Energie Cottbus stolpert im eigenen Stadion über einen Gegner aus dem Tabellenkeller und lässt wertvolle Punkte im Aufstiegsrennen liegen. Gegen den SSV Ulm gelingt den Lausitzern erst spät der Ausgleich, nachdem lange Zeit die spielerische Klarheit fehlte. Der Rückschlag trifft das Team in einer Phase, in der jeder Zähler entscheidend ist.
Dominanter Start ohne Ertrag
Zu Beginn schien die Rollenverteilung eindeutig. Energie Cottbus übernahm früh die Kontrolle, ließ Ball und Gegner laufen und wirkte entschlossen, die Partie zu diktieren. Doch während die Hausherren bemüht waren, ihre spielerische Überlegenheit auszuspielen, fehlte die letzte Präzision im Abschluss.
Dann folgte der unerwartete Moment, der das Spiel kippte. Nach einem einfachen Doppelpass nutzte Leon Dajaku seine Freiheit im Strafraum und traf zur Führung für die Gäste. Ein Treffer, der wie aus dem Nichts fiel und das Selbstverständnis der Gastgeber spürbar erschütterte.
Verunsicherung und verpasste Chancen
Im Anschluss häuften sich Ungenauigkeiten im Spielaufbau. Aktionen, die zuvor noch souverän wirkten, verloren an Struktur. Axel Borgmann setzte sich zwar einmal energisch durch, blieb aber ebenso erfolglos wie später Butler, der aus aussichtsreicher Position verzog.
Mit zunehmender Spielzeit machte sich Unruhe bemerkbar. Die Fans reagierten zunehmend kritisch, während Ulm sich defensiv stabilisierte und konsequent verteidigte. Kurz vor der Pause verpasste Erik Engelhardt die große Chance zum Ausgleich, als ein Abwehrspieler den Ball noch vor der Linie klärte. Tolcay Cigerci versuchte es wenig später aus der Distanz, traf jedoch nicht präzise genug.
Druck nach der Pause ohne Durchschlagskraft
Der Rückstand zur Halbzeit bedeutete zugleich einen Rückschritt in der Tabelle. Nach der Pause versuchte Trainer Claus-Dieter Wollitz mit personellen Veränderungen neue Impulse zu setzen. Der eingewechselte Can Moustfa brachte zwar frischen Schwung ins Offensivspiel, klare Torchancen blieben jedoch zunächst aus.
Das Spiel wirkte zunehmend gehemmt. Statt mutiger Kombinationen dominierte ein vorsichtiges Ballzirkulieren, das Ulm kaum vor größere Probleme stellte. Auch Standardsituationen verpufften zunächst wirkungslos.
Standard sorgt für späte Erlösung
Erst in der Schlussphase fand Energie den Weg zum Tor. Nach einer Ecke landete der Ball im Rückraum, Merveille Biankadi hob ihn erneut gefährlich in den Strafraum. Engelhardt reagierte am schnellsten und köpfte zum Ausgleich ein. Ein Treffer, der zumindest die drohende Niederlage abwendete.
Doch die Hoffnung auf den Sieg erfüllte sich nicht mehr. Trotz erhöhtem Druck blieb die Offensive zu umständlich. Cigerci vergab eine weitere Gelegenheit, und in der Nachspielzeit setzte King Manu einen Kopfball knapp neben das Tor.
Rückschlag im Aufstiegsrennen
Der dritte sieglose Auftritt in Serie wirft die Lausitzer im Kampf um die oberen Tabellenplätze zurück. Die Mannschaft zeigte zwar phasenweise Engagement, doch fehlten Entschlossenheit und kreative Lösungen im entscheidenden Moment. In einer Saisonphase, in der jeder Punkt Gewicht hat, wirkt dieses Remis wie ein herber Dämpfer.
