Der vierte Spieltag der 3. Liga (29.–31. August 2025) könnte die Tabelle sortieren. Spitzenreiter MSV Duisburg ist mit drei Siegen gestartet, während andere Traditionsvereine noch straucheln. Unter den 20 Klubs finden sich drei Aufsteiger (Duisburg, Havelse, Schweinfurt 05), zwei zweite Mannschaften (Hoffenheim II, Stuttgart II) sowie die aus der 2. Bundesliga abgestiegenen Ulm 1846 und Jahn Regensburg. Die folgende Vorschau zeigt, welches Team warum am 4. Spieltag im Vorteil ist. Dabei werden Tabellensituation, Formkurve, Personalsituation und besondere Faktoren berücksichtigt.
Viktoria Köln – Jahn Regensburg (Freitag, 29. 8., 19 Uhr)
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Für Viktoria Köln spricht: Die Kölner stehen mit drei Punkten auf Rang 15 und können im eigenen Stadion einen Befreiungsschlag landen. Sie starteten zwar mit einem Sieg, verloren jedoch ihre letzten beiden Partien. Gegen Regensburg können die Höhenberger auf den Heimvorteil bauen.
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Für Jahn Regensburg spricht: Die Oberpfälzer sind als Absteiger aus der 2. Liga zurück und haben mit vier Punkten einen soliden Start hingelegt. Ihre Formkurve zeigt nach dem Auftaktsieg zwar ein Unentschieden und eine Niederlage, doch Trainer Michael Wimmer will eine stabilere Saison aufbauen. Der Kader besitzt mit Innenverteidiger Leopold Wurm den laut Transfermarkt wertvollsten Spieler der Liga, und Regensburg tritt mit der Erfahrung aus der höheren Spielklasse an.
Einschätzung: Regensburg ist individuell stärker und auf dem Papier klarer Favorit, doch der Heimvorteil und die ausgeglichenen Tabellenverhältnisse lassen die Partie offen. Entscheidend könnte sein, wie Regensburg die lange Verletztenliste (u.a. Christian Kühlwetter, Benedikt Saller) kompensiert.
1. FC Saarbrücken – Erzgebirge Aue (Samstag, 30. 8., 14 Uhr)
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Für Saarbrücken spricht: Die Saarländer gehen als Zwölfter mit vier Punkten in den Spieltag. Trainer Alois Schwartz verpasste in der Vorsaison erst in der Relegation den Aufstieg. Das Team hat eine positive Bilanz gegen Aue: Die letzten beiden Heimduelle gewann der FCS mit 2:0. Zudem glauben 84,7 % der Transfermarkt‑User an einen Heimsieg.
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Für Aue spricht: Die Veilchen liegen mit vier Punkten zwei Plätze vor Saarbrücken. Nach Sieg, Niederlage und Remis ist die Form ähnlich wie beim Gegner. Trainer Jens Härtel kann auf ein eingespieltes System setzen und verfügt mit Julian Guttau über einen kreativen Zehner, der zum wertvollsten Spieler des Kaders zählt.
Einschätzung: Saarbrücken hat den besseren Lauf im direkten Vergleich, doch die Personalsorgen (u.a. Richard Neudecker und Sebastian Vasiliadis verletzt) sind groß. Aue könnte bei konsequenter Chancenverwertung zumindest einen Punkt entführen.
Energie Cottbus – FC Ingolstadt (Samstag, 30. 8., 14 Uhr)
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Für Cottbus spricht: Der FCE hat vier Punkte auf dem Kontound verfügt mit Spielmacher Tolcay Cigerci über einen der drei bisherigen Top‑Torschützen der Liga (drei Treffer). In der Formtabelle stehen ein Remis, ein Sieg und eine Niederlage, also zumindest ein Erfolgserlebnis.
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Für Ingolstadt spricht: Die Schanzer haben zwar erst zwei Punkte und noch keinen Sieg, aber der Kader von Coach Sabrina Wittmann ist hochwertig besetzt (Marktwert rund 7 Mio. €).
Einschätzung: Cottbus geht als leichter Favorit ins Spiel, zumal Ingolstadt bislang harmlos agiert (Form: Unentschieden, Niederlage, Unentschieden). Gelingt den Gästen endlich der erste Dreier, könnte das psychologisch wichtige Punkte bringen.
TSV Havelse – VfL Osnabrück (Samstag, 30. 8., 14 Uhr)
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Für Havelse spricht: Der Aufsteiger hat nach drei Spieltagen zwei Punkte. Der Verein überzeugte im Sommer mit der Verpflichtung des früheren Schalke‑Talents Nassim Boujellab und will den Schwung aus der Regionalliga mitnehmen. Trotz drei siegloser Spiele (Remis, Remis, Niederlage) gibt es spielerische Ansätze.
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Für Osnabrück spricht: Osnabrück steht mit vier Punkten in der oberen Tabellenhälfte. Die Lila‑Weißen konnten am dritten Spieltag erstmals gewinnen und gehen mit breiter Brust ins Spiel.
Einschätzung: Havelse braucht dringend den ersten Sieg, aber Osnabrück hat Qualität und Erfahrung. Die Auswärtsmannschaft ist favorisiert, doch das Derby‑Flair könnte für Havelse sprechen.
TSV 1860 München – VfB Stuttgart II (Samstag, 30. 8., 14 Uhr)
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Für 1860 spricht: Die „Löwen“ sind mit sieben Punkten Dritter. Dank der Rückkehr der Bundesliga‑Stürmer Kevin Volland und Florian Niederlechner, die zusammen 125 Bundesliga‑Tore erzielten, sowie weiterer Top‑Transfers gilt 1860 als Aufstiegsaspirant. Die Formkurve (Remis, zwei Siege) und zwei Tore von Niederlechner sprechen für den Favoriten.
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Für Stuttgart II spricht: Die Nachwuchsmannschaft des VfB holte vier Punkte und steht im Mittelfeld. Sie möchte laut Saisonvorschau ihr Vorjahresergebnis verbessern und setzt vor allem auf Talententwicklung. Die Schwaben haben bereits ein Auswärtsspiel gewonnen und könnten den Favoriten bei konsequenter Defensive ärgern.
Einschätzung: Alles spricht für 1860 – die neue Offensivpower, die Heimkulisse und die Form. Stuttgart II braucht einen Sahnetag, um zu punkten.
SC Verl – MSV Duisburg (Samstag, 30. 8., 14 Uhr)
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Für Verl spricht: Der SCV hat zwar erst drei Punkte (Rang 14), besitzt mit Berkan Taz den aktuellen Torschützenkönig der Liga (drei Treffer). Alle drei bisherigen Spiele endeten remis, die Mannschaft ist schwer zu schlagen.
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Für Duisburg spricht: Die „Zebras“ sind als Regionalliga‑Meister aufgestiegen und führen die Tabelle mit neun Punkten und 8:2 Toren an. Neuzugang Conor Noß aus Österreich soll die Offensive noch variabler machen. Spieler wie Patrick Sussek und Thilo Töpken gehören mit jeweils drei bzw. zwei Toren zu den treffsichersten Akteuren der.
Einschätzung: Verl hat mit Berkan Taz einen Unterschiedsspieler, doch der MSV strotzt vor Selbstvertrauen. Wenn Duisburg seine Serie fortsetzt, könnte der Aufsteiger früh eine Duftmarke Richtung Aufstieg setzen.
Hansa Rostock – TSG 1899 Hoffenheim II (Samstag, 30. 8., 16.30 Uhr)
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Für Rostock spricht: Der FCH steht mit fünf Punkten nur knapp hinter dem Spitzenduo. Die Defensive ist stabil (nur ein Gegentor in drei Spielen). Zudem wurde mit Andreas Voglsammer ein erfahrener Stürmer verpflichtet, der laut Saisonvorschau nach acht Jahren in höheren Ligen zurück in die 3. Liga kommt.
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Für Hoffenheim II spricht: Der Liga‑Neuling (Platz 2) ist überraschend stark gestartet und sammelte sieben Punkte bei 8:3 Toren. Die Zweitvertretung des Bundesligisten hat mit Trainer Stefan Kleineheismann einen neuen Coach und besteht aus hungrigen Talenten. Die Form (Remis, zwei Siege) spricht ebenfalls für die Kraichgauer.
Einschätzung: Es ist das Spitzenspiel des Wochenendes. Rostock bringt Erfahrung und Heimstärke mit, Hoffenheim II jugendlichen Elan. Die leichte Favoritenrolle liegt beim Heimteam (71 % Fan‑Prognose), aber ein offener Schlagabtausch ist zu erwarten.
SSV Ulm 1846 – Waldhof Mannheim (Sonntag, 31. 8., 13.30 Uhr)
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Für Ulm spricht: Der SSV kehrte als Zweitliga‑Absteiger in die 3. Liga zurück und baut eine junge Mannschaft auf. Mit drei Punkten rangiert Ulm auf Platz 16. Nach dem Überraschungssieg am zweiten Spieltag folgte allerdings eine Niederlage – Form: Niederlage, Sieg, Niederlage.
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Für Mannheim spricht: Der SV Waldhof (Platz 7) hat unter dem neuen Trainer Luc Holtz am vergangenen Wochenende gegen Viktoria Köln den ersten Sieg eingefahren Fund steht nach dem 3. Spieltag mit vier Punkten auf dem sieben Tabellenplatz. Der Verein hat im Sommer hochkarätige Spieler verpflichtet: Ex‑Premier‑League‑Angreifer Adama Diakhaby, Emmanuel Iwe von Absteiger SV Sandhausen sowie die jüngste Verpflichtung von Torhüter Thijmen Nijhuis. Die letzte Partie gewann Mannheim, sodass die Form (Remis, Niederlage, Sieg) ansteigt.
Einschätzung: Ulm besitzt das Talent, aber Mannheim hat die größere Erfahrung und mehr Qualität im Angriff. Ein enges Duell ist wahrscheinlich.
Schweinfurt 05 – SV Wehen Wiesbaden (Sonntag, 31. 8., 16.30 Uhr)
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Für Schweinfurt spricht: Die Unterfranken sind als Regionalliga‑Meister aufgestiegen, haben aber noch keinen Punkt und kein Tor erzielt (0:7 Tore). Hoffnung macht die Verpflichtung von Mittelfeldstratege Johannes Geis. Zuhause will man endlich zählbares erreichen.
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Für Wiesbaden spricht: Der Zweitliga‑Absteiger ist Sechster und erzielte bereits acht Tore. Sturmführer Fatih Kaya traf nicht nur zweimal in der Liga, sondern brachte Bayern München im DFB‑Pokal mit einem Doppelpack an den Rand einer Blamage. Nikolas Agrafiotis steuerte ebenfalls zwei Saisontore bei.
Einschätzung: Schweinfurt kämpft um den Anschluss, während Wiesbaden nach dem Pokal‑Spektakel selbstbewusst auftritt. Alles andere als ein Wiesbadener Sieg wäre eine Überraschung.
Rot‑Weiss Essen – Alemannia Aachen (Sonntag, 31. 8., 19.30 Uhr)
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Für Essen spricht: Die Hafenstraßen‑Elf ist Vierter mit fünf Punkten und blieb bislang ungeschlagen (zwei Remis, ein Sieg). Abwehrchef José Enrique Ríos Alonso erzielte bereits zwei Tore. Die Mannschaft wirkt gefestigt.
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Für Aachen spricht: Der Traditionsklub ist mit nur einem Punkt Vorletzter, doch der Kader wurde prominent verstärkt: Stürmer Kwasi Wriedt, der 2019/20 für Bayern II 24 Saisontore erzielte, kehrte in die 3. Liga zurück. Zudem wurde Torhüter Jan Olschowsky von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen. Ein Erfolgserlebnis könnte die Saison wenden.
Einschätzung: Essen ist aufgrund der besseren Form und Tabellenlage klarer Favorit. Aachen braucht eine Leistungssteigerung, um beim offensivstarken Gegner zu bestehen.
Fazit
Der 4. Spieltag könnte eine frühe Weichenstellung im Rennen um Auf- und Abstiegsplätze werden. Aufsteiger MSV Duisburg kann mit einem Sieg in Verl seine Tabellenführung festigen, während Traditionsvereine wie 1860 München dank ihrer Bundesliga‑Erfahrung und Top‑Transfers gute Chancen auf den nächsten Dreier haben. Einige Außenseiter, etwa Schweinfurt und Aachen, hoffen trotz schlechtem Saisonstart auf ihre ersten Erfolgserlebnisse. Die Mischung aus Aufsteigern, Absteigern und Reserve‑Teams verspricht einen spannenden Spieltag mit reichlich Stoff für Überraschungen.