklich nicht gut“: Koschinat nach Böller-Vorfall tief getroffen

Foto: Lars Zimmermann

Im Stadion an der Hafenstraße ging es an diesem Nachmittag längst nicht mehr nur um Punkte. Ein lauter Knall riss Spieler und Ränge aus dem Spiel, Rot-Weiss Essens Torwart Felix Wienand blieb verletzt am Boden zurück. Was folgte, waren Minuten voller Unruhe, Diskussionen und großer Sorge.

Böller-Detonation schockt das Stadion

Das Drittligaduell zwischen Rot-Weiss Essen und Waldhof Mannheim nahm in der zweiten Halbzeit eine dramatische Wendung. Aus dem Mannheimer Fanblock flog ein Böller auf das Spielfeld und detonierte direkt neben Essens Keeper Felix Wienand. Der Torwart sackte zu Boden, hielt sich sichtbar mitgenommen die Ohren und musste behandelt werden, ein Bild, das viele im Stadion verstummen ließ.

Schiedsrichter Lennart Kernchen reagierte umgehend, unterbrach die Partie und schickte beide Teams in die Kabinen. Wienand konnte nicht weiterspielen und wurde zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Der Verein sprach anschließend von einem Knalltrauma und einer akuten Belastungsreaktion, weitere Details sollten nachgereicht werden.

Lange Unterbrechung, dann doch weiter

Die Begegnung stand nach dem Vorfall spürbar auf der Kippe. Über einen Abbruch wurde diskutiert, auch die Frage nach der Sicherheit spielte dabei eine zentrale Rolle. Nach längerer Unterbrechung wurde dennoch wieder angepfiffen, eine Entscheidung, die auf den Rängen nicht nur Zustimmung fand. In Essen wurden schnell Erinnerungen wach: Bereits vor einigen Jahren war ein Heimspiel an der Hafenstraße nach einem Böllerwurf abgebrochen worden. Umso größer war das Unverständnis bei Teilen des Publikums, dass diesmal sportlich weitergespielt wurde.

Verein akzeptiert Entscheidung, Fokus bleibt auf dem Keeper

RWE-Veranstaltungsleiter Damian Jamro schilderte die Abläufe hinter den Kulissen sinngemäß so, dass der Unparteiische die Partie unbedingt zu Ende bringen wollte und man diese Entscheidung letztlich mitgetragen habe. Sportlich blieb es beim knappen Vorteil der Gastgeber: Essen verteidigte die Führung und gewann am Ende mit 1:0. Nach Angaben rund um das Spiel soll der mutmaßliche Täter identifiziert und festgenommen worden sein.

Koschinat ringt um Worte: Sorge statt Jubel

Eigentlich hätte Trainer Uwe Koschinat reichlich Anlass zum Feiern gehabt, für ihn war es ein besonderes Jubiläum im Trainerjob. Doch jede Freude trat in den Hintergrund. Seine Gedanken kreisten ausschließlich um Wienand. „Felix geht es wirklich nicht gut“, sagte Koschinat sichtlich angefasst und ergänzte: „Es geht um die Gesundheit eines Spielers, die wurde sehr mutwillig aufs Spiel gesetzt.“ Die Angst vor möglichen Folgen schwang dabei deutlich mit, denn bei solchen Vorfällen lasse sich nicht ausschließen, dass etwas bleibt.

Schober verurteilt Vorfall und wünscht gute Besserung

Auch Mannheims Sportdirektor Mathias Schober kritisierte die Szene deutlich. „Das gehört sich nicht, das werden wir aufarbeiten“, erklärte er und forderte Konsequenzen für die Verantwortlichen. Schober kennt Wienand noch aus gemeinsamen Stationen im Umfeld des FC Schalke 04 und richtete persönliche Worte an den Keeper: „Gute Besserung an Felix Wienand. Das gehört nicht zu einem Fußballspiel. Es tut mir sehr, sehr leid.“

Weitere Vorfälle rund ums Spiel

Rund um die Detonation blieb es nicht bei diesem einen Schockmoment. Berichten zufolge kam es zuvor auch in anderen Stadionbereichen zu Knallkörpern, zudem sollen außerhalb der Arena Raketen gezündet worden sein. Die Atmosphäre war entsprechend angespannt, auf dem Platz wie auf den Tribünen.

Am Ende blieb ein Ergebnis in der Tabelle, aber vor allem ein Gefühl, das schwerer wog: Die bange Frage, wie es Felix Wienand nach dieser Explosion tatsächlich geht.

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