Beim FC Erzgebirge Aue laufen die Vorbereitungen auf die kommende Saison längst nicht mehr nur auf dem Trainingsplatz. Hinter den Kulissen arbeitet der Verein mit Hochdruck an der personellen Ausrichtung für das Spieljahr 2026/27, und zwar für zwei mögliche sportliche Wege. Nach einer gemeinsamen Abstimmung aller maßgeblichen Vereinsgremien ist die Richtung klar, die Kaderplanung soll früh, strukturiert und mit langfristigem Blick vorangetrieben werden.
Neue Zuständigkeiten in der sportlichen Planung
Die zentrale Rolle in der Personalplanung übernimmt Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat. Gemeinsam mit Sportvorstand Jens Haustein und dem neuen Chefscout Steffen Ziffert bildet er das Kernteam, das die sportliche Zukunft des Vereins vorbereiten soll. Die personelle Aufstellung dieses Gremiums wurde vereinsintern mit Vorstand, Aufsichtsrat und Ehrenrat abgestimmt.
Mit Ziffert rückt ein neuer Verantwortlicher in den Bereich Scouting nach. Er folgt auf Mirko Reichel, der seine Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterführen konnte. Damit setzt Aue in einer wichtigen Phase auf eine neue Struktur, ohne die Arbeit der vergangenen Jahre aus dem Blick zu verlieren.
Dank an Mirko Reichel
Beim FC Erzgebirge Aue wird der Wechsel auf dieser Position auch mit Anerkennung für den Vorgänger verbunden. Reichel hatte den Verein über einen längeren Zeitraum begleitet und vor allem in einer sportlich anspruchsvollen Phase wichtige Impulse gesetzt. Gerade nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga war seine Erfahrung intern von besonderem Wert.
Der Klub würdigt diese Zeit ausdrücklich und verabschiedet ihn mit großem Respekt. Aus dem Verein heißt es sinngemäß, man danke ihm für seine engagierte Arbeit und wünsche ihm für die Zukunft nur das Beste.
Planung für zwei Ligen, mit einem klaren Konzept
Inhaltlich verfolgt Aue einen Ansatz, der nicht nur auf die nächsten Monate zielt, sondern auf eine belastbare Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Die Kaderplanung wird deshalb so angelegt, dass der Verein in beiden denkbaren Ligen handlungsfähig bleibt, in der 3. Liga ebenso wie in der Regionalliga. Im Mittelpunkt steht der Versuch, frühzeitig Stabilität zu schaffen. Gespräche mit Spielern aus dem aktuellen Aufgebot laufen bereits, um möglichst zeitnah Klarheit zu gewinnen. Das ist in einer Phase, in der sportliche Entscheidungen und wirtschaftliche Vernunft eng zusammenhängen, ein bedeutender Faktor.
Eigene Talente sollen stärker eingebunden werden
Ein weiterer Baustein der Planung liegt im engen Schulterschluss mit dem Nachwuchsbereich. Die sportliche Leitung stimmt sich dabei mit dem Nachwuchsleistungszentrum und dessen Leiter Khvicha Shubitidze ab. Dahinter steckt ein klarer Gedanke: Talente aus den eigenen Reihen sollen nicht nur ausgebildet, sondern schrittweise auch an eine künftige Profimannschaft herangeführt werden.
Diese Verzahnung zwischen Nachwuchs und Lizenzbereich gehört zu den Themen, die in vielen Vereinen über Erfolg oder Stillstand entscheiden. In Aue scheint man entschlossen, diesen Bereich stärker als strategisches Fundament zu nutzen.
Erfahrung und Entwicklung als gemeinsamer Maßstab
Beim Zuschnitt des künftigen Kaders setzt der Verein auf Balance. Gesucht wird kein radikaler Umbruch, sondern eine Mannschaft, die sowohl über Routine als auch über Entwicklungspotenzial verfügt. Erfahrene Kräfte sollen Stabilität geben, junge Spieler sollen Perspektive und Dynamik einbringen.
Gerade diese Mischung dürfte entscheidend sein, wenn ein Kader für unterschiedliche sportliche Voraussetzungen vorbereitet werden muss. Die Anforderungen in der 3. Liga und in der Regionalliga unterscheiden sich, doch der Anspruch bleibt derselbe: konkurrenzfähig zu sein und eine funktionierende Mannschaft zu formen.
Auf dem Platz zählt weiter das Hier und Jetzt
So intensiv die Planungen für die Zukunft auch laufen, der Blick auf die Gegenwart soll dadurch nicht verloren gehen. Sportlich liegt der Schwerpunkt weiter auf den verbleibenden Aufgaben der laufenden Saison. In der Liga will Aue die ausstehenden Partien erfolgreich bestreiten, im Sachsenpokal geht es zudem um ein Ziel mit Signalwirkung. Denn mit dem Pokalsieg würde sich der Verein für den DFB-Pokal qualifizieren, sportlich wie wirtschaftlich ein wichtiger Anreiz. Genau darin liegt derzeit die doppelte Herausforderung, Zukunft gestalten und gleichzeitig im Tagesgeschäft liefern.
Aue versucht damit, Ordnung in eine Phase zu bringen, die für viele Klubs schnell von Unsicherheit geprägt ist. Der Verein setzt auf Abstimmung, klare Zuständigkeiten und einen Plan, der über die reine Reaktion auf Tabellenstände hinausgeht. Ob in der 3. Liga oder in der Regionalliga, die Botschaft ist eindeutig, der Weg zurück zu sportlicher Stabilität soll mit Weitsicht, Geschlossenheit und einer klaren Idee angegangen werden.
