Vor dem anstehenden Heimspiel in der 3. Liga richtet sich der Blick bei Energie Cottbus klar nach vorn. Trainer Claus-Dieter Wollitz gab auf der Pressekonferenz ein ausführliches Update zur Personalsituation, sprach über die Bedeutung der Partie gegen den abstiegsbedrohten SSV Ulm und unterstrich die Ambitionen im Aufstiegsrennen der Liga3.
Personelle Lage: Hoffnung bei Nyame; Brink wieder spielberechtigt
Mit Blick auf den Kader gibt es Licht und Schatten. Guwara und Hoffmann befinden sich wieder im Lauftraining, Juckel ist seit zwei Wochen voll im Mannschaftstraining. Cigerci fällt weiterhin aus. Fragezeichen stehen noch hinter Nyame, der mit Rückenproblemen kämpft und zuletzt nicht trainieren konnte. Ob er im Abschlusstraining dabei sein kann, soll kurzfristig entschieden werden.
Hannemann ist wieder ins Training eingestiegen, King Manu steht ebenfalls zur Verfügung. Besonders wichtig: Lukas Michelbrink hat seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen und kehrt zurück. Brink, aktuell von Hertha BSC ausgeliehen, zählt laut Wollitz zu den wertvollsten Spielern im Kader. Der 23-Jährige überzeugt mit überdurchschnittlicher Spielintelligenz, sauberer Positionierung und hoher Einsatzbereitschaft. Gespräche über eine Verlängerung der Leihe laufen bereits, eine feste Verpflichtung erscheint aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch schwierig.
Heimstärke als Faustpfand im Aufstiegsrennen
Mit über 10.000 erwarteten Zuschauern im Stadion der Freundschaft setzt Cottbus erneut auf seine Heimstärke. Erst eine Heimniederlage steht zu Buche, mehrfach drehte das Team Spiele nach Rückständen. „Energie Cottbus aktuell Tabellenzweiter völlig zurecht, weil wir 29 Spiele gespielt haben, ganz oft unter den Top drei waren und erst einmal verloren haben.“ Die 3. Liga sei extrem ausgeglichen, jeder Gegner gefährlich, unabhängig vom Tabellenstand.
„Wer heutzutage noch auf diesem Niveau gewarnt werden müsste, ist für mich kein guter Spieler. Punkt.“ Ulm, derzeit im Tabellenkeller, wird trotz schwieriger Saison keinesfalls unterschätzt. „Wir werden dieses Spiel hier gewinnen“, zeigte sich der Trainer dennoch selbstbewusst. Entscheidend seien Intensität, Gegenpressing und maximale Körpersprache.
Kritik an Schiedsrichterentscheidungen – Fokus bleibt intern
Mit Blick auf die jüngsten Spiele sprach Wollitz auch über strittige Szenen und aus seiner Sicht nicht gegebene Platzverweise gegen den Gegner. „Es ist überhaupt keine Kritik. Es ist einfach nur sind nur die Fakten.“ Der Fokus liege auf inhaltlicher Ruhe und Überzeugung „Inhaltlich braucht man Ruhe, inhaltlich braucht man Überzeugung.“
Personalthema Mamba und besondere Wiedersehen
Ein emotionales Thema ist das Wiedersehen mit Ex-Torjäger Streli Mamba, der unter Wollitz 44 Treffer erzielte. „Guter Junge. Ich habe zu ihm damals gesagt, wichtig ist für ihn mal anzukommen und nicht immer auf der Flucht zu sein.“ Eine Rückholaktion sei später versucht worden, aber nicht realisierbar gewesen.
Ausblick: Englische Wochen und Pokal-Halbfinale
Nach der Länderspielpause wartet eine anspruchsvolle Phase mit mehreren Topspielen. Zudem steht das Halbfinale im Landespokal an, sportlich wie wirtschaftlich von großer Bedeutung für den Club. Wollitz brachte die Bedeutung der kommenden Wochen auf den Punkt: „Mit jedem Sieg erhöhst du die Wahrscheinlichkeiten.“ Die Mannschaft habe sich die aktuelle Position erarbeitet und wolle diese mit maximaler Überzeugung verteidigen.
Die Mannschaft hat sich ihre Ausgangsposition im Saisonendspurt hart erarbeitet. Nun geht es darum, diese mit Entschlossenheit und Geschlossenheit zu verteidigen. Die kommenden Wochen könnten darüber entscheiden, ob der Traum vom Aufstieg Realität wird.
