Als Tabellenführer in Liga 3 geht Energie Cottbus in das Heimspiel gegen Viktoria Köln (Sonnabend, 14 Uhr, LEAG-Energie-Stadion). Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz spricht vor der Partie über eine echte Luxuslage im Liga-3-Alltag: die Torhüterfrage. Nach der langen Verletzungspause von Elias Bethke hat Neuzugang Marius Funk überzeugt und der Coach macht unmissverständlich klar, wie er die Rollen aktuell sieht.
Ausgangslage: Spitzenreiter mit Rückenwind
Nach dem 3:2-Sieg bei Rot-Weiss Essen wollen die Lausitzer vor heimischem Publikum die Tabellenführung verteidigen. Seit dem Aufstieg im Jahr 2024 holte der FCE in 53 Ligaspielen starke 91 Punkte, steht im Halbfinale des Landespokals und schaltete im DFB-Pokal den Zweitligisten Hannover 96 (1:0) aus. Erst RB Leipzig stoppte den Lauf der Lausitzer mit einem 1:4. Auch die Leihspieler King Manu (Fortuna Düsseldorf) und Lukas Michelbrink (Hertha BSC) fügen sich laut Wollitz hervorragend ein und erhöhen die Qualität im Kader.
Zwischen den Pfosten: Vom Pech des Stammkeepers zur Chance für den Neuen
Stammtorwart Elias Bethke riss sich vor dem Pokalduell mit Hannover eine Muskel-Sehne im hinteren Oberschenkel. Ein Comeback noch in diesem Jahr galt als unwahrscheinlich. Bethke, in Nauen geboren und bei Grün-Weiß Brieselang ausgebildet, glänzte in der Saison 2024/25 mit zwölf Zu-Null-Spielen und war laut „Kicker” notenbester Profi der gesamten 3. Liga. Doch die Gegenwart gehört Marius Funk: Der im Sommer nachverpflichtete 29-Jährige hat sich in den Vordergrund gespielt und ist derzeit selbst „Kicker“-Spitzenreiter im Notenranking.
Wollitz dazu: „Das ist Profifußball. Wenn ein Marius Funk kommt, der mit seinem ganzen Repertoire – seinem Mindset für die Mannschaft, für die Jungs, für die Kabine – sofort präsent ist, dann halte ich es für sehr weit hergeholt, dass er Ersatztorwart für Elias Bethke ist.“
Profile der Keeper: Funk, Bethke, Sebald
Marius Funk (29): Aus Aalen stammend, ausgebildet u. a. beim VfB Stuttgart. Spielte 2021/22 achtmal für Greuther Fürth in der 1. Bundesliga und war bis Sommer Stammkeeper beim FC Ingolstadt. Wollitz schwärmt: „Der Mann hat schon in der 1. Bundesliga gespielt.“
Elias Bethke (22): Eigengewächs seit 2016, Garant der Vorsaison mit vielen Weißen Westen und Top-Noten. Arbeitet nach seiner Verletzung in der Reha am Comeback.
Alexander Sebald (2. Torwart): Pokalheld gegen Hannover und laut Coach unantastbar als Nummer zwei: „Alexander Sebald ist für mich als zweiter Torwart zementiert, schon alleine wegen seiner Persönlichkeit, er ist eine Identifikationsfigur. Da gibt es keine zwei Meinungen, da bin ich auch nicht nur Cheftrainer.“
Wollitz’ klare Kante
Eine Torwart-Diskussion will der 60-Jährige nicht: „Es wäre fahrlässig, eine Diskussion aufzumachen. Wenn Marius Funk es weiterhin so macht, wie er es macht, dann gibt es keinen Grund. Dann bin ich nicht mehr der richtige Trainer für Energie Cottbus.“ Und noch schärfer: Wenn überhaupt die Idee aufkomme, Funk infrage zu stellen, „werde ich mein Amt räumen“. Die Entscheidung, wie es nach Bethkes vollständiger Genesung weitergeht, will er mit kühlem Kopf treffen: „Wenn es so weit ist, werde ich all meine Erfahrung einbringen, um das Thema so zu behandeln, wie es sich gehört – mit voller Professionalität.“
Mini-Spielvorschau: Energie vs. Viktoria
Cottbus bringt Formstärke, Heimvorteil und einen sicheren Rückhalt mit. Viktoria Köln kommt als unangenehmer Gegner mit guter Umschaltqualität, ein echter Prüfstein für den Spitzenreiter der Liga3.
