Waldhof Mannheim und Paderborn im Rechtsstreit – Lösung in Sicht?

Foto: Alfio Marino

Der ungewöhnliche Transferstreit um Kennedy Okpala könnte schon bald außergerichtlich gelöst werden. Nach aktuellen Informationen des „kicker“ könnte es darauf hinlaufen, dass ein Schlichtungsverfahren angestrebt wird. Mindestens eine der beteiligten Parteien soll die Schlichtungsstelle des DFB bereits eingeschaltet haben. Eine solche Mediation wäre nicht nur im Interesse des Spielers, sondern auch für SV Waldhof Mannheim 07 und SC Paderborn 07, da so zeitnah rechtliche Klarheit geschaffen werden könnte.

Streitpunkt: Ist die Ausstiegsklausel gültig?

Im Kern dreht sich der Konflikt um die Frage, ob eine vertraglich fixierte Ausstiegsklausel in Höhe von 550.000 Euro während der laufenden Winter-Transferperiode rechtens gezogen werden durfte. Der 21-jährige Angreifer hatte beim Zweitligisten aus Ostwestfalen bereits einen Vertrag unterschrieben und befindet sich derzeit mit dem SCP im Trainingslager im türkischen Belek. Dort soll er im Testspiel gegen RSC Charleroi erstmals eingesetzt werden.

Ganz anders bewertet die Situation jedoch Waldhof Mannheim. Der Drittligist reagierte mit deutlichen Worten auf den Abgang des Torjägers: “Kennedy Okpala hat seinen laufenden Vertrag zum Jahresende gekündigt und ist heute nicht zum Training erschienen. Ein solches Verhalten wird vom SV Waldhof Mannheim 07 nicht toleriert. Kennedy Okpala ist weiterhin Spieler des SV Waldhof.”

Okpalas Sicht: Fristlose Kündigung wegen Vertragsverstoß

Okpala selbst ließ über seine juristischen Vertreter erklären, dass er seinen Vertrag in Mannheim fristlos gekündigt habe. Begründet wird dieser Schritt mit einem angeblichen Verstoß gegen vertragliche Vereinbarungen. Sein Berater Markus Peter stellte klar: “Wäre Waldhof Mannheim seinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen, einerseits den Transfervertrag mit dem SCP zu unterzeichnen und andererseits das Arbeitsverhältnis mit Kenny zu beenden, wäre die fristlose Kündigung niemals ausgesprochen worden.” Nach Darstellung des Spielers habe der Klub die Umsetzung der Klausel blockiert, obwohl Paderborn im guten Glauben an deren Gültigkeit an den Drittligisten herangetreten sei.

Waldhof bleibt gelassen – Entscheidung wird abgewartet

Sportgeschäftsführer Gerhard Zuber zeigte sich in der Angelegenheit zurückhaltend: “Das Gespräch haben wir aber nicht weiter fortgeführt. Sein Management ist der Meinung, dass er wechseln dürfte. Jetzt werden wir schauen, ob das so ist. Wenn es so ist, dann haben wir wenig Handhabe.”

Schlichtung als Chance auf schnelle Lösung

Ein Verfahren vor der DFB-Schlichtungsstelle könnte bereits in der kommenden Woche terminiert werden. Solche nicht-öffentlichen Prozesse gelten im Profifußball als bewährtes Mittel, um festgefahrene Konflikte zu lösen.

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